Ultrahochfrequenz-Technologie RFID hautnah

Im Rahmen eines eintägigen Seminars stellte Deister Electronic im Juni die neue Ära der berührungslosen Wäscheerkennung vor. Das „RFID Hautnah Forum“, das in dieser Form zum ersten Mal in Barsinghausen stattfand, gab einen Einblick in die noch junge Ultrahochfrequenz-Technologie.

Die theoretischen Grundlagen der RFID-Technologie wurden in der Testhalle von Deister Electronic an praktischen Beispielen demonstriert.Foto: Deister Electronic

RFID hautnah

Deister Electronic in Barsinghausen ist auf automatische Identifizierungssysteme spezialisiert. Das Unternehmen bei Hannover setzt für seine Kunden Zutrittskontrollen und Diebstahlschutz um und entwickelt Schlüsselmanagementsysteme. In der Abfallentsorgung ermöglicht der Anbieter Gefäßidentifizierungen, im Transportwesen die Überwachung von Containern. Und seit geraumer Zeit beschäftigen sich die Niedersachsen auch mit der berührungslosen Erkennung von Textilien. Anders als vielfach üblich setzt das Unternehmen dabei nicht auf Systeme im Hochfrequenz-Bereich, sondern hat sich für die langwelligen Ultrahochfrequenzen entschieden. Ziel ist eine zeitgleiche Erfassung großer Stückmengen (Pulkmessung). Diese wird beispielsweise in der professionellen Flachwäscherei gebraucht, weil sie eine hohe Genauigkeit bei der Erfassung und Abrechnung der Textilien ermöglicht. Das Interesse an einer solchen Lösung ist aber auch in der Moppwäsche, bei Fußmatten und der Pflege von Bewohnerwäsche groß. Allerdings ist RFID eine komplexe Technologie, die erhebliche Aufklärungsarbeit bedeutet.

Mit einem speziell für Wäschereien zugeschnittenen Seminar stillt Deister nun den Hunger nach tiefergehenden Informationen rund um die funkbasierte Wäscheerkennung. In einem eintägigen Seminar, das unter dem Motto „RFID Hautnah“ steht, werden Grundlagen vermittelt, Identifikationsmöglichkeiten für Textilien diskutiert und vielfältige Anwendungsbeispiele der RFID-Technik vorgestellt.

Das erste Seminar dieser Art fand im Juni in Barsinghausen statt. Knapp 50 Fachleute waren aus ganz Deutschland angereist, um neben der theoretischen Einführung auch die praktische Anwendung der RFID-Technologie kennenzulernen. Dazu hatte Deister in der unternehmenseigenen Testhalle eine Art Testbetrieb simuliert und branchenübliche Bedingungen nachgebildet. Die unterschiedlichen Prozessschritte waren mit passenden, UHF-basierten Erfassungsstationen ausgestattet. Eine Untertischanlage etwa liest Neuwaren ein; von dort wird sie in die Produktion eingesteuert. Transportbänder, wie sie in vielfältigen Arbeitsschritten einer Wäscherei anzutreffen sind, können hingegen mit Tunnellesegeräten versehen werden. Zum Erfassen der fertigen Touren oder von Lagerware sind Schrankensysteme besonders gut geeignet, die sogar kleinteilige Wäscheposten und nasse Wischbezüge ziemlich genau einzählen.

Einen weiteren Einblick in die Praxis gewährte das niederländische Beratungshaus Mieloo & Alexander. Das Unternehmen hat im Rahmen eines europäischen Förderprojekts eine UHF-Branchenlösung eingeführt und gab den Seminarteilnehmern bei der Abschlussdiskussion praktische Tipps und Hinweise. Dadurch zeichnete sich das „RFID Hautnah Forum“ durch ein ausgewogenes Verhältnis von Theorie und Praxis aus. Eine Wäscherei, die die Einführung einer berührungslosen Teileerfassung erwägt, erhält in einem relativ kurzen Zeitraum einen kompakten Einblick in die Grundlagen der RFID-Technologie. Details jedoch bleiben den Folgegesprächen mit den Spezialisten vorbehalten.

Dipl.-Ing. Sabine Anton -Katzenbach