Antworten darauf, was LOG-Zahlen sind und was sie bedeuten, gab es im Mai. Dem schließt sich die nächste Hygienefrage an: Was sind Keimindikatoren und wie lässt sich damit der Wert der Keimreduzierung ermitteln?
In der Ausgabe des Monats Mai wurde das Thema LOG-Stufen behandelt. Es ging um die Fragen, was genau eine LOG-Stufe ist und was das Ergebnis über die keimreduzierende Wirkung des Reinigungsprozesses aussagt. Klar ist nun also, welche Werte was bedeuten. Aber wie werden diese Werte genau ermittelt und welche Hilfsmittel sind dazu erforderlich? Das ist Thema der Hygienefrage im Juni. Dazu zunächst ein kleiner Ausflug in die Wäscherei: Ob durch das Waschverfahren eine Keimreduzierung stattgefunden hat oder nicht, wird mit Hilfe von Keimindikatoren überprüft. Dabei handelt es sich um Baumwollläppchen, die mit einer bekannten Menge an Keimen kontaminiert werden. Dieses Baumwollläppchen vergleicht man mit der Situation nach der Wäsche. Die Keimreduzierung kann dann in den sogenannten LOG-Stufen ausgedrückt werden. Das Verfahren in der Wäscherei ist ausgereift, die Ergebnisse verlässlich. Verschiedene Versuche auf die gleiche Art und Weise, also ebenfalls mit den kontaminierten Baumwollläppchen, die Keimreduzierung im organischen Lösemittel zu überprüfen, sind jedoch gescheitert. Das ist vermutlich durch die Art der Fixierung der Bakterien auf dem Läppchen begründet.
Da jedoch immer mehr danach streben, auch in der Textilreinigung das Verfahren in Bezug auf die Hygiene und Keimreduzierung kontrollieren zu können, hat man sich mit diesem Ergebnis nicht zufrieden gegeben. Es wurden weitere Versuche durchgeführt. Dabei kamen andere Keimindikatoren zum Einsatz: geschlossene Biomonitore (Des-Controller KT-4S) von Meducomp. Der Unterschied zu den vorher genannten Indikatoren ist, dass diese Keimträgerläppchen von einer semipermeablen, also einer halbdurchlässigen bzw. teilweise durchlässigen Membran umschlossen sind. Während die Keime die Membran nicht durchdringen können, dringen jedoch die beim Reinigungsprozess wirkende Hitze sowie die Chemikalie, also das organischen Lösungsmittel, ein. Dies kann gegebenenfalls eine Keimreduzierung hervorrufen. Die sogenannten Des-Controller besitzen vier voneinander getrennte Kammern. In jeder dieser Kammern befindet sich, wie auch auf den Indikatoren für die Wäscherei, ein Baumwollläppchen mit einer bekannte Menge an Keimen. Je nach Kammer sind 1.000, 10.000, 100.000 und 1.000.000 Keime eingebettet. Bevor diese Biomonitore jedoch in der Lösungsmittelflotte während der Reinigung ihre Wirkung entfalten können, muss die Membran konditioniert werden. Dazu müssen die Monitore zehn Sekunden unter kaltes Leitungswasser gehalten werden. Nach dem Reinigungs- und Trockenprozess in der Maschine werden die einzelnen Keimträger dann auf einem Nährboden unter definierten Bedingungen bebrütet. Im Gegensatz zur zuvor beschriebenen Methode bei der Wäscherei wird hierbei nicht die Anzahl der überlebenden Keime ermittelt. Ausschlaggebend ist ausschließlich, ob bei den jeweiligen Läppchen auf dem Nährboden ein Keimwachstum zu beobachten ist. Die Ergebnisse der einzelnen Kammern werden miteinander verglichen. Auf dieser Grundlage ist es möglich, eine Aussage über die Keimreduktion zu treffen: Wenn z.B. bei dem Keimläppchen mit 1.000 Keimen kein Wachstum beobachtet wird, jedoch bei dem mit 10.000 Keimen, so liegt eine Keimreduktion von 3 LOG-Stufen vor.
Obwohl vorangegangene Untersuchungen gezeigt haben, dass der bloße Kontakt zum Lösungsmittel keine keimreduzierenden Wirkung hat, ergaben Tests, dass im geschlossenen Verfahren – also durch Reinigung im Lösungsmittel und Trocknung – eine signifikante Keimreduktionen erzielt werden kann. Das ist u.a. auf die bei der Trocknung herrschende hohe Temperatur zurückzuführen. Weitere Untersuchungen sind im Gange. Ziel ist es, auch für den Bereich der Reinigung im organischen Lösungsmittel eine optimale Methode zu entwickeln und so mehr Prozesssicherheit geben zu können. Neue Methoden sollten jedoch vergleichbar mit der in der Wäscherei etablierten sein. Die ersten Resultate sind recht beruhigend. Dennoch sind die weiteren Einflüsse im Arbeitsablauf der Textilreinigung nicht zu unterschätzen, die ebenso positive wie negative Einflüsse auf eine Keimverminderung haben können. In der nächsten Ausgabe werden wir deshalb die hygienischen Bedingungen außerhalb der Maschine näher betrachten.
Infos: www.efit-textilpflege.de
