Klaus Eder mag Menschen. Um deren Sicherheit geht es letztendlich beim Thema Datenschutz. Dies wird meist leidenschaftslos und am liebsten aus der Ferne betrachtet. Wie schnell Emotionen hochkochen, wenn es zur gerichtlichen Auseinandersetzung kommt, weiß der Experte nur zu gut. Dass es so weit erst gar nicht kommt, ist sein Anliegen als Unternehmensberater.

3 Die Vorgaben im Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) zum Schutz von personenbezogenen Daten lassen keinen Raum zur Interpretation. Sie sind eindeutig in den Paragraphen geregelt, an die sich Unternehmen halten müssen. In kaum einem anderen Bereich gebe es allerdings so viel Beratungsbedarf, so Klaus Eder. Wer in diesem Metier beratend tätig sei, brauche vor allem die Erfahrung, wie und in welcher Form Daten in Informations- und Kommunikationssystemen verwendet werden, wo Risiken und mögliche Schwachstellen liegen.
Klaus Eder verlässt sich auf Fakten. Die Datenwelt in Unternehmen ist seine. Schon als Studierender war er mittendrin, studierte Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Organisationslehre/Datenverarbeitung an der Fachhochschule in Landshut und in Chelmsford, England. Heute lebt er in der Nähe von Landshut mit seiner Lebenspartnerin und ihren beiden Kindern.
Bereits während des Studiums arbeitete er als Assistent der Geschäftsführung eines mittelständischen Unternehmens in der Elektroindustrie und schrieb dort seine Diplomarbeit. Anschließend übernahm er im selben Unternehmen die Verantwortung für die Bereiche IT, Qualitätsmanagement, Umweltmanagement und Personal.
Fasziniert von der Organisation
In komplexen Systemen und Fragestellungen einen roten Faden zu behalten, liegt ihm. Klaus Eder denkt analytisch und findet kreative Lösungen. Sein Interesse am Aufbau und der Wirkung von Managementsystemen wurde während des Studiums geweckt. Mit der Einführung eines solchen Systems in das Unternehmen, für das er tätig war, vertiefte er seine Kenntnisse. Die Idee und Konsequenz, sich mit seinem Exklusiv-Know-how selbstständig zu machen, lag nahe. „1994 war die Einführung eines Managementsystems noch eine aufregende Sache“, erinnert er sich. Drei Jahre später gründete er Intrasys gemeinsam mit seinem Partner Jörn Rambach. Beste Referenzen hat Klaus Eder nicht zuletzt durch seinen Lehrauftrag an der Hochschule Landshut. Seine Faszination für die Organisation von Unternehmen, Organisationspsychologie und Prozessmanagement fallen auch hier auf fruchtbaren Boden. Wir reden von hochkomplexen, sozio-technischen Systemen, deren Elemente und Prozesse in Richtung Erfolg ausgerichtet werden sollen, erklärt Eder. Entscheidend für die praktische Umsetzung sei die reibungslose Kommunikation mit den Menschen in Unternehmen, Institutionen oder Verbänden, die dafür verantwortlich sind. Deren Projekte voranzubringen, sei spannend und stets eine Herausforderung mit besten Erfolgsaussichten.
Klaus Eder ist gradlinig, ganz sicher aber flexibel. Seine Beratungsschwerpunkte haben sich im Laufe der Jahre immer wieder verändert. Angefangen hatte er mit der Spezialisierung auf Qualitäts- und Umweltmanagement. Den Bereich Arbeitssicherheit mit seiner Vielzahl gesetzlicher Regelungen überlässt er mittlerweile seinen Mitarbeitern. Themenbereiche, denen er sich derzeit intensiv widmet, sind „Integration von Managementsystemen“ und „Datenschutz“.
Wie weit eine erfolgreiche Integration von Managementsystemen greife, beweise die Zertifizierung der Verbandsmitglieder des Deutschen Textilreinigungs-Verbands (DTV), Bonn. „Mittlerweile profitieren mehr als 50 textile Dienstleister bundesweit davon“, betont er. Deren Leistungsstandard in den Bereichen Qualität, Umwelt, Arbeitssicherheit und Hygienemanagement sei gesichert, der Imagegewinn selbstredend.
Die Grundlage für Vertrauen schaffen
Im Wirtschaftsfeld Textilpflege ist Klaus Eder bereits seit 1998 aktiv und längst zu Hause. Eines der ersten Projekte mit Intrasys war die Optimierung eines bestehenden Managementsystems einer renommierten Wäscherei. Seither blickt das Beratungsteam auf zahlreiche Erfolgsprojekte in den Bereichen Projektmanagement, Qualitäts- und Umweltmanagement, Arbeitssicherheit und Datenschutz ISO 9001 und ISO 13485 zurück und lebt vom Empfehlungsmarketing.
Der Kontakt zum DTV war 2004 über die Arbeit als Kooperationspartner bei der Erarbeitung eines RABC-Handbuchs für die Textilbranche entstanden. In diesem Kontext wurden die ersten Konzepte für eine Verbandszertifizierung diskutiert. Seit 2008 betreut Intrasys alle Unternehmen im DTV-Zertifizierungsverbund: „Es hat fast ein Jahr gedauert, bis das Konzept reif für die Umsetzung war und die erste Pilotgruppe starten konnte. Die Zusammenarbeit mit den Zertifizierungsgesellschaften musste gesichert sein und die QM-Dokumentation praxistauglich.“ Klaus Eder schuf die Grundlage für ein vertrauensvolles Miteinander, von der ersten Stunde an. Stolz ist er vor allem auf die Leistungen seiner Mitarbeiter, die es möglich machten, eine einzigartige Managementlösung für kleine und mittelständische Wäschereien und Reinigungen zu entwickeln. Durch das Zertifikat haben sie Zugang zu Märkten, die für sie in der Vergangenheit unerreichbar schienen.
