Texcare International 2012 Textilien mit Mehrwert

Als internationale Messe für moderne Textilpflege ist die Texcare ein zentraler Marktplatz für die gesamte Zulieferkette der Branche. Eine wichtige Rolle spielte auch der Themenbereich Textilien. So waren in Frankfurt am Main zahlreiche Textilanbieter vertreten, die Neuheiten für die Berufsgarderobe, Matten und Wäscheprodukte für Tisch, Bett und Bad präsentierten.

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    Dieckhoff ging auf den Trend zu mehr Farbe bei Berufsbekleidung ein. Fotos: RWT
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    Auch bei Gebrüder Heinemann war Farbe ein Thema - bei Bekleidung wie auch bei Frottier.
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    Kentaur präsentierte neben Bekleidung auch eine App zum selbst „mixen und matchen“.
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    „Rocks“ heißt die neuste Kollektion von Mascot, die aus leasingtauglichen Polyester-Tencel-Geweben besteht.
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    Aufmerksamkeitsstark und trendy: Nybo Jensen setzte auf Farben wie Pink oder Cassis.
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    Beirholm zeigte im Bereich Tischwäsche Neuheiten seines durch schlichtes Design und durchdachtes Farbkonzept geprägten Sortiments.
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    Die Borch Textile group präsentierte Lösungen für den Hygienebereich.
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    Die MIP - ehemals Löning Hospitex - legte den Fokus auf ganzheitliche Textilsysteme.
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    Viele Farben und Gestaltungsmöglichkeiten für Matten bot Kleen-Tex an seinem Stand.
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    David Hart, CEO von Mountville Mills, (re.) zusammen mit seinem Mitarbeiter Peter Platen und Angela Holzwarth, Anzeigenverkauf R+WTextilservice.
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    David Hart, CEO von Mountville Mills, (re.) zusammen mit seinem Mitarbeiter Peter Platen und Angela Holzwarth, Anzeigenverkauf R+WTextilservice.

Textilien mit Mehrwert

Während sich der Ausstellerkreis für Objekttextilien auf europäische Anbieter ausdehnte, war das Angebot für Berufsbekleidung fast nur auf skandinavische Unternehmen konzentriert.

Trotz dem im Gesundheitswesen und der Altenpflege herrschenden Kostendruck vollzieht sich nach den Beobachtungen des Textilausstatters Dieckhoff aus Wuppertal ein langsamer Wandel bei der Mitarbeitergarderobe. Dem Trend zu mehr Farbe in der Berufsbekleidung begegnet das Unternehmen durch Oberteile in Farben wie Orange oder Beerentönen. Diese werden auch gerne in den Logos in Kliniken oder Altenheimen verwendet und ermöglichen die Einbindung der Berufs- und Bereichsbekleidung in die Corporate Identity. Neben dem Trend zu bunterer Bekleidung sieht das Unternehmen einen Wandel bei den Materialien. Obschon sie teurer sind, steigt die Nachfrage nach Polyester-Tencel-Geweben.

Auch Jyden Workwear aus Aalborg setzte den Schwerpunkt auf Berufsbekleidung für Gesundheitswesen und Altenpflege. Die Kollektion ist von hoher Individualität geprägt, die durch ein neuartiges Baukastensystem möglich wird. Oberteile mit unterschiedlichen Taschen-, Ärmel- und Kragenlösungen sowie drei Längen erlauben jeder Einrichtung die Umsetzung eines eigenen Stils. Durch acht moderne und klassische Besatzfarben wird die Kombinationsmöglichkeit noch weiter gesteigert. Leasingtaugliche T-Shirts und Poloshirts aus eigener Produktion runden das Programm ab.

Bekleidung mit Konturen

Berufsbekleidung mit Charakter war auch die Zielsetzung von Gebrüder Heinemann aus Neuss. Für den Pflegesektor hat das Unternehmen die Möglichkeiten des Digitaldrucks entdeckt. Besatzstoffe mit Streifendesigns oder kundeneigenen Motiven sollen zukünftig die Oberteile zieren. Gleichzeitig stellten die Neusser eine Kollektion „von der Stange“ vor, für deren Entwicklung das Unternehmen Anleihen bei der Mode genommen hat: Auffällige Strickbündchen oder Flatlock-Ziernähte in unterschiedlichen Farben und Stickdichten geben der Bekleidung Konturen.

