Europäische Forschungsvereinigung Innovative Textilpflege e.V. (EFIT) Kooperation in der textilen Kette

Friedrich Eberhard, 1. Vorsitzender der EFIT, freute sich auf der diesjährigen Jahresmitgliederversammlung und Fachtagung über eine gute Nachricht: Der Konfektionär HUGO BOSS will FashionCare-Betriebe künftig noch stärker unterstützen.

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    86 Teilnehmer reisten zur Jahresmitgliederversammlung an.
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    1 Friedrich Eberhard begrüßte die Mitglieder auf Schloss Hohenstein.
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    2 Jasmin Qaud: „Die Branche hat seit Jahren mit Auftragsrückgängen zu kämpfen. FashionCare ist die Antwort darauf.“
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    3 Eva Schmitzer: „HUGO BOSS unterstützt die FashionCare-Betriebe mit Serviceleistungen wie z.B. Ersatzteillieferungen oder bei der Reklamationsabwicklung.“
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    5 Dr. Manfred Huppertz:Auch in Zeiten der Schweinegrippe besteht kein aktuelles Hygieneproblem für die Textilreinigung im organischen Lösemittel.
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    4 Lars Reuter hat mit der Reinigungsmaschine Ipura gute Erfahrungen in der Praxis gemacht.
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    6 Jürgen Tagge hat die Ipura und ihre Arbeitsweise genau in Augenschein genommen.

Kooperation in der textilen Kette

86 Mitglieder der Europäischen Forschungsvereinigung Innovative Textilpflege e.V. (EFIT) trafen sich am 27. Juni auf Schloss Hohenstein zur Jahresmitgliederversammlung und Fachtagung, die unter dem Motto „Kooperation in der textilen Kette“ stand. Als roter Faden zog sich das Qualitätssicherungs- und Kundenbindungsinstrument FashionCare durch die Veranstaltung.

„FashionCare ist derzeit das beste System für eine qualitätsgesicherte Textilreinigung“, erklärte Friedrich Eberhard. Die finanziellen Vorteile, so der 1. Vorsitzende, seien mit diesem Kundenbindungssystem um ein Vielfaches größer als bei der Vorkasse und die Neuwertgarantie von drei Jahren auf Textilien stelle eine enorme Sicherheit für den Kunden dar. Einen Einblick in den aktuellen Stand des Projektes und die Arbeit des EFIT-Teams gab Jasmin Qaud von der EFIT.

„Die Branche hat seit Jahren mit Auftragsrückgängen zu kämpfen“, erklärte die Referentin. „FashionCare ist die Antwort darauf.“ Für das Gelingen des Projektes war es wichtig, starke Partner mit ins Boot zu holen. „Wir haben die Bekleidungsindustrie informiert, Einzelhandelsorganisationen angesprochen und zusammen mit den Textilreinigern die Einzelhändler vor Ort im persönlichen Gespräch überzeugt“, führte Jasmin Qaud aus. Um das Konzept vorzustellen, war das Team der EFIT europaweit unterwegs. Und das mit Erfolg: Der niederländische Textilreinigerverband NETEX beginnt nun ebenfalls mit der Umsetzung von FashionCare.

Bestätigung erfuhr das Team außerdem von CINET, dem internationalen Komitee für Textilpflege und Dachverband der nationalen Verbände für die Textilpflege. Im Rahmen der Messe Clean Show 2009 in New Orleans prämierte CINET Ideen, die Wege aus der Krise versprechen. Mit FashionCare hat EFIT diesen mit 10.000 Dollar dotierten Preis für „die beste Idee, um die Krise zu stoppen“ gewonnen und wurde für ihr Engagement ausgezeichnet. Für die Zukunft wünscht sich Jasmin Qaud noch mehr Textilreiniger, die sich FashionCare anschließen, um eine flächendeckende Verbreitung des Systems zu erreichen. Zudem werde man weiter daran arbeiten, starke Partner aus Einzelhandel und Bekleidungsindustrie zu gewinnen.

