Luxusresort Sonnenalp, Ofterschwang Eigene Wäscherei, eigene Note

Das Allgäuer Luxusresort Sonnenalp hat 2014 eine eigene Wäscherei auf die grüne Wiese gebaut. RWTextilservice hat sich den modernen Betrieb angesehen, der demnächst auch für andere Hotels mit ähnlich hohen Qualitätsansprüchen waschen möchte.

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    Mitten im Allgäu steht die neue Wäscherei des Fünf-Sterne-Hotels Sonnenalp in Ofterschwang.  Fotos: Sonnenalp Resort
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    Hotelwäsche Sonnenalp Ofterschwang
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    In die 50-kg-Waschstraße von Jensen gelangt die Hotelwäsche über ein Fahrband.
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    Die Trockner werden von den Mitarbeitern via Saugzug befüllt.
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    Aus der Mangelstraße von Kannegiesser kommen die fertigen Flachwäscheteile.
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    Frotteeware muss so in die Faltmaschine eingelegt werden, dass das Sonnenalp-Logo nach der Faltung oben ist.
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    In der Finishabteilung wird auch Gästebekleidung akkurat bearbeitet.

3 Die Sonne strahlt, die Füße im klaren Wasser des Pools, in der Hand ein kühler Drink, die Allgäuer Berge im Blick. So lässt es sich leben. Das Luxusresort Sonnenalp in Ofterschwang bietet seinen Gästen alles, damit diese sich wohlfühlen. Für das perfekte Wohlfühlambiente müssen auch die Textilien stimmen. So gibt es zum Abtrocknen nach dem Schwimmen flauschige, strahlend weiße Handtücher und zum Cocktail wird eine tadellos gefaltete Serviette gereicht.

Damit die hohen textilen Ansprüche des Fünf-Sterne-Resorts erfüllt werden, hat das Hotel seit vergangenem Jahr eine eigene Wäscherei. Der Hintergrund: Die kleine Privatwäscherei in Wertach, die bisher als langjähriger Partner die Flachwäsche der Sonnenalp bearbeitete, kündigte an, das Geschäft aus Altersgründen aufzugeben. Die Frotteewäsche bearbeitete das Hotel schon immer selbst. Nun standen die Hoteliers vor der Frage, wie es mit dem Wäschemanagement weitergehen sollte. Nachdem sie verschiedene Konzepte durchgespielt hatten, fiel die Entscheidung auf den Neubau einer eigenen Wäscherei vor Ort in Ofterschwang. Es hätte den ökologischen Grundwerten der Sonnenalp und dem Ansatz, die regionale Wirtschaft zu unterstützen, widersprochen, die Wäsche über 150 km nach Augsburg oder München zu fahren. „Aber das war nur ein Grund für die Entscheidung zur eigenen Wäscherei“, erzählt der heutige Wäschereileiter Volker Parragi. Der erfahrene Techniker hörte von den Plänen des Hotelresorts und ergriff die Chance, eine neue Wäscherei auf grüner Wiese planen zu können. Parragi begleitete Planung und Neubau ­federführend, hatte bei allen Entscheidungen freie Hand. So konnte er seine gesamte Erfahrung aus 25 Jahren in der Wäschereibranche – vom Techniker bis zum Betriebsleiter – einbringen.

Komplexes Feld Textilpflege

Volker Parragi ist stolz auf die Qualität, die sein moderner Betrieb seit Produktionsstart am 1. Juli 2014 liefert. Gerne zeigt er auch Hotelgästen die Wäscherei. „Viele sind vom Aufwand und der Technik überrascht“, erzählt er. Für die Komplexität der professionellen Textilpflege Bewusstsein zu schaffen, das möchte Parragi fördern. Er selbst war damals bei seinem Einstieg in die Branche überrascht von der Vielseitigkeit, v.a. auch auf technischer Seite, seinem Steckenpferd. Hydraulik, Elektronik, Pneumatik – von allen möglichen Bereichen muss man Ahnung haben. Heute setzt Parragi sein Wissen nicht nur im technischen Bereich ein; er steht an der Mangel, fährt Wäsche aus, wenn Not am Mann ist, kümmert sich um die Zahlen und seine acht Mitarbeiter.

