Mit dem Firmennamen bekennen sich die Geschäftsführer der Wäscherei Colonia zur Heimat und als Dienstleister zur Region. Faires Personalmanagement und ein energieoptimierter Bearbeitungsprozess gehören für Stephan Palmer und Andreas Agridopoulos ebenso zu ihrem Betrieb wie der Dom zu Köln.
Rote, blaue und grüne Scheinwerfer, bunte rotierende Lichtmuster an der Wand, fröhliche Popmusik. Wer die Betriebshalle der Wäscherei Colonia betritt, bleibt erst einmal stehen und lässt die Atmosphäre auf sich wirken. Stephan Palmer, Geschäftsführer und zuständig für das Key-Account-Management sowie die technische Leitung der Wäscherei, schmunzelt. Wenn er Besucher durch seinen Betrieb führt, liegt sein Augenmerk natürlich in erster Linie auf dem modernen Maschinenpark und den installierten Energierückgewinnungssystemen.
Doch gerade die persönliche Note und die mit Liebe zum Detail gestaltete Betriebshalle lassen jeden Besucher erst einmal staunen. „Die Mitarbeiter sollen schließlich in einer angenehmen Atmosphäre arbeiten“, sagt Palmer.
Fantasievolle Lichtkreation in Kölner Wäscherei
Durch die großen Fenster fällt viel Tageslicht, die geöffneten Dachluken lassen frische Luft in die Halle. Und noch eine fantasievolle Lichtkreation fällt ins Auge: Mit strahlendem blauen Licht wird die Faltmaschine von unten indirekt beleuchtet. Viele der Scheinwerfer hat der kunstinteressierte Stephan Palmer erworben, als ein altes Theater den Betrieb einstellte und sämtliche Requisiten und Beleuchtungen im Rahmen einer Versteigerung angeboten wurden. Die ersten Waschmaschinen, die in der Gründerzeit der Wäscherei ihren Dienst taten, hat er übrigens auch als Kunstobjekte inszeniert - sie hängen heute bunt hinterleuchtet an einer Hallenwand und erinnern an die Anfangszeiten.
Auch wenn die Mitarbeiter mit einem Lächeln an der Mangel stehen, regelmäßig vor dem Dienst gemeinsam frühstücken oder an Sommerabenden zusammen grillen - gearbeitet wird effizient und konzentriert.
„Uns ist besonders wichtig, dass unsere Mitarbeiter über wesentliche Vorgänge im Unternehmen gut informiert sind“, erklärt Andreas Agridopoulos einen Aspekt der Firmenphilosophie. Zuständig ist Agridopoulos als Geschäftsführer für den kaufmännischen Bereich und das Qualitätsmanagement. So erfahren die Mitarbeiter, wenn ein neuer Kunde gewonnen oder ein bestehender verloren wurde, welche Projekte als Nächstes realisiert werden und welche Ziele das Unternehmen verfolgt.
Die Mitarbeiter der Wäscherei Colonia sollen den gesamten Prozess im Auge haben und nicht nur einzelne Arbeitsschritte. „Deshalb begleitet mich auch in regelmäßigen Abständen jeweils ein Mitarbeiter zu unseren Kunden“, erklärt Andreas Agridopoulos. „Wenn einmal ein Fehler passiert, ist das für den Mitarbeiter auch keine abstrakte Situation. Im Gegenteil, er weiß dann genau, welche Folgen welcher Fehler beim Kunden hat.“
Wäscherei Colonia: Wie eine große Familie
In der Wäscherei Colonia ist sich jeder Mitarbeiter seiner Aufgabe bewusst und trägt seinen Teil bei. „Wir sind wie eine große Familie“, sagt Andreas Agridopoulos. „Hier arbeiten Männer, Frauen, ältere und junge Mitarbeiter, Behinderte und Nichtbehinderte miteinander.“ Jeder bringt seine Stärken und Fähigkeiten ein. Als die Belegschaft für diesen Beitrag zum obligatorischen Foto antreten soll, lassen sich die rund 25 Mitarbeiter der Wäscherei Colonia nicht lange bitten. Sie präsentieren sich als Mannschaft, die stolz auf ihren Betrieb ist.
Bei aller Freude, die die beiden Geschäftführer und ihre Mitarbeiter an ihrer Arbeit haben - die harten Jahre des Unternehmensaufbaus sind nicht vergessen. „Wir sind in wirtschaftlich schwierigen Zeiten groß geworden“, sagt Andreas Agridopoulos. Die beiden Unternehmer haben keine gutgehende Wäscherei übernommen, sondern ihr Unternehmen selbst auf- und ausgebaut. Der Weg bis hin zum modernen und effizienten Betrieb, wie er heute im Kölner Stadtteil Marsdorf steht, war mit harter Arbeit, Durchhaltevermögen und Einsatz verbunden.
Anfänge als Waschsalon in Kölner Innenstadt
Im Jahr 1993 gründete die Mutter von Stephan Palmer einen Waschsalon in der Kölner Innenstadt. Schnell wuchs der Betrieb und immer mehr Geschäftskunden kamen hinzu. Nach und nach baute die Unternehmerfamilie den Betrieb aus und schaffte neue Maschinen an. Irgendwann wurde sogar der Keller zur Betriebsfläche. Als dann die Kapazitätsgrenze endgültig erreicht wurde, entschloss man sich zum Umzug in größere Räumlichkeiten nach Köln Stammheim.