Kentaur richtet sich mit seiner jüngsten Kollektion „Medical Line“ an dieselbe Zielgruppe. Dabei baut das Unternehmen alle Teile auf bereits bestehenden Grundmodellen auf. Weil sich dadurch keine Änderungen in der Linienführung ergeben, ist die Sortimentserweiterung auf Seiten der Wäschereikunden schnell und einfach nachvollziehbar. Bei den Artikeln setzt der Konfektionär auf eine Mischung aus Funktionalität und Design. Die Materialien kommen beispielsweise aus der Sportbekleidung und sind atmungsaktiv, luftdurchlässig und schnell trocknend. Brandneu war auch die HACCP-Linie der Dänen. Sie wartete mit besonderen Details wie einem Langarm-Poloshirt oder einer innenliegenden Armschlaufe auf, die das Aufkrempeln der Ärmel unnötig macht.

Mascot zeigte auf der Texcare Bekleidung fürs Handwerk und die Industrie. „Rocks“ heißt die neuste Kollektion, die aus leasingtauglichen Polyester-Tencel-Geweben besteht. Die Modelle sind aus einem köperbindigen Gewebe mit einer kühlen, glatten Oberfläche gefertigt und sind in den Trendtönen Schwarz, Anthrazit und Marine erhältlich. An beanspruchten Stellen wie Knie und Ellbogen sollen neuartige, flexible Protektoren für Schutz sorgen.

Eine ansprechende, modern gestaltete Berufsbekleidung im Gesundheitssektor ist für Nybo Jensen erklärtes Ziel. Das Unternehmen zeigte in Frankfurt am Main Kollektionen, die modische Trends mit hohem Tragekomfort verbinden. Zu den wichtigen Neuheiten gehörten beispielsweise auffällige Oberteile in den Farben Cassis oder Pink. Ebenfalls neu im Programm ist eine Linie im Casual Look, also einem durch die Freizeitmode inspirierten Stil. Grün-, grau- oder blaukarierte Hemden aus weichen, leasingtauglichen Geweben mit Baumwollcharakter werden mit „Underground“-Cargohosen in Beige kombiniert - und fanden bei den Fachbesuchern der Messe großen Anklang.

Frottierwäsche mit Farbakzent

Optische Aufheller sorgen in der Wäscherei immer wieder für Schwierigkeiten, denn sie führen bei weißen und bunten Textilqualitäten zu unerwünschten Farbverschiebungen. Diesem Problem haben sich die auf der Tecxcare vertretenen Frottieranbieter angenommen. Dyckhoff präsentierte eine Lösung für die durch optische Aufheller ausgelösten Schwierigkeiten im Farbbereich. Mit der „Lifestyle-Kollektion“ bietet das Unternehmen weißgrundige Tücher an, die an den Rändern durch fein nuancierte Farbstreifen abgesetzt sind. Eine weitere Innovation stellte das Unternehmen mit seinem Bademantel mit Outlast-Technologie für den Wellnesssektor vor. Verkapselte und in die Faser fest eingebundene Paraffine speichern in warmer Umgebung Wärme und geben diese bei niedrigeren Temperaturen wieder ab, so das Unternehmen. Dies soll also einen Temperaturausgleich zwischen den Umgebungsbedingungen und der Haut ermöglichen.

Floringo zeigte eine Neuheit, die auf der Ausrüstung der weißen Frottierqualitäten beruht. Das Unternehmen setzt einen neuartigen optischen Aufheller ein. Dieser wird selbst bei Verwendung eines Fertigwaschmittels nicht durch andere optische Aufheller überlagert. Dadurch sollen alle Teile eines Wäschepools optisch unverändert bleiben. Eine weitere, in Frankfurt am Main ausgestellte Neuerung des Unternehmens waren Mikrofaser-Bademäntel für den Wellnessbereich: Auf der Außenseite liegt ein unempfindlicher Flor aus schnell trocknender, weicher Polyestermikrofaser, nach innen weisen saugfähige Schlingen aus reiner Baumwolle.

