20 Jahre SoCom Informationssysteme GmbH Mehr als „nur“ Software

Die SoCom Informationssysteme GmbH aus Krumbach feiert 2012 ihren 20. Geburtstag. Der Software-spezialist entwickelt computergestützte Organisationssysteme für Textildienstleister und kann seit der Unternehmensgründung über 300 Softwareinstallationen verbuchen. Jetzt nehmen Wolfgang Faist und Peter Turek, beide geschäftsführende Gesellschafter, die internationalen Märkte ins Visier.

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    Seit Oktober 2011 hat SoCom ein neues Firmengebäude in Krumbach-Niederraunau. Das Unternehmen will gesund wachsen und die Internationalisierung vorantreiben. Foto: SoCom
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    TIKOS ist eine speziell für die Textilpflegebranche entwickelte Softwarelösung, die laut SoCom alle aktuellen Anforderungen einer Wäscherei erfüllt.Bild: SoCom

Mehr als „nur“ Software

Zufrieden blicken Wolfgang Faist und Peter Turek auf eine positive und gleichzeitig moderate Unternehmensentwicklung zurück. Der einstige Ein-Mann-Betrieb hat sich zu einer Firma mit 20 Mitarbeitern entwickelt und gehört zu den Marktführern im Bereich Softwarelösungen in der Textilreinigungsbranche im deutschsprachigen Raum. Schwerpunkt ist nach wie vor Deutschland, doch zunehmend kommen Neukunden im internationalen Umfeld hinzu. Die Softwarelösung TIKOS wird aktuell in acht verschiedenen Sprachen angeboten.

Noch als freier Mitarbeiter für ein Softwarehaus fing Faist auf eigene Kosten an, ein Abrechnungsprogramm für Wäschereien zu entwickeln. Mit dieser Lösung machte er sich später selbstständig und konnte einige Kunden in Baden-Württemberg und Bayern gewinnen, die SoCom zum Teil heute noch betreut. Aus diesem Abrechnungsprogramm auf DOS-Basis hat sich im Laufe der Zeit die Softwarelösung TIKOS in heutiger Form entwickelt.

„TIKOS kann man sich grundsätzlich als einen Baukasten vorstellen, aus dem je nach Anforderungsprofil des Kunden die notwendigen Module herausgesucht werden können“, erläutert Faist. Mittlerweile umfasst dieser Baukasten 40 Module, unter anderem für Flachwäsche, Berufsbekleidung, Bewohnerwäsche, OP-Textilien, Schmutzmatten etc.

Die Anforderungen der Wäschereien an eine Software sind stetig gewachsen, gehen über buchhalterische Aufgaben weit hinaus. Heute stehen Themen wie die Prozesssteuerung im Betrieb, die Lösung von internen sowie externen Logistikproblemen oder das Fuhrparkmanagement im Vordergrund. Auch internetbasierte Kommunikations- und Bestellwege finden immer mehr Einsatz.

„Das vorrangige Ziel beim Einsatz von Software im Unternehmen war zu Anfangszeiten die Zeitersparnis“, erinnert sich Faist. Heute müsse die Software darüber hinaus einen Mehrwert generieren. „Textildienstleister müssen heutzutage weitere Dienstleistungen für ihre Kunden übernehmen, der reine Waschservice tritt immer mehr in den Hintergrund. Beispielsweise muss heute eine Wäscherei für einen Krankenhauskunden das komplette Wäschecontrolling sowie die interne Logistik übernehmen können“, sagt Faist. Ohne entsprechende Softwareunterstützung wäre dies nicht möglich. Hierzu bietet TIKOS ein Controllinginstrumentarium, welches einerseits die innerbetriebliche Transparenz erhöhen soll, andererseits der Wäscherei die Möglichkeit bieten soll, ihren Kunden neue Dienstleistungen zu offerieren. Der Einsatz des Systems ist dabei unabhängig von der Tagesleistung einer Wäscherei - ob 500 kg oder mehr als 50 t Wäsche pro Tag.

Stetiger Entwicklungsprozess

„Die Systementwicklung ist in unserem Unternehmen ein stetiger Prozess, immer wieder werden neue Ideen und Erfahrungen aufgenommen“, sagt Turek. Zwar gebe es irgendwann ein marktfähiges Produkt. Aber damit sei der Entwicklungsprozess nicht beendet. „Zum Beispiel sind heute mit dem Modul ,Mobiles Tourenmanagement‘ Tankauswertungen sowie die Kontrolle von Standzeiten der Fahrzeuge möglich. An solche Anforderungen haben wir am Anfang gar nicht gedacht“, berichtet Turek. Auch Erfahrung spielt bei der Produktentwicklung eine große Rolle. Faist hat den Wäschereibereich von der Pike auf kennengelernt, arbeitet seit 25 Jahren für die Branche. So kennt er aktuelle Branchenanforderungen, kann diesen mit technischen Möglichkeiten begegnen und passende Lösungen generieren.

Mit ihrem weitgefächerten Know-how sieht sich die SoCom Informationssysteme GmbH heute mehr als Unternehmensberatung als als ein reines Softwarehaus. Die Software TIKOS soll aktuell zu rund 95 Prozent die Prozessabläufe in einem Betrieb abdecken können. „Deshalb besteht die Aufgabe insbesondere darin, die betrieblichen Abläufe beim Kunden zu hinterfragen, effizienter zu gestalten und damit Einsparpotenziale aufzudecken“, sagt Turek.

Nachdem die Wäschereisoftware also einen Beitrag zur Unterstützung von komplexen Prozessen leisten kann, hat sich auch der Kundenstamm verändert. Früher zählten kleinere Wäschereien mit Privat- und Objektwäsche zu den Hauptkunden. Heute sind es in erster Linie Großwäschereien mit einem hohen Anteil an Mietwäsche sowie Krankenhäuser und Behinderteneinrichtungen.

Durchgängiges Konzept

Die Unternehmensphilosophie von SoCom ist geprägt von Qualität, Flexibilität und Service. „Gleichzeitig ist eine einfache Bedienbarkeit ein wichtiges Kennzeichen unserer Produkte. Wenn man seine Wäschereisoftware mit einem neuen Modul ergänzt, kann sich der Kunde auch in diesem neuen Modul ganz einfach orientieren“, so Turek. Mit Blick in die Zukunft wird SoCom weiter an den Produktionssteuerungssystemen feilen, damit Wäschereien weitere Einsparpotenziale nutzen können. So soll es bald eine Lösung geben, mit Hilfe derer man die Verweildauer eines Auftrags innerhalb des Betriebs sowie innerhalb einer Kostenstelle abbilden kann. Ein weiterer Entwicklungsschwerpunkt sollen mobile Erfassungssysteme sein. Das Unternehmen wird auch auf der Texcare International in Frankfurt am Main vertreten sein. Hier sollen Produktionssteuerungssysteme, die Erweiterung des Moduls „Reklamationsverwaltung“, Bonusverwaltung, ein Kundendienstmodul für Berufsbekleidung sowie mobile Kommissionierungssysteme im Fokus stehen. „Wir wollen in Frankfurt am Main bestehende Kundenbeziehungen pflegen, aber auch neue Kontakte knüpfen und versuchen, verstärkt das internationale Publikum für unsere Softwarelösung TIKOS zu begeistern,“ so Faist. Ziel der SoCom Informationssysteme GmbH ist es, weiterhin im internationalen Umfeld zu wachsen - jedoch nach wie vor in gesundem Maße.Quelle: SoCom