Doch auch dort wurde das 300 m2 große Gebäude bald zu eng. Die Auftragslage entwickelte sich positiv, das klassische Hotelkundengeschäft wurde sukzessive weiter ausgebaut. Bald standen die Schmutzwäschecontainer in einem zusätzlich angebauten Zelt, weiteres Wachstum war nicht zu realisieren. „Außerdem konnten wir den Wäschefluss nicht nach unseren Vorstellungen organisieren und auch energiesparende Lösungen nicht realisieren“, erklärt Stephan Palmer.
Nach langem Suchen wurden Stephan Palmer und Andreas Agridopoulos, der im Jahr 2004 ins Unternehmen einstieg, fündig. In der Toyota-Allee bot eine Halle mit mehr als 1.200 m2 Fläche die idealen Voraussetzungen. Dem Umzug im Februar 2009 gingen unzählige Gespräche mit Banken, der Handwerkskammer, dem Steuerberater und der Stadt Köln voran. In Zeiten, als die Wirtschaftskrise ihre Wellen schlug, bangten die Geschäftsführer um die Bewilligung eines Kredits. Mit einem durchdachten Konzept und einem detaillierten Businessplan im Gepäck haben sie die Bank dennoch überzeugt.
Fokus auf energiesparende Textilpflege
Heute ist der Betrieb technisch auf dem neuesten Stand. Ein klarer Fokus liegt auf Energieeinsparung und effiziente Prozesse. Mit der Erweiterung der Betriebsfläche konnten auch die Produktionsabläufe und somit die Energieverbräuche optimiert werden. Beispielsweise wurde die Trockenzeit der Wäsche von 25 auf 18 Minuten gesenkt.
Der Wärmetauscher „Energy Optimiser“ von Ecolab kühlt das Abwasser und erwärmt gleichzeitig das Frischwasser auf 55 °C. Am neuen Standort ist die Firma außerdem näher an ihren Kunden, dadurch sparen die Lieferfahrzeuge Kraftstoff.
Für ihr Engagement über den gesetzlichen Rahmen hinaus wurde die Wäscherei Colonia von der Handwerkskammer zu Köln und der RheinEnergie im Mai 2009 mit einem Umweltpreis ausgezeichnet.
Heute bearbeitet die Wäscherei die Segmente Hotelwäsche, Restaurant und Veranstaltungen sowie Bewohnerwäsche. Reine und unreine Seite trennt eine Schleuse, obwohl der Betrieb derzeit noch keine Wäsche aus Krankenhäusern bearbeitet. „Durch die strikte Trennung von reiner und unreiner Seite können wir eine einwandfrei hygienische Bearbeitung bieten und uns ein Wachstum für die Zukunft offenhalten“, sagt Stephan Palmer.
Ziel: Konsequente Kostensenkung
Doch in erster Linie ist nicht Wachstum das Ziel der Geschäftsführer, sondern konsequente Kostensenkung. Vieles haben sie bereits erreicht, doch die nächsten Projekte sind bereits in Planung. Im Rahmen der Verbandszertifizierung des DTV möchte die Wäscherei Colonia eine Zertifizierung gemäß ISO 9001 sowie ISO 14001 (Qualität, Umwelt und Sicherheit) erreichen. Seit dem Start des branchenspezifischen Qualitätskonzeptes vor zwei Jahren wurden mittlerweile 23 Betriebe zertifiziert. In der dritten Runde ist nun auch die Wäscherei Colonia vertreten. „Qualitätsmanagement war bei uns von Anfang an ein großes Thema“, sagt Andreas Agridopoulos. Mit der erfolgreichen Zertifizierung könne man dieses Engagement schließlich auch belegen.
Das Ergebnis eines weiteren Projektes, das vor kurzem abgeschlossen wurde, ist jetzt für alle Interessierten online einsehbar. Mit ihrem neuen Imagefilm bringen die beiden Geschäftsführer ihrer Kundschaft das Leistungsangebot der Wäscherei näher. Öffnen möchten sich die beiden Unternehmen aber nicht nur potenziellen Kunden. Im Rahmen des Kölner Stadtentdeckungsfestivals mit Namen „Expedition Colonia“ war die Wäscherei eine von verschiedenen Stationen. „Als wir angesprochen wurden, ob wir für die Teilnehmer einen Rundgang durch unsere Wäscherei anbieten möchten, waren wir zuerst skeptisch“, erinnert sich Andreas Agridopoulos.
Expedition Colonia: Rundgang in der Wäscherei
Schließlich ließ man sich doch auf das Experiment ein. Wer die beiden Geschäftsführer begeistert von ihrem Betrieb und ihrer Arbeit sprechen hört, kann sich vorstellen, dass sie den Besuchern einen lebendigen Eindruck vermittelt haben. Die Unternehmer zeigten Maschinen im Einsatz, ließen ihre Besucher auch selbst einmal an die Mangel und erklärten Energierückgewinnungskonzepte.
„Anschließend saßen wir noch lange in unserem Besprechungsraum zusammen, erinnert sich Andreas Agridopoulos. „Ich war richtig beeindruckt, wie interessiert die Teilnehmer an unserer Branche waren. Neu war vielen, dass wir pro Kilogramm Wäsche nur 6 l Wasser verbrauchen, haushaltsübliche Maschinen dagegen 18 bis 24 l.“ Die besten Führungen der „Expedition Colonia“ wurden übrigens auch schriftlich festgehalten und sollen in Kürze als Buch veröffentlicht werden - mit dabei ist natürlich auch die Wäscherei Colonia.