Nirgendwo trennte sich die Materialwelt stärker als in der Tischwäsche. Richard Haworth aus Manchester sieht für den britischen, dänischen und Beneluxmarkt ein rasches Wachstum bei farbigen Tischdecken aus reinem Polyester, weshalb das Unternehmen eine entsprechende Produktauswahl auf der Texcare präsentierte. Die Textilien können laut Unternehmen bei niedrigen Temperaturen gewaschen werden und sind farbstabil. Bei Masa lag der Schwerpunkt dagegen auf reinen Baumwollqualitäten, auch wenn das Unternehmen verschiedene Mischgewebe im Programm führt. In einem Punkt waren sich die beiden Anbieter jedoch einig: Strukturierte Designs sind im Kommen.

Ein weiterer Trend zeichnet sich im Hinblick auf Farbe ab, wie Damino aus Großschönau zeigte. Zwar bestimmt nach wie vor weiße oder champagnerfarbige Tischwäsche den Markt, aber die Nachfrage nach bunteren Tönen nimmt zu. Daher hat das Unternehmen seine Farbkarte beispielsweise um Braun- und Naturtöne ergänzt. Darüber hinaus kamen die Sachsen mit einer neuen, leichten Bettwäschekollektion für Pflegeheime nach Frankfurt am Main. Bunte Webstreifen in modischen Trendtönen sollen Bett- und Kissenbezüge ein frisches Aussehen verleihen, ohne dabei die geforderten Echtheiten einer industriellen Wäsche einzubüßen.

Beirholm zeigte im Bereich Tischwäsche Neuheiten seines durch schlichtes Design und durchdachtes Farbkonzept geprägten Sortiments. Grau, Naturtöne wie Aqua oder Grün und Weiß ergaben im Mix einen Variantenreichtum. Dieser setzte sich auch bei der Bettwäsche fort, wo das Unternehmen seine neuen Ideen für die Einrichtungsstile Moderne, Klassik und Tradition zeigte. Schmuckbordüren, Farben und Weboptiken zieren Kissen- und Bettbezüge für das Gastgewerbe. Darüber hinaus sind die Dänen nun auch im Pflegesektor aktiv. Auf der Texcare zeigte das Unternehmen ein Programm, das Kapplaken, Matratzenbezüge, Kissenbezüge und eine Kombidecke - hier sind Bezug und Bettdecke in einem Teil verarbeitet - umfasst.

Die Borch Textile group präsentierte für das Gesundheitswesen verschiedene Neuheiten. Für eine bessere Personalhygiene werden beispielsweise die Ärmel bei der Berufsbekleidung für Pflegepersonal und bei Arztkitteln kürzer geschnitten. Eine Neuheit präsentierten die Dänen mit „SleepAngel“. Das Kissen hat eine wischdesinfizierbare Membranaußenhülle, in die ein textiler Filter eingearbeitet ist. Dieser soll mit seiner Porengröße von
0,2 µm selbst Viren abblocken und eine Kreuzkontamination von einem Patienten zum nächsten verhindern.

Innovative Materialien waren ein Schwerpunkt von Clinotest aus Isernhagen. Das Unternehmen präsentierte Patientenhemden und Bereichsanzüge aus reinem Polyester. Sie haben einen Griff wie Mischgewebe und gute Trageeigenschaften. Die guten Pflegeeigenschaften wiederum kommen den Wäschereien zugute. Das gilt auch für die leichtgewichtigen, 160 mal 220 cm großen Mikrothermaldecken aus Polyestermikrofaser. Ein hoher Nutzen steht auch bei den Bettdecken mit Klimastreifen im Vordergrund. Die wischdesinfizierbare Decke bietet laut Unternehmen einen guten Temperatur- und Feuchtigkeitsausgleich.

Kombination aus Bettdecke und Bettbezug

MIP - ehemals Löning Hospitex - legte den Fokus auf ganzheitliche Textilsysteme und präsentierte das „Revolution Linen System“. Es ist nach Unternehmensangaben bereits international erprobt, allerdings musste die Bettwäschekomponente auf die speziellen Besonderheiten des deutschen Gesundheitsmarkts zugeschnitten werden. „Onep1ece“ ist eine Kombination aus Bettdecke und Bettbezug oder Kissen und Kissenbezug, die dem Pflegepersonal nicht nur den Wäschewechsel ersparen, sondern in der Wäscherei auch ein mangelfreies Arbeiten ermöglichen soll. Um das Handling von der Wäscherei bis zum Patientenzimmer zu erleichtern und die Hygiene der Bettdecken zu erhalten, hat das Unternehmen auch einen Wäschewagen ins Programm genommen.

