FashionCare MarketingClub: Themenschwerpunkt RFID Kleiner Knopf mit großer Wirkung

Im Textilservice ist RFID nicht mehr wegzudenken. Doch ist die Technik auch eine praktikable Lösung für Textilreinigungen? Antworten erhielten die Teilnehmer der ersten Sitzung des FashionCare MarketingClubs in München. Martin Muth öffnete seinen Reinigungsbetrieb, in dem der kleine Knopf bereits zum Einsatz kommt, und sprach offen über seine Erfahrungen.

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    Ein Kunde bringt einen Berg Hemden: Eine gute Gelegenheit, den Vorgang der Annahme in der Praxis zu beobachten.
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    Der Schwerpunkt der Alfa-Reinigung in der Tegernseer Landstraße liegt auf dem Hemdengeschäft.
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    Das Sortiersystem trägt zum effizienten Bearbeitungsprozess bei.
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    Die Ladnerin zeigt den Teilnehmern, welche Daten die RFID-Chips liefern.Fotos: Ebert
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    Manfred Möller von Datamars erklärte die Funktionsweise der RFID-Technik.

Kleiner Knopf mit großer Wirkung

Die Ladenglocke schellt fasst ununterbrochen, als die rund 70 Teilnehmer der ersten Sitzung des FashionCare MarketingClubs die Alfa-Reinigung im Münchner Stadtteil Giesing betreten. Der Besuch des RFID-gesteuerten Textilreinigungsbetriebes von Martin Muth steht als Auftakt des FashionCare MarketingClubs auf dem Programm. Der Schwerpunkt des Betriebes in der Tegernseer Landstraße liegt auf dem Hemdengeschäft. Und gerade hier sieht Martin Muth bedeutendes Potenzial für den Einsatz der neuen Technologie. Mit dem effizienten System könne wirtschaftlicher gearbeitet und Personalkosten können eingespart werden. Im Hinblick auf den drohenden Fachkräftemangel sagte der Unternehmer: „Die Mitarbeiter, die wir bekommen, müssen wir schließlich für die wirklich bedeutenden Aufgaben einsetzen.“


Bereits 36.000 Chips hat der Unternehmer in die Hemden seiner Kunden eingenäht. „Wie steht es denn mit der Akzeptanz der Kunden?“, wollen die Teilnehmer wissen. „Sehr gut“, antwortet der Unternehmer. „Mit Hilfe einer Agentur haben wir vorher abgefragt, wie die Kunden zu dieser Technik stehen“, sagt Martin Muth. Natürlich gebe es einige Kunden, die sich gegen den Chip entscheiden, doch der Großteil lässt sich vor allem durch den günstigeren Preis überzeugen, der sich durch das gechipte Hemd ergibt. Den Chip haben einige Kunden übrigens auch im Vorfeld auf seine Alltagstauglichkeit getestet. Der Tragekomfort sei durch den eingenähten Knopf nicht beieinträchtigt, so die Stimmen der Verbraucher. Schließlich werden die Chips auch an einer jeweils geeigneten Stelle angebracht, z.B. dort, wo sich auch die Ersatzknöpfe befinden. Auch das Fliegen mit Chip funktioniert laut Probanden problemlos. Wichtig sei jedoch, den Kunden über die Technik und ihre Vorteile transparent zu informieren. „Ich würde jedem Betriebsinhaber, der sich für RFID entscheidet, raten, im Vorfeld auf eingehende Aufklärung zu setzen, z.B. durch Anhänger an den gereinigten Hemden“, empfiehlt Martin Muth. Prompt betritt ein Stammkunde mit einem Berg Hemden das Geschäft – fast alle sind bereits mit einem Chip versehen. Für die Kollegen von Martin Muth eine gute Gelegenheit, den Vorgang der Annahme in der Praxis zu beobachten. Muth lässt die Bekleidungsstücke zügig am Lesefeld vorbeigleiten. Alle benötigen Daten erscheinen automatisch auf dem Bildschirm. Doch was so reibungslos aussieht, hat den Unternehmer in der Vergangenheit auch Nerven gekostet.