Eine Branche mit besonderer Dynamik
Natürlich arbeite Intrasys auch in anderen Wirtschaftsfeldern, mit Vorliebe allerdings in der professionellen Textilpflege. In keiner anderen Branche habe er bisher so viele positive Erfahrungen gemacht. Sie habe eine spezielle Dynamik, der Austausch mit den Akteuren sei sehr direkt, es werde nicht sinnlos taktiert. Klaus Eder will, dass es vorangeht. Nicht restriktiv, sondern konstruktiv und empathisch. Ihm liegt daran, die Interessen und Bedürfnisse der Entscheider zu verstehen. Sein Ziel ist es, im kompetenten Team zukunftsorientierte Managementsysteme wie die Verbandszertifizierung zu entwickeln, um Unternehmen unbürokratisch zu entlasten und Markttüren zu öffnen.
Für ihn als Unternehmer sei es ebenfalls selbstverständlich, soziale Verantwortung zu tragen, insbesondere für seine Mitarbeiter. Wege gemeinsam zu gehen, Menschen zu fördern und zu motivieren, sei sein Leitmotiv, oder mit einem Wort: „Machen!“ Als Berater bleibe er grundsätzlich neutral und unabhängig. Er müsse seinem Kunden die Wahrheit sagen dürfen. Nur so sei Beratung zielführend, ist sich Eder sicher. Selbst, wenn es manchmal wehtut.
Bewusstsein für Datenschutz stärken
So sei auch das Thema Datenschutz nicht eines der beliebtesten. Dennoch will Klaus Eder das Bewusstsein dafür stärken, dass gerade hier proaktives Handeln erforderlich ist. Viele Unternehmer in der Textilpflegebranche seien sich über die möglichen Auswirkungen, die eine Vernachlässigung der Pflichten aus dem Datenschutz mitbringen kann, nicht im Klaren. In letzter Instanz sei es das Ziel, Zeit, Energie und möglicherweise viel Geld für Abmahnungen oder Schadenersatzklagen zu sparen. Praxisbewährte Lösungen für den Datenschutz als Baustein bestehender Managementsysteme gebe es bereits. Was vielfach fehle, so Eder, sei das Verständnis für die Notwendigkeit.
RWTextilservice hat Klaus Eder zur kurzen Skizzierung der Bedeutung des Datenschutzes für Unternehmen befragt.
RWTextilservice: Herr Eder, warum ist betrieblicher Datenschutz so wichtig?
Klaus Eder: Die aktuellen Studien zeigen ein sehr interessantes Bild zum Thema Datenschutz. Einerseits erfährt das Onlineshopping enorme Zuwächse, Social Media boomt und die Smartmeter optimieren in Zukunft den Energieverbrauch in Häusern. Andererseits sind nach aktuellen Umfragen 57 Prozent der europäischen Befragten besorgt darüber, dass ihre Daten nicht sicher sind. Diese Situation hat Auswirkungen auf Unternehmen, da sich 44 Prozent der Befragten inzwischen weigern, ihre persönlichen Daten online preiszugeben. Ein gutes Drittel macht sogar gezielt falsche Angaben, um seine Privatsphäre zu schützen.
RWT: Worauf müssen Unternehmen achten?
Eder: Unternehmen müssen die Sicherheit der Daten ihrer Kunden und Mitarbeiter durch die Einhaltung der entsprechenden Richtlinien und Prozessen gewährleisten. Datenpannen bedeuten immer einen großen Imageschaden und ziehen Schadenersatzklagen nach sich. Sensible Bereiche sind beispielsweise Berufsbekleidung oder Bewohnerwäsche aus Altenheimen.
Welcher Kunde oder Mitarbeiter auf welcher Station hat welche Konfektionsgröße? Wie häufig wechselt der Mitarbeiter seine Bekleidung? Wie hat sich die Konfektionsgröße des Mitarbeiters in den vergangenen Monaten verändert? Aus solchen Fragestellungen ergeben sich personenbezogene Daten, die geschützt werden müssen.
RWT: Was empfehlen Sie konkret?
Eder: Die Grundlage de Datenschutzes bildet eine ausführliche Ist-Analyse. Die IT-Infrastruktur ist dabei zu dokumentieren. Unternehmen müssen klare schriftliche Richtlinien zum Umgang mit personenbezogenen Daten erstellen. Die Regelungen reichen dabei vom Umgang mit USB-Sticks über die Verwendung von Smartphones bis hin zum E-Mail-Verkehr. Dazu gehört aber auch
die Sensibilisierung der Mitarbeiter bezüglich Phishing, also dem Versuch, über gefälschte Webseiten, E-Mails oder Kurznachrichten an persönliche Daten zu gelangen und damit Betrugsdelikte
zu begehen. Der erste Schritt ist in jedem Fall eine kompetente Beratung.
RWT: Vielen Dank für das Gespräch.