Vom 23. bis 24. September lud intex zum Herbsttreffen nach Koblenz. Gleichzeitig beging der Verband sein zehnjähriges Gründungsjubiläum. Von Anfang an war Annette Imhoff im Präsidium engagiert. Nun legt die Unternehmerin die Verantwortung in andere Hände. Thematisiert wurden in der Mitgliederversammlung außerdem die aktuelle Wirtschaftslage sowie die Fortschritte der einzelnen Arbeitsgruppen.
Zehn Jahre Industrieverband
Ziemlich genau zehn Jahre ist her, dass industriell geführte Unternehmen der Textilpflegebranche den Industrieverband Textil Service e.V., kurz intex, gegründet haben. Eine der Gründerpersonen war Annette Imhoff, Geschäftsführerin von Larose, Köln. Seit der Geburtsstunde des Verbandes engagierte sie sich im Präsidium und stand neun Jahre als Präsidentin des Verbandes in der Verantwortung. „Sie werden verstehen, dass ich nach so langer Zeit gewillt bin, die Verantwortung einmal in andere Hände abzugeben“, erklärte die Unternehmerin auf der Mitgliederversammlung in Koblenz. Bis zu den Neuwahlen übernimmt der bisherige Vizepräsident Claus Dietrich von CWS boco kommissarisch die Präsidentschaft. „Vieles von dem, was wir uns in den vergangenen zehn Jahren vorgenommen haben, ist erreicht worden, vieles liegt aber noch vor uns“, resümierte Annette Imhoff. An die Mitglieder schickte sie einen Appell: „Wir dürfen nicht nachlassen und sollten alles daransetzen, den Verband zu stärken, damit die Mitglieder, die Branche und letztlich die textilen Dienstleister einen wirklichen Nutzen haben.“ Dr Jürgen Daum verabschiedete „eine führende und treibende Kraft für die Branche“ aus dem Präsidium. Im Namen des gesamten Verbandes bedankten sich Dr. Jürgen Daum und Claus Dietrich für das Engagement in den vergangenen Jahren.
intex-Geschäftsführer Klaus Jahn stellte den Mitgliedern anschließend den Geschäftsbericht vor und blickte dabei zunächst auf die gegenwärtige konjunkturelle Lage. Der Umsatz der Branche war im Jahr 2007 teilweise erheblich gestiegen. Auch 2008 hatte sich diese Entwicklung in leicht abgeschwächter Form fortgesetzt. „Für 2009 ist im Durchschnitt nicht mit weiterem Wachstum zu rechnen“, prognostizierte Klaus Jahn. „Die meisten Unternehmen dürften zufrieden sein, wenn sie eine schwarze Null erreichen“. Betroffen vom Einbruch seien vor allem Dienstleister, deren Kunden zu einem großen Anteil aus den Bereichen Automobil- und Zuliefererindustrie kommen. Auch Unternehmen, die Kunden aus dem höheren Preissegment der Hotellerie und Gastronomie bewaschen, leiden unter Einbrüchen. Es zeichne sich ein Trend zum Downgrading ab, d.h., viele Übernachtungsgäste sparen und wählen die nächstgünstigere Variante. Andererseits profitiere die deutsche Touristikbranche davon, dass aus Kostengründen wieder mehr Urlaub in Deutschland verbracht wird. Im Gesundheitswesen habe die Branche mit den bekannten Einflüssen zu kämpfen. Sinkende Betten- und Belegungszahlen sowie die Konkurrenz mit der Einwegindustrie sind die Herausforderungen in diesem Geschäftsfeld. Chancen sieht Jahn im wachsenden Pflegesegment: „Dieser teilweise nicht einfach zu bearbeitende Bereich beschert moderate bis gute Zuwächse.“
Im Hinblick auf Einmaltextilien sieht Klaus Jahn einen verstärkten Wettbewerbsdruck. Dies gelte im Hinblick auf die Schweinegrippe nicht mehr allein für den medizinischen Sektor, sondern in allen Bereichen, in denen textile Handtuchrollen Einsatz finden. Negativ bewertete Jahn die Empfehlung des Robert Koch-Instituts, zum Schutz vor einer Ansteckung mit dem neuen Virus lieber Einmalhandtücher zu verwenden. „Hier besteht in Sachen Lobbying akuter Handlungsbedarf“, schloss er.
