Führung durch die Lehr- und Versuchswäscherei von Ecolab Gratisenergie in jeder Wäscherei

Mitarbeiter von Ecolab zeigten den Teilnehmern des diesjährigen Seminars „Energieeinsparung in Wäschereien“ von wfk und DTV im Rahmen einer Führung durch die Lehr- und Versuchswäscherei, was es heißt, energieeffizient zu waschen.

Wasser- und Energieexperte Ralf-Erbo Knop erklärt den Seminarteilnehmern die Filtertechnik des Aquamiser. - © Wörrle

Gratisenergie in jeder Wäscherei

Die Luft ist trocken und warm, es riecht nach Wäschestärke. Waschmaschinen schleudern und rattern, es zischt. Auch wenn sie offiziell Lehr- und Versuchswäscherei heißt, ist auch der normale Wäschereiablauf hier Realität. Etwas anders ist vielleicht, dass alle Maschinen ordentlich nach Funktionen beschriftet sind. Sie werden ununterbrochen kontrolliert, alle Vorgänge werden aufgezeichnet und später ausgewertet.

Für die Teilnehmer heißt es zu Beginn rein in die obligatorische Garderobe, die weißen Kittel, die auch alle Wäschereimitarbeiter tragen müssen. In drei Gruppen werden sie durch die verschiedenen Abteilungen geführt. Im Keller geht es los. Dort zeigt Wasser- und Energieexperte Ralf-Erbo Knop, wie bei Ecolab das Abwasser der Wäscherei wieder aufbereitet wird. Der Aquamiser recycelt das Wasser aus der Presse, das dann statt neuem Frischwasser eingesetzt werden kann. Die Maschine kann 6 m3 Wasser in der Stunde verarbeiten. Dann hat Ralf-Erbo Knop plötzlich die Hand voller bunter Kunststoffringe, es sind die eigentlichen Filter der Anlage. Je nach Farbe haben die Ringe eine andere Körnung und filtern die unterschiedlich feinen Stoffe, wie Flusen, Farben oder Chemie, heraus.

Insgesamt ist das Wassersystem der Wäscherei ein geschlossener Kreislauf. Der Dampf wird nicht nach draußen abgeleitet, sondern zusätzlich genutzt. Mit dem sogenannten „Vent Optimiser“ wird auch die Wärme des Abwassers aufgefangen und als zusätzliche Energie ins System eingespeist. „Zwei Drittel der Energie in einer Wäscherei werden im Finishprozess verbraucht“, erklärt Christian Roth von Ecolab. Die Abwärme davon nennt er im Falle einer Wiederverwertung „Gratisenergie“. Durch den „Vent Optimiser“ sollen sich zwischen fünf bis acht Prozent Energie von der Gesamtleistung einsparen lassen. Dann geht es hinein in die Wäschereihalle und man muss aufpassen, dass man nicht über eine der vielen Aluminiumwägen voller Bekleidung und Wäsche stolpert oder mit einem Bekleidungsstück zusammenstößt, das auf einem Bügel von einer Waschstation zur nächsten fährt. Hier stellt Christian Roth das System „Performance Ultimate“ vor, die „dampflose Waschstraße“. Sie vermeidet Energieverluste, da kein Wasser verdampft und damit keine Energie verloren gehen kann. Die Wärme kann direkt genutzt werden. „Energieeinsparungen von bis zu 40 Prozent“, erläutert Christian Roth, sind damit im Vergleich zu anderen Waschstraßen möglich. Der Gesamtenergieverbrauch liegt dabei unter 0,8 kWh pro Kilogramm Wäsche.

In der Lehr- und Versuchswäscherei von Ecolab wird die Berufsbekleidung der Henkelbediensteten und aller anderen Firmen, die auf dem Gelände angesiedelt sind, gewaschen. Zusätzlich auch teilweise deren Privatbekleidung, Leasingwäsche, die Wäsche der großen Kantine, die Tischwäsche der Henkel-Casinos und Wäsche von Altenheimen und Krankenhäusern. Es wird nicht nur für Versuchszwecke gewaschen. „Wir bewegen uns hiermit auch auf dem freien Markt“, so Christian Roth. „Dadurch, dass wir alles hier haben, können wir auch in allen Bereichen forschen“, sagt Wäschereileiter Andreas Schall, der als dritter Experte einen Teil der Betriebsführung übernimmt. Er berichtet über die Geschichte der Versuchswäscherei, über den Ablauf dort und über die Tests mit der Wäsche, deren Auswertungen die Forschungsinstitute von wfk und Hohenstein übernehmen. „Die Tests und deren Auswertungen zeigen uns an, wo wir etwas verändern können oder müssen“, so der Wäschereileiter. Nach den Tests und der detaillierten Auswertung beginnt dann die Entwicklung der neuen Maschinen.

Um die Abläufe in der Lehr- und Versuchswäscherei, das Waschen, Trocknen, Bügeln und Falten der Wäsche, genau überprüfen zu können, hat Ecolab eine eigene Software entwickelt. Mit H.E.L.M.S. wird in der Wäscherei eine Echtzeitüberwachung der Waschstraße möglich. Die Prozesse werden überwacht, dokumentiert und können dann direkt ausgewertet werden. „Damit kann man eine Wäscherei von zu Hause aus leiten“, erläutert Andreas Schall.

Am Ende der Führung wirft jeder Teilnehmer seinen weißen Kittel in einen der vielen Aluminiumwägen und schickte ihn damit auf die spannende Reise durch die Energiesparwäscherei.

Jana Tashina Wörrle