Friedrich Eberhard freute sich, mit Eva Schmitzer von HUGO BOSS die Vertreterin eines solchen starken Partners begrüßen zu dürfen. „HUGO BOSS unterstützt das Konzept von FashionCare, denn die Bekleidungsindustrie braucht als nachgelagerten Spezialisten die Textilreinigung“, erklärte Eva Schmitzer, die bei EFIT auch das Amt der stellvertretenden Vorsitzenden wahrnimmt. FashionCare biete dem Bekleidungshersteller die Sicherheit, mit qualitativ hochwertigen Fachbetrieben zusammenzuarbeiten und diese beruhigt weiterempfehlen zu können. In Anlehnung an ein bereits früher bestehendes After-Sales-Serviceprojekt hat HUGO BOSS nun die Vereinbarung mit FashionCare getroffen, Serviceleistungen wie z.B. Ersatzteillieferungen oder Unterstützung bei der Reklamationsabwicklung für die FashionCare-Betriebe zu bieten. „Ebenso werden wir den Austausch zwischen Handel und Textilpflege fördern und Adressen von Händlern zur Verfügung stellen. Die Teilnehmer erhalten außerdem zur Unterstützung ihrer Aktivität ein Schriftstück über die Zusammenarbeit zwischen FashionCare und HUGO BOSS“, führte Eva Schmitzer aus. „Wir sehen FashionCare als Chance, eine Zusammenarbeit zwischen Bekleidungsindustrie, Textilfachhandel und Textilpflegebranche langfristig und im Sinne der Endkunden auf- bzw. auszubauen, die für viele Hersteller genutzt werden kann“, fügte die Referentin an. Voraussetzung dafür sei aber, dass es viele Betriebe gibt, die mitmachen. Das Konzept lege den Grundstein für eine professionelle Verbreitung in Deutschland und europaweit.

Friedrich Eberhard und Dr. Volker Schmid, Geschäftsführer EFIT, dankten der Referentin für das Engagement des Herstellers. „Mit diesem Empfehlungsschreiben hat sich HUGO BOSS klar zur EFIT bekannt“, erklärte Eberhard. „Nun wurde hoffentlich ein Initial gezündet, das weitere Hersteller bewegt, ebenfalls diesen Weg zu beschreiten.“ Auch Anna Nieß, Vorsitzende DTB (Dialog Textil Bekleidung) und Mitglied des EFIT-Verwaltungsrates, machte Mut: „Wir sind auf einem hervorragenden Weg“, sagte sie.

Für die Zukunft sieht Dr. Volker Schmid weiteres Potenzial im Bereich Businessbekleidung. „FashionCare braucht ein flächendeckendes, für alle angeschlossenen Mitglieder bindendes Vorteilsangebot für überregionale Unternehmen, deren Mitarbeiter Businessbekleidung tragen.“ Wie in der Mitgliederversammlung beschlossen wurde, wird EFIT künftig Rahmenverträge für Businessbekleidung mit dem Angebot schließen, dass jeder Mitarbeiter dieser Firmen bei seinen ersten sechs Besuchen in der Regel eine Gutschrift von je 5 Euro erhält.

Doch nicht nur über FashionCare wurden die Teilnehmer in Hohenstein informiert. Dr. Manfred Huppertz von BÜFA Reinigungssysteme referierte über ein aktuelles Thema, das derzeit Verbraucher und Unternehmer weltweit bewegt. Er referierte über das neue Virus der Schweinegrippe und beantwortete die Frage, ob eine Textilreinigung hygienische Vorsorgemaßnahmen treffen kann und muss, um ihre Kunden zu schützen. Die gute Nachricht vorweg: Es besteht kein aktuelles Hygieneproblem für die Textilreinigung im organischen Lösemittel. Wie Dr. Manfred Huppertz ausführte, wird das Virus der Mexikanischen Grippe, die in den Medien meist Schweinegrippe genannt wird, als Tröpfcheninfektion übertragen. Durch Husten und Niesen verbreiten sich die Viren von Mensch zu Mensch. Eine Ansteckung über die Kleidung sei zwar nicht der Hauptinfektionsweg, doch könne eine Infektion durch „mit Influenzaviren belasteter Kleidung“ nicht ausgeschlossen werden. Im Normalfall landen die Textilien eigentlich nicht in der Textilreinigung, denn influenzaverdächtige Personen werden isoliert und deren Textilien entsprechend der Richtlinien des Robert Koch-Institutes für Seuchenfälle behandelt. „Wenn dennoch ein Textil den Weg in die Reinigung findet, ist die Textilreinigung aber gut in der Lage, die Keime in den Griff zu bekommen“, erklärte Dr. Huppertz. Wichtig sei es, Mitarbeiter in puncto Hygiene gut zu schulen. Dazu gehören z.B. hygienisch einwandfreie Arbeitsbekleidung, das regelmäßige und gründliche Händewaschen und ein sauberer Arbeitsplatz. Ebenfalls eine wichtige Rolle spiele die Maschinenwartung, so müsse z.B. der Wasserabscheider häufig genug gesäubert werden.