Pioniergeist und Technikbegeisterung

Wie es oft bei zukunftsweisender Technik so ist, funktioniert auch hier noch nicht alles ideal. „Probleme gibt es zwar nicht mit der RFID-Technik, jedoch mit Soft- und Hardware“, erklärt Muth seinen Kollegen offen. Und obwohl er in der Umstellungsphase enormen Einsatz zeigen und sogar finanzielle Einbußen hinnehmen musste, weil der Betrieb in einer kritischen Phase tagelang geschlossen blieb, hört man aus seinen Worten den Pioniergeist und die Begeisterung für die Technik. „Wenn man solche Technologien nicht ausprobiert, kann man sich nicht weiterentwickeln“, ist Muth überzeugt. „Der erste Schritt ist der wichtigste“, bestätigte auch EFIT-Präsident Friedrich Eberhard und lobte den Mut und das Engagement des Unternehmers.


Chancen sieht Martin Muth für die RFID-Technik ohne Zweifel. Wie diese aussehen könnten, erläuterte er den Teilnehmern des Treffens während der anschließenden Vortragsreihe. Ein Konzept, das Muth mit dem einprägsamen Slogan „Rent a Hemd“ beschreibt, biete interessantes Umsatzpotenzial. Knapp 20.000 Hemden wandern pro Monat über die Theke des Unternehmers. Nach den Erfahrungen des Inhabers tragen die Kunden überwiegend den gleichen Typ Hemden und kaufen Modelle nach den gleichen Mustern nach. „Hier liegt Potenzial für uns als Reiniger“, ist Muth überzeugt. Wenn z.B. die Manschetten des Hemdes verschlissen sind, könnte der Kunde von seinem Textilreinigungsbetrieb ein Angebot über das gleiche oder ein ähnliches Hemd per E-Mail bekommen, so die Vision des Unternehmers. Der Verbraucher könne im nächsten Schritt entscheiden, ob er das Bekleidungsstück kaufen oder auch leasen möchte. Das ausgewählte Hemd kann der Kunde dann bereits ausgepackt, von Nadeln befreit, vorgewaschen und gebügelt in seiner Reinigung abholen.

Daten über Trageverhalten bieten Potenzial

Die Daten, die ein Textilreinigungsbetrieb über das Trageverhalten und die Auswahl von Hemden erhält, würden ein großes Potenzial für dieses Zusatzangebot darstellen. Insbesondere bei der Verwendung von RFID-Chips können das Modell und die Farbe, der Zustand, die Lebensdauer, Reparaturen oder die Größe problemlos und schnell erfasst sowie gespeichert werden. In diesem Zusammenhang sei auch eine Flatrate attraktiv. So könne man dem Kunden die Möglichkeit bieten, jederzeit gut eingekleidet zu sein. Für derartige Angebote über das Internet spricht auch, dass es die nachwachsende Kundengeneration gewöhnt ist, im Internet einzukaufen. Auch EFIT-Geschäftsführer Dr. Volker Schmid zeigte sich begeistert von der Idee. Wichtig sei jedoch, so Schmid, dass die Reinigung bei ihren Kompetenzen bleibe und stattdessen den Schulterschluss mit Partnern übe. „Eine Idee, die für die Zukunft viel verspricht“, konstatierten spontan einige Teilnehmer aus dem Publikum. Möglich macht diese Konzepte die RFID-Technik. Weitere Chancen und Vorteile bietet das RFID-System u.a. für 24-Stunden-Angebote, also die Annahme und Abholung rund um die Uhr. Auch Martin Muth plant bereits ein Angebot nach diesem Konzept. Einen Laden dazu hat er schon angemietet.

ve

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