Kein Waschprogramm ist so perfekt, als dass es nicht noch verbessert werden könnte. Deshalb integriert CHT im Rahmen des vorausschauenden Wartungsservice immer wieder neueste wissenschaftliche Erkenntnisse und Produkte in die Waschprozesse. Nur durch regelmäßige, gezielte Optimierungsmaßnahmen können Effizienz, Waschergebnisse und Kundenzufriedenheit auf hohem Niveau gehalten werden.
3 Regelmäßige Kontrolle ist das A und O. Alle zwei Monate besuchen Andreas Bauer und Matthias Uhlendorf die Wäschereien der DBL Kuntze & Burgheim Miettextilien in Hannover und in Hermsdorf bei Magdeburg, um die Dosieranlagen und die Waschprozesse zu kontrollieren. „Unser vorausschauender Wartungsservice gewährleistet einen störungsfreien Betrieb“, unterstreichen die beiden Außendienstmitarbeiter der CHT R. Beitlich GmbH, Tübingen. Dies schließt jedoch Optimierungsmaßnahmen nicht aus. Mitunter soll für einen neuen Kunden die Waschchemie zusammengestellt werden. Oder aber ein neues Produkt von CHT wird im Betrieb getestet. Aber auch Labortests zur Klärung von Schadensursachen gehören zur Dienstleistungspalette des süddeutschen Chemieherstellers.
Die Geschäftsleitung von Kuntze & Burgheim hatte vor sechs Jahren beschlossen, die Lieferung der Waschchemie einem Dienstleister zu übertragen. Bis dahin waren sämtliche Waschmittel selbst zusammengestellt worden. Der Firmengründer
Fritz Kuntze war gelernter Kaufmann und Drogist und schwor
auf eigene Rezepturen. „Diese Tradition ist von 1928 bis in die jüngste Vergangenheit beibehalten worden“, erzählt Geschäftsführer Jan Kuntze. Nach der Besichtigung einer Musterdosieranlage von CHT entschloss sich dann aber die Geschäftsleitung, die Firma CHT als Lieferant und Dienstleister mit ins Boot zu holen: „Das System hat uns wegen seines kompakten Aufbaus überzeugt“, so Kuntze. Anders als die im Haus entwickelte Dosieranlage verfügt das innovative Dosiersystem von CHT nur über einen Schlauch, der mehrere Waschmaschinen mit präzise nach dem jeweiligen Programm zusammengestellten Chemiemischungen versorgt.
Die Reduzierung auf einen Schlauch ermögliche eine enorme Ersparnis von Spülwasser. Ein weiterer Vorteil sei die Verwendung ausschließlich flüssiger Produkte. „Die modulare Zusammenstellung aus verschiedenen Komponenten ist schon vorher in unserem Haus üblich gewesen. Allerdings haben wir für manche Waschprogramme flüssige und pulverförmige Chemikalien kombiniert“, erinnert sich Jan Kuntze. Aufgrund dessen fielen die Dosierergebnisse nicht immer so präzise wie gewünscht aus, auch wurde für das Ausspülen der Chemierückstände aus den Schläuchen erheblich mehr Wasser verbraucht.
Weniger Waschmittel, weniger Spülwasser
Gegenwärtig werden an beiden Standorten jeweils 40.000 Berufsbekleidungsteile und einige tausend Schmutzfangmatten pro Woche aufbereitet. Wegen der guten Auftragslage wird in Hermsdorf zum Sommer dieses Jahres eine weitere Halle fertiggestellt, welche die 2002 in Betrieb genommene Produktionsstätte entlasten soll. Trotz stetig wachsender Auftragsdecke konnte durch die Umstellung auf das neue Dosiersystem vor sechs Jahren der Verbrauch von Waschmitteln und Spülwasser gesenkt werden.
Notwendig war allerdings eine maßgeschneiderte Anpassung an CHT-Produkte: „Unter der Prämisse, dass wir unsere seit vielen Jahren bewährten Waschprogramme weiterhin nutzen wollten, galt es passende Alternativen zu unserer hausgemachten Chemie zu finden“, unterstreicht Kuntze. Möglich macht dies die Auswahl von zehn Komponenten aus einer Palette von rund 200 CHT-Produkten für die Wäschereibranche, die in der Dosieranlage ständig verfügbar sind und je nach Waschprogramm in unterschiedlichen Mischungsverhältnissen kombiniert werden.
Seitdem wird bei jedem Kontrollbesuch im Betrieb die Ist-Situation analysiert und im Anschluss mit der Geschäftsleitung ein „To-do-Gespräch“ geführt. So wurden seit der Inbetriebnahme des Systems die Rezepturen immer wieder optimiert: „Mit unseren Neuentwicklungen reagieren wir unmittelbar auf neueste wissenschaftliche Erkenntnisse. Kein Wunder, dass wir bei unserem Kunden mittlerweile die gesamte Waschchemie Schritt für Schritt gegen aktuelle Produkte ausgetauscht haben“, berichtet Andreas Bauer.
Die Nähe zum Puls der Zeit kommt nicht von ungefähr: Neben der Entwicklung und Produktion von Waschchemie beschäftigt sich CHT auch mit chemischen Herausforderungen aus der Siebdruckindustrie sowie der Farben- und Lackproduktion, der Textilherstellung und -ausrüstung, Reinigung und Pflege und anderen Branchen. „Insgesamt umfasst unser Portfolio mehr als 5.000 Produkte. Durch den Blick über den Tellerrand hinaus können wir immer wieder Synergien nutzen“, sagt Matthias Uhlendorf.
Für Öko-Waschmittel fehlt noch der Markt
Nur ein Beispiel: Nach der Veröffentlichung einer Studie, der zufolge der Kontakt mit auf C8-Basis hergestellten Fluorcarbonen im Verdacht steht, das Krebsrisiko signifikant zu erhöhen, entwickelte CHT für die hydrophobe Ausrüstung von Textilien ein Alternativprodukt auf C6-Basis. „Unsere Entwicklungsabteilung informiert sich weiterhin über die neuesten wissenschaftlichen Ergebnisse zu diesem Thema und arbeitet mittlerweile an der Entwicklung einer fluorcarbonfreien Harzimprägnierung“, versichert Bauer.
Ebenso ist der Chemiehersteller bei der Entwicklung innovativer Waschmittel und -verfahren stets vorn dabei. So wurde kürzlich für Kuntze & Burgheim eine Antwort auf die Herausforderung gefunden, neu entwickelte Öl- und Fettprodukte, die seit geraumer Zeit in Werkstätten verwendet werden, erfolgreich aus der PSA zu entfernen. „In diesem Fall haben wir nicht die Chemie verändert, sondern im bisher üblichen Waschprogramm die Temperatur erhöht“, berichtet Kuntze.
Natürlich ist auch die Entwicklung umweltfreundlicher Waschchemie aus regenerativen Rohstoffen bei CHT ein großes
Thema. Grundlage für die Rezeptur von „BEICLEAN natural“ zum Beispiel sind Tenside, die zu 100 Prozent aus Weizenstärke
und anderen pflanzlichen Produkten gewonnen werden. Das
Öko-Produkt gewährleistet optimale Waschergebnisse und ist mit anderen CHT-Wasch- und Ausrüstungsmodulen kombinierbar. Für Jan Kuntze ist die Zeit für einen Einsatz in seinem Betrieb allerdings noch nicht reif: „Nach unserer Erfahrung fehlen
leider noch die Anforderungen des Marktes und die Bereitschaft, diese Funktion auch zu bezahlen“, gibt der Geschäftsführer zu bedenken.