Um Maschinentechnik ging es in den nächsten beiden Vorträgen. Besonders vor dem Hintergrund der Qualitätssicherung durch FashionCare taucht die Frage nach dem geeigneten Maschinenpark auf. Multimatic bietet seit zwei Jahren eine Reinigungsmaschine des italienischen Herstellers ILSA unter dem Namen Ipura an. Diese arbeitet nicht mit Bädern, das KWL-Lösemittel wird vielmehr durch spezielle Düsen auf die rotierende Ware gesprüht und in der erwärmten Trommel zerstäubt. „Die Ipura bewegt derzeit die Branche“, erklärte Friedrich Eberhard. Für EFIT ein Grund, die Technik zu thematisieren.

Lars Reuter von der Textilpflege H. + M. Reuter und Obermeister der Textilreinigerinnung Hamburg berichtete über den Einsatz der Maschine in der Praxis und Jürgen Tagge informierte über verschiedene Tests, die er durchführte, um die Ipura zu beurteilen.

Lars Reuter ist kein Unbekannter in der Branche, seit 1992 ist er Textilreinigermeister und seit 1996 in Hamburg selbstständig. „70 Textilreiniger haben die Ipura bereits im Einsatz, Ende des Jahres werden voraussichtlich 100 Maschinen auf dem Markt sein“, berichtete er. „Die Ipura sollte in der Branche als neue Technik akzeptiert werden“, so die Meinung des Unternehmers. Mit der neuen Reinigungstechnik habe er in der Praxis gute Erfahrungen gemacht. Die Textilpflege H. + M. Reuter bearbeitet täglich zahlreiche Krawatten und Binder in der Maschine. Vor allem hier zeige sich eine gute Qualität des Reinigungsergebnisses. „Die Krawatten werden wieder wie neu“, berichtete er. Auch die niedrigen Energiewerte sind für Lars Reuter ein Argument.

Auch Jürgen Tagge hat die Ipura und ihre Arbeitsweise genau in Augenschein genommen. Er beurteilte die Ware visuell nach der Reinigung mit vorheriger Detachur, führte einen Geruchstest mittels eines Baumwollfrottiertuches durch und maß die Schmutzentfernung und -rücklagerung mit Textgeweben. Jürgen Tagge beschrieb zuerst den optischen Eindruck: „Das Warenbild gleicht dem einer Badreinigungsmaschine“, erklärte er. „Es waren keine Rückstände von Detachiermitteln sichtbar.“ Beim Messen der Schmutzrücklagerung erzielte die Ipura jedoch im Gegensatz zur Badmaschine ein schlechteres Ergebnis. Dennoch lagen die Vergrauungswerte im zulässigen Bereich, auch das Geruchstestgewebe war unauffällig, das KWL im Arbeitstank glasklar. Aber, so schränkt Tagge ein, die Reinigungstestgewebe zeigten teilweise nicht nur messbare, sondern zum Teil auch sichtbare Abweichungen vom Standard-Badverfahren. Die vorliegenden Ergebnisse lassen demnach noch keine abschließende Beurteilung der Maschine zu. EFIT wird in Zusammenarbeit mit Herstellern und Hilfsmittellieferanten weitere Untersuchungen der Ipura durchführen und die Ergebnisse ihren Mitgliedern zur Verfügung stellen.Vanessa Ebert