Seminar bei Ecolab Im Kampf gegen Bakterien

Wäschereien, die für Krankenhäuser und Altenheime arbeiten, tragen eine große Verantwortung: Für Patienten, für Ärzte - für die eigenen Angestellten. Hygiene ist für solche Betriebe enorm wichtig, denn verunreinigte Wäsche kann tödlich sein. Ein desinfizierendes Waschverfahren ist dabei nur ein Punkt.

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    Im neuen Customer Experience Center zeigt Ecolab, wo es überall Verunreinigungen geben kann. Foto: Ecolab
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    Für die Desinfektion der Textilien muss die richtige Kombination aus Chemikalien und Wärme verwerndet werden.Foto: Schmidt

Im Kampf gegen Bakterien

Die Gefahr ist unsichtbar: In Krankenhäusern und Heimen klebt das Risiko an Betten und Türgriffen, steckt in Laken und Arztkitteln. Die Rede ist von Keimen, Bakterien und Viren. In einem Industrieland wie Deutschland sterben nach aktuellen Zahlen der Gesellschaft für Krankenhaushygiene jedes Jahr mindestens 30.000 Menschen an einer Infektion, die sie sich im Krankenhaus geholt haben. Alle, die mit Materialien aus Krankenhäusern oder auch Altenheimen in Berührung kommen, müssen daher besondere Vorkehrungen treffen. Das wurde auch beim Basisseminar von Ecolab Ende März 2014 in Monheim deutlich.

Textilien aus Krankenhäusern und Altenheimen sind grundsätzlich infektionsverdächtig - oder infektiös. In Deutschland müssen Wäschereien, die mit Krankenhaus- oder Altenheimwäsche arbeiten, bestimmte, vom Robert Koch-Institut festegelegte, Standards erfüllen. Die meisten Wäschereien sind zudem mit dem Gütesiegel RAL GZ 992/2 zertifiziert. Denn die Anforderungen an die Hygiene sind in diesen Betrieben besonders hoch. Das gilt für die Waschverfahren, die Mitarbeiter wie auch die Wäscherei als solche. Damit will der Gesetzgeber sicherstellen, dass nur hygienisch saubere Wäsche an die entsprechenden Einrichtungen geliefert wird, um das Infektionsrisiko zu verringern. „Die schlechte Nachricht ist: Bakterien verdoppeln sich bei optimalen Verhältnissen alle 20 Minuten“, erläutert Frank Everts, European Training Manager der Abteilung Textile Care von Ecolab. Und diese optimalen Verhältnisse finden Erreger in Wäschereien leider fast immer: Es ist warm, feucht und es gibt viele Ecken und Spalten, in denen sie sich einnisten können. „Bleibt auch nur ein Bakterium auf der Wäsche zurück, war der Waschprozess in dieser Hinsicht umsonst.“

Die Textilien kommen kontaminiert in die Wäscherei und sollen sie ohne krankheitserregende Keime wieder verlassen. Damit das klappt, müssen sämtliche Bereiche des Betriebes darauf eingestellt sein. Die Grundlage aber: das desinfizierende Waschverfahren.

„Alle Wäsche aus Krankenpflegebereichen muss prophylaktisch desinfizierend gewaschen werden“, sagt Everts. Am häufigsten würden dazu die chemothermischen Verfahren herangezogen, also eine Kombination aus Temperatur und Chemie. Dadurch werden die krankheitserregenden Keime während des Waschens abgetötet. Üblicherweise brauchte man dafür eine Temperatur von 60 bis 70 °C. Vor einigen Jahren hat Ecolab das „Performance 40“-Verfahren auf den Markt gebracht, mit dem laut Unternehmen die Bakterien schon bei 40 °C absterben.

Große Verantwortung für Patienten

Ist die Wäsche erst einmal keimfrei, muss sie es auch bleiben. Also müssen die Räumlichkeiten so gestaltet sein, dass desinfizierte Textilien nicht mit nichtdesinfizierten in Berührung kommt. Reiner und unreiner Bereich müssen also nach den RAL-Anforderungen durch Schleusen getrennt sein. Auch an Maschinen dürfen sich keine krankmachenden Keime befinden. Sie müssen daher regelmäßig desinfiziert werden. Ebenso gelten für die Mitarbeiter besondere Hygienevorschriften, denn auch sie können Krankheitserreger an sich tragen. Um die loszuwerden, genügt Händewaschen alleine nicht. „Sie müssen die Hände desinfizieren: Bei Arbeitsbeginn, nach jeder Pause, nach der Toilettenbenutzung, nach dem Schnäuzen, nach der Abfallentsorgung und bei jedem Zutritt in den reinen Bereich“, mahnt der Seminarleiter. Nur so könne man sicherstellen, dass keine Bakterien mit der sauberen Wäsche in Berührung kommen. Die Angestellten, die mit Krankenhaustextilien umgehen, tragen also eine große Verantwortung für die Patienten.

Zugleich müssen aber auch sie selbst vor den krankmachenden Bakterien geschützt werden, die mit den Textilien in die Wäscherei kommen. In Deutschland dürfen Wäschereimitarbeiter Krankenhaustextilien nicht sortieren. Die Wäsche muss also vorab vom Krankenhauspersonal vorsortiert werden.

Damit all die Vorgaben eingehalten werden, haben die meisten Krankenhauswäschereien einen eigenen Hygieniker. Bei externen Betrieben übernimmt diese Aufgabe meist ein zertifizierter Kontrolleur, der Geräte und Mitarbeiter auf Bakterien überprüft. Und nicht zu vergessen: Auch die LKW müssen desinfiziert sein, sonst war alle Mühe umsonst. Für die Patienten bedeutet das eine große Gefahr. Everts: „Die, die das kontrollieren, verhalten sich deshalb vollkommen spaßfrei.“Mirabell Schmidt

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