Brügelmann aus Köln ist als Vollsortimenter auf das Gastgewerbe spezialisiert und zeigte dementsprechend Neuheiten für Tisch, Bett, Bad und Küche. Großes Augenmerk legte das Unternehmen auf leasingtaugliche Mischgewebe mit einem höheren Baumwollanteil. Immer mehr Hotels verlangen Bettwäscheartikel, die die Haptik der Naturfaser haben. Aus diesem Grund hat das Handelshaus sein Programm um Mischungen mit 20 oder 30 Prozent Polyester und einem entsprechenden Baumwollanteil erweitert.

Dibella engagiert sich seit einiger Zeit für nachhaltige Textilien und setzte diesen Schwerpunkt auch auf der Texcare. Mit „Breeze“ hat das Unternehmen ein vollständiges Hotelwäscheprogramm aus Fairtrade-zertifizierter und nach Global Organic Textile Standard (GOTS) ausgerüsteter Baumwolle vorgestellt. Darüber hinaus präsentierte Dibella erstmals ein Mischgewebe, dessen Polyestergarne aus recycelten PET-Flaschen hergestellt wurden. Zukünftig sind nach Unternehmensangaben weitere Produkte geplant, die den Nachhaltigkeitsgedanken konsequent verfolgen. Dieses Ziel ist im Nachhaltigkeitsbericht festgeschrieben, den die Bocholter in Frankfurt am Main präsentierten.

Mit einem umfassenden Katalog bietet die Wäschefabrik Zollner vor allem kleineren, flexiblen, lokalen Wäschereien ein umfangreiches Wäscheangebot. Zu den gezeigten Neuheiten zählte z.B. Tischwäsche in aktuellen Trendfarben wie Schoko oder Anthrazit. Außerdem hat das Unternehmen ein Branchenportal entwickelt. Unter www.mietwaescheportal.eu können sich Mietwäschereien mit ihrem Serviceangebot kostenlos darstellen.

Ressourcenschonung spielte auch bei den Herstellern von Schmutzfang- und Logomatten eine wichtige Rolle. Durch die Wiederverwendung der eingesetzten Rohstoffe soll die Umweltbilanz der Artikel verbessert werden.

Kleen-Tex Industries aus Kufstein setzt auf die Überführung gebrauchter Plastikflaschen in Polyesterfasern und zeigte erste Mattenprototypen auf der Messe. Sie unterscheiden sich optisch nicht von den Originalen. Ein weiterer Ausstellungsschwerpunkt waren Logomatten aus Polyamid, deren individuelle Gestaltung frei ist. Einzig ihr Eigengewicht - eine 2 mal 4 m große Matte bringt knapp 20 kg auf die Waage - setzt hinsichtlich der Größe Grenzen.

Matten aus Altteppichen oder Fischernetzen

Auch Milliken hat eine neue Generation recycelter Matten vorgestellt. Allerdings hat sich das Unternehmen für die Rückgewinnung von Polyamid entschieden. Dieses wird aus dem Flor von Altteppichen oder unbrauchbarer Fischernetze gewonnen. Sie werden in den Basisrohstoff zurückgeführt, anschließend zu neuen Fasern gesponnen und zum Tuften der Teppiche verwendet.

Emco fertigt seine waschbaren Logomatten aus recyceltem Econyl-Garn. Die Faserherstellung erfolgt nach einem speziellen Verfahren durch die Wiederverwertung von verschiedenen Kunststoffen, die zu High-Twist-Nylon für textile Bodenbeläge ausgesponnen werden. Auch Logomatten in Sonderformen präsentierte Emco.

Neues gab es auch bei Mountville Mills. Die Waschraumservicematten sind laut Unternehmen permanent antibakteriell ausgerüstet und sollen so den Reinigungsaufwand reduzieren. Gerade als ergänzendes Produkt für Wäschereien sei die Matte interessant, so Peter Platen von Mountville Mills.Dipl.-Ing. Sabine Anton-Katzenbach