Mit dem Sprung ins Berufsleben eröffnet sich endlich die Chance, die eigenen vier Wände zu beziehen. Wenn die Finanzierung für die erste Wohnung steht, wartet bereits die nächste Hürde: Das Suchen und Finden der neuen Bleibe. RWTextilservice erklärt, wer für welchen Wohnungstyp geeignet ist und was sich hinter den Abkürzungen in Wohnungsanzeigen wirklich verbirgt.

Einzelgänger oder WG-Bewohner?
Für die Wohnungssuche eignet sich natürlich am ehesten das Internet. Hier können schnell und unverbindlich Preise und Lage eingeholt werden. Aber bevor man sich zu sehr auf die Suche im Netz versteift, lohnt es sich, auch einen Blick in die Lokalzeitung zu werfen. Viele Vermieter nutzen immer noch Anzeigen in Printmedien, um auf Wohnungsangebote aufmerksam zu machen. Insbesondere wenn der neue Wohnort eher abgelegen oder unbekannt ist, lohnt sich ein Blick in den Wohnungsteil der Lokalpresse. Man sucht unter Umständen etwas länger, aber manchmal verbergen sich hier echte Perlen.
Entscheidet man sich hingegen für die Suche im World Wide Web ist eher ein Überangebot das Problem. Internetportale, die bei der Wohnungssuche helfen, gibt es wie Sand am Meer, doch welche bringen einen wirklich weiter? Große Portale wie z.B. Immobilienscout24.de oder immonet.de sind gute Anfangspunkte, um sich einen Überblick über Preise und Größe der Wohnungen zu verschaffen. Doch besonders hier muss das Angebot kritisch abgewogen werden. Viele Vermieter stellen auf diesen Internetportalen nicht selbst ihre Angebote ein, sondern überlassen dies professionellen Maklerfirmen. Überdurchschnittlich häufig findet man daher Wohnungsangebote, die Courtage (Begriffserklärung zu „Courtage“ siehe Infokasten „Wohnungssuche: Tipps ...“) beinhalten und beschönigend beschrieben sind. Da kann „das Einkaufszentrum in Laufreichweite“ schon einmal eine halbe Stunde entfernt sein und die „praktische Küchenkombination“ eine Dusche neben dem Herd bedeuten.
Wer ein auf Auszubildende zugeschnittenes Angebot (d.h. kleines Zimmer für wenig Geld oder WGs) sucht, findet dies z.B. bei wg-gesucht.de oder bei zwischenmiete.de. Hier werden auch häufig möblierte Zimmer vermietet.
Damit stellt sich schon die nächste wichtige Frage beim Auszug aus dem trauten Heim: Allein oder WG? Wer in eine fremde Stadt zieht und dort noch niemanden kennt, findet in der WG praktischerweise schon erste Kontakte und muss sich in der Regel auch nicht um Telefon- und Internetanschluss kümmern. Günstiger sind WG-Zimmer zudem auch noch. Auf der anderen Seite ist eine WG auch immer ein ziemliches Risiko. Wird man sich mit den neuen Mitbewohnern arrangieren können? Wie findet man die Balance zwischen Ordnungsfanatikern und Putzmuffeln, zwischen Partygängern und Bücherwürmern? WG-Leben bedeutet neben netter Geselligkeit eben auch viel Kompromissbereitschaft, wenig Privatsphäre und allseits unbeliebte Putzpläne.
Bevor man sich Hals über Kopf in die erste WG stürzt, sollte man sich bewusst werden, ob man sich überhaupt vorstellen kann, Dusche, Bad und WC mit mehreren wildfremden Menschen zu teilen. Für introvertierte Einzelgänger ist das WG-Leben sicherlich nichts und auch wer einen großen eigenen Hausstand mitbringt, wird es schwer haben, sich in den „Mikrokosmos WG“ einzuleben. Wer aber Lust auf etwas Neues hat und sich selbst als eher flexibel einschätzt, wird mit etwas Ausdauer auch die geeignete WG für sich finden.
Natürlich hat auch die eigene Wohnung ihre Vor- und Nachteile. Auf der Negativseite schlägt natürlich der Preis zu Buche. Während die günstigsten WG-Zimmer schon für 100 Euro Warmmiete zu haben sind, liegt der Preis für Einzimmerwohnungen meist über 200 Euro zuzüglich Nebenkosten. Auch höhere Kautionskosten sind die Folge. Eine neue eigene Wohnung muss zudem komplett ausgestattet werden.
Dafür bietet die eigene Wohnung allerdings auch ein höheres Maß an Privatsphäre und Unabhängigkeit. Der neue Lebensabschnitt „Ausbildung“ ermöglicht es meist, leicht Kontakte zu Gleichaltrigen zu finden. Und wer lädt neue Kollegen nicht lieber in die eigenen vier Wände ein, als in die unaufgeräumte WG-Großküche? Letztendlich hängt die Entscheidung, welchen Wohnungstyp man bevorzugt, von der eigenen Persönlichkeit und dem Umfang des Geldbeutels ab.Jennifer Zimmermann