Die Azubis im dritten Lehrjahr müssen sich in diesem Sommer durch die Abschlussprüfung quälen. Wer im Anschluss nicht in seinem Lehrbetrieb bleibt, dem steht noch dazu die Bewerbungsphase bevor. RWTextilservice erklärt, wie sich zukünftige Chefs überzeugen lassen.
Was kommt nach der Ausbildung?
Wenn es so langsam auf die letzten Monate im Schuljahr zugeht, ist das für die Auszubildenden im dritten Lehrjahr eine besonders spannende Zeit. Die Abschlussprüfungen stehen kurz bevor und man muss sich mit der Frage beschäftigen, wie es nach der Ausbildung weitergeht. In einer glücklichen Lage ist, wer schon vom Chef erfahren hat, dass er übernommen wird und weiter in seinem Betrieb bleiben kann. Wer diese Möglichkeit nicht hat oder sich vielleicht auch bewusst nach einem anderen Betrieb umsehen möchte, wird schon jetzt auf Jobsuche gehen.
Die gute Nachricht für alle angehenden Textilreiniger: In der Branche sind Fachkräfte zweifelsohne gefragt. Wer dann auch im Bewerbungsgespräch eine gute Figur macht und seine Fähigkeiten beim evtl. Probearbeiten beweist, hat sehr gute Chancen, nach der Ausbildung in diesem vielseitigen Beruf bleiben zu können und schnell Verantwortung zu übernehmen.
Christian Himmelsbach führt zusammen mit seinem Bruder Meinrad den Freiburger Traditionsbetrieb Reinigung Himmelsbach. Ein besonderes Anliegen ist ihm die Ausbildung junger Menschen. Dabei engagiert er sich nicht nur im eigenen Betrieb. In der Innung und im Verband bemüht er sich mit anderen Berufskollegen darum, dass den Lehrlingen der Branche eine gute Ausbildung zugute kommt. Gegenüber RWTextilservice verrät er, wie Bewerber bei ihm punkten können. „Natürlich muss ein Bewerber gepflegt zum Gesprächstermin kommen“, erklärt der Textilreinigermeister die erste Grundvoraussetzung. Anzug und Krawatte sind dabei nicht notwendig, wohl aber ein ordentliches und sauberes Erscheinungsbild. „Im Laufe des Gesprächs wird der zukünftige Chef mehr über die Motivation des Bewerbers herausfinden wollen“, sagt Christian Himmelsbach. Auf diese Frage sollten Bewerber also gut vorbereitet sein. Wer hier mit einem Achselzucken antwortet, macht einen schlechten Eindruck. Besser sollten angehende Textilreiniger erklären, was sie an diesem Beruf spannend finden, welche Tätigkeiten sie gerne ausüben und welche positiven Herausforderungen im Berufsalltag warten. Gibt es denn auch absolute No-gos im Vorstellungsgespräch? „Natürlich, wenn z.B. das Handy klingelt“, schmunzelt Christian Himmelsbach. Also, lieber nochmals nachsehen, ob das Telefon wirklich ausgeschaltet ist. Noch viel wichtiger als formale Fragen im Vorstellungsgespräch ist für Christian Himmelsbach aber der Eindruck, den ein Bewerber beim anschließenden Probearbeiten macht. Das gehört bei Himmelsbach und auch in vielen anderen Betrieben der Branche dazu. „Wenn man ein paar Tage zusammen arbeitet, lässt sich schnell erkennen, wie gut sich jemand in das Team einfügen kann und wie engagiert er arbeitet“, erklärt der Unternehmer. Arbeitseinsatz und Teamfähigkeit sind ihm übrigens noch wichtiger als ein Zeugnis voller Einsen. Auch wenn gute Schulnoten natürlich ideale Voraussetzungen sind. Wer im Bewerbungsgespräch bewusst anbietet, zum Probearbeiten zu kommen, zeigt dem zukünftigen Chef schon einmal, dass er keine Scheu hat, seine Leistung zu zeigen. Zu guter Letzt gibt Christian Himmelsbach noch einen wichtigen und hilfreichen Tipp: „Die Unternehmer der Branche sind gut vernetzt und fragen auch schon einmal in dem Betrieb nach, in dem der Mitarbeiter vorher war.“ Das Beste ist also, man hält sich an die Grundsätze, die auch Bundestrainer Joachim Löw von seiner Mannschaft fordert: „Immer Höchstleistungen bringen.“
Vanessa Ebert