Menschen mit intellektuellen Beeinträchtigungen können an technischen Geräten selbstständig und zuverlässig arbeiten, wenn ein gewisses Maß an Kontinuität gegeben ist. Dem Einsatz in der Praxis sollte eine gründliche, dem Verständnis der Beschäftigten angemessene Erläuterung der Abläufe vorausgehen.
3 Im Spätsommer dieses Jahres begeht die Werkstatt „Pleißenaue“ der Lebenshilfe für geistig Behinderte Altenburg e. V. ihr 20-jähriges Bestehen am Standort Windischleuba. Neben Abteilungen für die Holz- und Metallbearbeitung, einer Druckerei, einer Näherei und einer Küche gibt es auch eine Wäscherei, in der elf junge Frauen mit intellektuellen Beeinträchtigungen in Lohn und Brot stehen. „Die meisten Beschäftigten arbeiten schon seit vielen Jahren bei uns und sind sehr zuverlässig“, berichtet Elke Schaller, die als Fachkraft für Arbeits- und Berufsförderung die Arbeitsabläufe organisiert.
Die Wäscherei mit unreinem und reinem Bereich ist mit moderner Technik von Hagspiel & Dobler und Electrolux Professional ausgestattet. „Wir haben uns auf dem regionalen Markt etabliert und pflegen mit Ausnahme von Krankenhaus- und Pflegeheimwäsche alles, was man waschen kann“, so Schaller. Zum Kundenkreis gehören Kindergärten, Betriebe der Lebensmittelbranche und Gastronomen wie auch Arztpraxen und Haushalte.
Persönliche Stärken fördern
Wöchentlich werden rund 1.500 kg Wäsche gepflegt; zusätzlich etwa 200 kg Bettwäsche und andere große Flachteile zum Mangeln angeliefert. „Unsere Kunden haben einen hohen Qualitätsanspruch. Deshalb waschen wir sämtliche Teile desinfizierend nach RKI-Kriterien“, erläutert Schaller. Nicht minder hohe Ansprüche werden an das Finishing gestellt: „Insbesondere Gastronomen und Ärzte sind penible Kunden. Tadellos gemangelte Tischtücher und gefinishte Kittel sind gewissermaßen ‚Visitenkarten‘ für ihre Nutzer“, unterstreicht die Wäschereileiterin. Durch intensives Training gelang es ihr, den Beschäftigten das notwendige Bewusstsein für Qualität und Pünktlichkeit zu vermitteln: „Wie jeder andere Betrieb werden auch wir an unserer Leistungsfähigkeit gemessen.“ Um Menschen mit beeinträchtigten intellektueller Fähigkeiten erfolgreich in einen Produktionsprozess einzubinden, ist Kontinuität oberstes Gebot. Schaller sagt: „Wenn die Frauen erst einmal eine Tätigkeit gelernt haben, führen sie sie mit großer Zuverlässigkeit und hoher Motivation aus.“ Andererseits sollen in der Werkstatt auch persönliche Ressourcen und Stärken gefördert werden. Deshalb steht keine der Frauen täglich am gleichen Platz, sondern alle werden je nach Auftragslage und nach ihren individuellen Fähigkeiten in unterschiedlichen Produktionsstadien eingesetzt. Der stetige Wechsel beugt zudem Nachlässigkeit und Demotivation infolge von Routine, Monotonie und Isolation vor.
Einfache Bedienung und gute Ergebnisse
Als wenige Jahre nach der Eröffnung der Wäscherei an den beiden Bügelstationen das zunehmende Auftragsvolumen kaum noch zu bewältigen war, wurde ein Finisher von Electrolux Professional installiert. „Die Leistungskapazitäten im Finishing mussten erweitert werden, ohne aber die Frauen mit allzu komplizierter Technik zu überfordern“, erläutert Schaller. Zum Einsatz kam damals eine Profi-Bügelpuppe, die bei einfacher Bedienung gute Ergebnisse gewährleisten sollte. „Die Arztkittel, Businesshemden und andere Teile wurden geglättet und es mussten nur noch die Kragen, die Manschetten und die Knopfleisten aufgebügelt werden“, berichtet die Wäschereileiterin. Der Finisher war jahrelang störungsfrei im Einsatz. Vor sieben Jahren entschied sich die Werkstattleitung, in ein neues Gerät zu investieren. „Wir erwarben ein Gerät der neuesten Generation“, so Schaller. Die „Puppe“ habe mehr Power als die Vorgängerin. Insbesondere schätzen die Bediener aber, dass nicht mehr wie bei der „Veteranin“ Holzbügel in die Ärmel eingeführt werden müssen, sondern pneumatische Ärmelspanner den Arbeitsablauf verkürzen und die Bedienung erleichtern. Separate Anpressleisten für Kragen, Knopfleisten und den Rückenschlitzbereich gewährleisten ein glattes Finish, wodurch der Zeitaufwand an den Bügelstationen auf ein Minimum reduziert wird. 7