Gewebe von Lauffenmühle Der Nachhaltigkeit verpflichtet

Seit 178 Jahren produziert Gewebehersteller Lauffenmühle aus Lauchringen vollstufig in Deutschland. Vergangenes Jahr wurde das Energiemanagement des Unternehmens nach der Norm DIN EN 16001 zertifiziert - ein weiterer Meilenstein für die Traditionsfirma in dem Bestreben, dem Markt nachhaltig hergestellte Produkte zur Verfügung zu stellen.

Die vollstufige Produktion von Gewebehersteller Lauffenmühle ist nach dem „Bluesign“-Standard zertifiziert.Foto: Lauffenmühle - © Lauffenmühle

Der Nachhaltigkeit verpflichtet

Soziale Verantwortung zu übernehmen, ist seit jeher fester Bestandteil der Unternehmensstrategie des Mittelständlers, der ausschließlich in Deutschland produziert: von der Garnspinnerei über das Weben bis hin zur Färberei und Veredlung der Rohgewebe. Bereits 1992 ließ Lauffenmühle - nach eigenen Angaben als eine der ersten Spinnwebereien Europas überhaupt - sein Qualitätsmangementsystem nach DIN EN 9001 zertifzieren. Dies war laut Unternehmen eine Grundvoraussetzung dafür, alle Prozesse effizient steuern, überwachen und optimieren zu können - auch hinsichtlich einer nachhaltig ausgerichteten Unternehmensstrategie. Sechs Jahre später folgte dann auch die Zertifizierung des Umweltmanagementsystems analog der DIN EN 14001. Mit Zertifizierung des Umweltmanagementsystems gemäß der DIN EN 16001 und gleichzeitiger Etablierung eines Funktionsbereichs „Energiemanagement“ innerhalb des Unternehmens wurde Ende 2011 das nächste Etappenziel erreicht.

„Bluesign“-Standard für gesamten Prozess

Um nicht nur auf ökologischer Ebene, sondern darüber hinaus auch wirtschaftlichen und vor allem auch sozialen Anforderungen Rechnung zu tragen, traf Lauffenmühle bereits 2008 die Entscheidung, sich den Anforderungen des internationalen „Bluesign“-Standards der Textilindustrie zu stellen. Bis dahin als Produktzertifizierung dem Endanwender nur aus den Bereichen Freizeit- und Sportbekleidung bekannt, wird „Bluesign“ durch Lauffenmühle nun auch im Bereich Arbeits- und Schutzbekleidung genutzt. Es soll sowohl den Rohstoff- und Komponentenlieferanten wie auch dem Unternehmen selbst ermöglichen, alle Herstellungsprozesse auf maximale Ressourcenproduktivität unter den drei Gesichtspunkten Umweltschutz, Konsumentenschutz und Arbeitssicherheit auszurichten. Denn beginnend mit Steuerung und Überwachung aller Inputströme über die Kontrolle der Arbeitsprozesse bis hin zur Überwachung und Steuerung des gesamten Outputs werden alle erforderlichen Entscheidungsansätze und Maßnahmen unter diesen ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Aspekten bewertet.

Ganz konkret heißt das z.B. Folgendes:

-Es werden nur solche Hilfs- und Betriebsmittel eingesetzt, die gesundheitlich unbedenklich sind und bei deren Lieferanten alle sozialen Standards, insbesondere hinsichtlich Arbeits- und Gesundheitsschutz, erfüllt werden.

-Lauffenmühle bezieht nur aus jenen Ländern Baumwolle, die sich zu den ILO-Standards bekennen.

-Bereits in der Produktentwicklung wird über sinnvolle Faserentwicklungen nachgedacht; so setzt das Unternehmen bereits seit 2007 die Tencel-Faser alternativ zu Baumwolle ein, da Baumwollpflanzen in ihrer Wachstumsphase viel Wasser und große Landflächen benötigen.

-Nicht vermeidbare Abfallprodukte werden weitestgehend dem Recycling - nach Möglichkeit im eigenen Haus - zugeführt; so wird beispielsweise die Abwärme aus der Produktion zum Beheizen des Verwaltungstrakts genutzt.

Der „Bluesign“-Standard bringt also die gesamte Textilherstellungskette zusammen, um gemeinsam nicht nur auf Prozessebene, sondern bezogen auf alle Einzelprodukte des Unternehmens, der kundenseitigen Anforderung an nachhaltig hergestellte Textilien Rechnung zu tragen. Dies bietet Kunden wie auch Endverbrauchern neben der Transparenz - denn alle überprüften Grenzwerte sind einsehbar - zu maximalem Verbraucher- und Umweltschutz auch die Sicherheit, dass die erforderlichen Sozialstandards entlang der gesamten textilen Kette eingehalten werden.

„Es war Lauffenmühle wichtig, gemäß unserer Unternehmensstrategie nachhaltig zu agieren und - gemeinsam mit einem unabhängigen externen Partner - klare Weichen für die Zukunft zu stellen. So, dass wir durch effiziente Instrumentarien und entsprechende Funktionseinheiten im Unternehmen das gleichzeitige und gleichberechtigte Umsetzen von umweltbezogenen, wirtschaftlichen und sozialen Zielen zukunftsorientiert sichern können“, fasst Volker Steidel, geschäftsführender Gesellschafter von Lauffenmühle, zusammen.Quelle: Lauffenmühle