Positiv bewertet Jahn die gemeinsamen Anstrengungen von Dienstleistern, Herstellern und Zulieferern, um Wasser- und Energiekosten weiter zu senken. Vorrangige Aufgabe sei es, die Kosten in den Griff zu bekommen. Darüber hinaus müssen Kundenbedürfnisse erkannt und befriedigt werden: „Maßgeschneiderte, anwendungsorientierte und betriebswirtschaftlich praktikable Lösungen müssen geschaffen werden.“
Jahn richtete seinen Blick auch auf die Verbandsaktivitäten des vergangenen Jahres. Zweifelsohne war der Mindestlohn eines der Kernthemen des vergangenen Geschäftsjahres. Weiteres Bestreben war es, gesellschaftliche Verantwortung, kurz CSR („Corporate Social Responsibility“), als festen Bestandteil des Handelns zu integrieren. Hier habe man mit dem Verbandsleitbild einen wichtigen Grundstein gelegt. In der Zukunft sollen diese Bemühungen noch weiter ausgebaut werden. In seiner Funktion als Dienstleister für seine Mitgliedsbetriebe hat intex die dritte Auflage des Branchenkompendiums mit Kennzahlen aus der Branche veröffentlicht. Erfolge habe der Verband auch in seiner Funktion als Lobbyist und Kontaktplattform erreicht.
In den verschiedenen Initiativen und Arbeitsgruppen arbeiten Experten aus dem Textilservice sowie aus den Herstellerunternehmen an den Herausforderungen der unterschiedlichen Dienstleistungsbereiche. Andreas Schumacher berichtete über die Initiative „intex med“. Im vergangenen Jahr habe man hier u.a. erfolgreich Kommuniaktions- und Marketingarbeit betrieben, auf die Normungsarbeit Einfluss genommen und eine Wirtschaftlichkeitsstudie zu OP-Textilien erstellt, um Argumente für die Mehrwegseite zu untermauern. In Zukunft möchte die Gruppe weiter am Schwerpunkt OP-Textilien arbeiten, zudem andere Bereiche der Wertschöpfungskette in der Gesundheitswirtschaft einbeziehen. Neben OPs im Krankenhaus wurden auch medizinische Versorgungszentren und die ambulante Versorgung als weitere Zielgruppen definiert.
Seit dem Jahr 2008 werden, wie Ruben Höpfer dem Publikum berichtete, in der Intitiative „intex workwear“ verschiedene Maßnahmen im Bereich der Berufsbekleidung gebündelt und gelenkt.
Ziel der Projektgruppe Konfektion/textile Kette ist es, Größentabellen für Damen-, Herren- und Unisexbekleidung zu vereinheitlichen. Basierend auf den DOB- und HAKA-Maßtabellen wurden die intex-Körpermaßtabellen erstellt, die als Grundlage für die Konstruktion der intex-Modelle dienen. Im Rahmen des Projektes „Size Germany“ haben die Hohenstein Institute eine repräsentative Reihenmessung durchgeführt. Die Ergebnisse gelten in erster Linie für Konfektionäre, die im Verbrauchersegment tätig sind. intex arbeitet nun daran, den Mitgliedern Ergebnisse zu bieten, die auch für die Ausstattung von Trägern von Berufsbekleidung interessant sind. Ziel der Projektgruppe persönliche Schutzausrüstung ist das nachhaltige Verstärken des gemeinsamen Marketings der textilen Dienstleistung im Bereich PSA. In Zukunft sollen die Kompetenz und das Produkt-Know-how des Textilservices erheblich zunehmen. Hierfür soll eine umfangreiche Sammlung an Argumenten für die industrielle Aufbereitung von PSA erstellt und kommuniziert werden.
Nach dem Muster der Initiativen „intex med“ und „intex workwear“ wurde auch die Inititiative „horeca“ ausgebaut. Sie bündelt und lenkt alle Maßnahmen im Bereich Hotel, Gastronomie und Catering. In der Projektgruppe Flachwäsche werden Anforderungen erarbeitet, um das Beschaffen und das industrielle Bearbeiten von Flachwäsche unter Einbeziehen der Einflüsse von Waschmittelinhaltsstoffen und Verfahrensparametern zu vereinfachen. Hier werden u.a. Mangelversuche durchgeführt.Vanessa Ebert