Wäscherei im Krankenhaus der Augustinerinnen, Köln Im Zeichen des Mopps

Hygiene in Krankenhäusern – ein wichtiges Thema. Dass dafür die Keimfreiheit der Reinigungstextilien eine ganz grundlegende Rolle spielt, vergessen viele. Ein Besuch im Krankenhaus der Augustinerinnen in Köln bringt die Unwägbarkeiten zu Tage, mit denen die Moppwäscherei dort zu kämpfen hat.

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    Arbeiten Hand in Hand: Betriebsleiterin Ulrike Hensel und Servicetechniker Jörg Büttgen. Foto: Schmidt
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    Klein, aber effektiv: Täglich wandern mehrere Tausen Mopps und Tücher durch den Waschraum.

3 Manchmal muss es schnell gehen, erzählt Ulrike Hensel. Die Betriebsleiterin bei der Gebäudereinigungsfirma KDA-Service wäscht mit ihren Mitarbeitern im Krankenhaus der Augustinerinnen in Köln Reinigungsutensilien. Und ganz besonders schnell muss es gehen, wenn eine der Maschinen ausfällt. Wenn also eine Waschmaschine steht und sich Wischmopps und Tücher stapeln, ist die Arbeit von Jörg Büttgen, Inhaber der Wäschereitechnik Büttgen sowie Vertriebs- und Servicepartner von Schulthess, gefragt. Nicht etwa, weil die Maschinen unzuverlässig wären. Hensel machen die typischen Probleme einer Krankenhauswäscherei zu schaffen: Technische Störungen und Fremdkörper in der Wäsche bringen die zwei Waschmaschinen und den Trockner von Schulthess immer wieder zum Stillstand.

Waschmaschinen im Dauereinsatz

Sie habe alles schon in der Wäsche gehabt, erzählt die Betriebsleiterin: Einmalhandschuhe, Kanülen, Glasscherben, Knochenstückchen und geronnenes Blut. Zwar sortieren die Mitarbeiter der Gebäudereinigungsfirma die Wäsche vor, in der Eile kommt es jedoch immer wieder vor, dass sie etwas übersehen. Denn die Maschinen sind im Dauereinsatz. Rund 2.500 Wischmopps und 1.200 Tücher müssen täglich in den jeweils 20 kg fassenden Waschmaschinen gereinigt werden.

In manchen der 20 Einrichtungen, die Hensel betreut, gibt es nur eine Waschmaschine. Da entsteht schnell Rückstau. Und durch die hohen Laufzeiten passiert immer wieder etwas, denn die Waschmaschinen laufen oft – wie im Krankenhaus der Augustinerinnen – an sieben Tagen in der Woche. Ein Mitarbeiter der Gebäudereinigungsfirma ist dort für die Aufbereitung zuständig und damit in Vollzeit beschäftigt. In Krankenhäusern gibt es allerdings hohe hygienische Anforderungen an die Gebäudereinigung. Das Robert Koch-Institut füllt darüber ganze Seiten mit Vorgaben. Und Grundlage für eine hygienische Gebäudereinigung sind hygienisch saubere Reinigungsutensilien. Denn ist der Mopp nicht frei von krankheitserregenden Keimen, verteilen die Reinigungskräfte beim Putzen die Bakterien und Viren im ganzen Krankenhaus. Für Patienten kann das lebensgefährlich sein.

Dosieranlage bringt Sicherheit

Auch für die Reinigungstextilien sowie die Moppwäsche gibt es also Vorgaben (siehe Kasten). Sämtliche Reinigungstextilien müssen desinfizierend gewaschen und getrocknet werden nach den Richtlinien des Robert Koch-Institutes (RKI). Einmal im Jahr wird die Wäscherei kontrolliert: Prüfer kommen, testen Waschverfahren und nehmen Proben von Tüchern und Wischmopps. Für die Dosierung der Waschmittel gibt es in der Wäscherei im Krankenhaus der Augustinerinnen seit etwa sechs Jahren eine Dosieranlage. So könne man sich darauf verlassen, dass alles zusammenpasst: Temperatur, Flotten und die Dosierung. Doch auch bei der Lagerung der sauberen Textilien ist die Hygiene zu beachten. Nach der Trockung werden die Mopps und Tücher daher in desinfizierten Containern gesammelt und pro Station in Netze verpackt.

Nur: Die Mopps werden sehr schwer, wenn sie nass sind. Da passiert es schnell, dass die Maschinen von den Mitarbeitern überladen werden. In Extremfällen heißt es dann wieder Einsatz für Servicepartner Büttgen. Er weiß inzwischen, bei welchen Einrichtungen „die Hütte brennt“, wenn eine Maschine stillsteht, sagt er. Da kann es auch schon einmal vorkommen, dass bei Büttgen gleich in der Früh das Telefon klingelt. Denn Hensel braucht ihn dann –und zwar schnell.