Die Wäscherei ist rund 3 km vom Hotel entfernt. In einer Halle mit rund 1.000 m2 Produktionsfläche werden momentan 2,5 bis 3 t Wäsche täglich an fünf Tagen in der Woche bearbeitet. Insgesamt vier Millionen Euro investierte das Luxusresort in den Betrieb. Beim Neubau sollte alles zur Philosophie der umwelt- und sozialverantwortlichen Sonnenalp-Geschäftsführung passen. Die Hoteldirektoren, Dr. Anna-Maria und ihr Mann Michael Fäßler, be­tonen: „Wir betrachten Ökologie, Wirtschaftlichkeit und Sozialverträglichkeit als gleichwertig und stellen alle Investitionen unter die Maxime der Nachhaltigkeit.“ Die Verbundenheit mit der Natur und die gelebte Tradition der Sonnenalp sieht man am Baustil der ­Wäscherei. Mit Holz verkleidet passt die Halle in die Allgäuer Landschaft. Unter der Holzhülle steckt ein hochmodernes, umweltgerechtes Gebäudekonzept, inklusive Photovoltaikanlage auf dem Dach sowie hochwertiger Dämmung und Lüftungsanlage. Letztere sorgen für ein gutes Raumklima in der Produktion. Selbst an einem heißen Sommertag bei mehr als 30 °C ist es in der lichtdurchfluteten Halle angenehm. Davon konnte sich die Redaktion von RWTextilservice beim Besuch überzeugen. „In den Büro­räumen ist es manchmal wärmer als in der Wäscherei selbst“, bestätigt Parragi. Trotzdem schwitzen die Mitarbeiter etwas, denn es ist Hochsaison im Luxusresort und viel zu tun.

Die Berge von Hotelwäsche wollen nicht nur nach den qualitativen Ansprüchen eines Luxusresorts bearbeitet werden, sondern auch mit möglichst wenig Energie, Wasser und Chemie – ebenfalls passend zum Nachhaltigkeitsgedanken des Familienunternehmens. So kommt in der Wäscherei das desinfizierende Niedrigtemperaturverfahren von Ecolab, PERformance 40, zum Einsatz.

Umfassendes Rückgewinnungskonzept

Außerdem gibt es ein umfassendes Rückgewinnungskonzept. Alle Verbraucher des Betriebs, die Energie abgeben, haben an bestimmten Stellen Wärmetauscher zwischengeschaltet. So wird Wärme aus der Trocknerabluft, aus dem Abwasser der Waschstraße und den Mangelabgasen wiedergewonnen. Mithilfe des „Aqua Energy Systems“ von Ecolab wird die Energie zentral in einem Warmwassertank mit 4 m3 Fassungsvermögen gespeichert. Der Tank steht zusammen mit Geräten zur Wasserenthärtung und der Druckluftversorgung auf einer in die Halle eingebrachten Zwischen­ebene. Mit dem Rückgewinnungssystem braucht die Wäscherei nur für die Anlaufphase morgens zusätzliche Energie von zwei Jumag-Schnelldampferzeugern. „Wenn alles läuft, müssen wir keine Energie mehr nachschießen“, berichtet Parragi.

Sparsam sei auch die Waschstraße, eine Jensen Universal mit zehn Kammern und 50 kg Chargengröße. Insgesamt 3 bis 5 l Wasser pro Kilogramm Wäsche werden benötigt. Aus der alten hauseigenen Hotelwäscherei übernommen hat Parragi drei Waschschleudermaschinen von Seibt+Kapp, zwei mit 50 kg, eine mit 24 kg Fassungsvermögen. Hier werden v.a. Sonderartikel bearbeitet.

Über das Beladeband durch die Waschstraße geht es für die Textilien via Hubband automatisch in einen Schüttler und dann im Wäschewagen weiter in einen der beiden Trockner von Jensen mit 120 kg Kapazität. Diese werden mit Saugzug beladen – „eine Arbeitserleichterung für die Mitarbeiter“, erläutert Parragi. Die Frotteeware kommt anschließend zur Frotteefaltmaschine, die Flachwäsche zur Mangelstraße. Alle Maschinen in diesem Bereich sind von Kannegiesser. Die Mangel ist ein Einroller mit 3,50 m Arbeitsbreite, es folgt eine Großteilfaltmaschine mit zwei zusätzlichen Kreuzfaltungen. An dieser Stelle kann man gut den Qualitätsanspruch des Hauses sehen: Die Laken werden auf den Millimeter genau gefaltet und von den Mitarbeitern kontrolliert; das Logo der Sonnenalp, eine runde Sonne, auf sämtlichen Frotteetextilien muss nach der Faltung immer oben sein. Damit keine Fluse das Erscheinungsbild stört, setzt man einen zusätzlichen Flusenfilter für den Waschprozess ein. Der Aquabatch von Ecolab ist ein Wasserrecyclingsystem, das das Brauchwasser durch Kaskadenfiltration aufbereitet, das dann dem Waschkreislauf wieder zugeführt wird, z.B. für die Vorwäsche. Kleinstpartikel bis zu einer Größe von 115 µm werden dem Wasser durch eine Ein-Phasen-Filtration entzogen. Aber nicht nur das optische, auch das haptische Erlebnis für die Gäste muss passen – und das olfaktorische. So werden die Frotteehandtücher mit einem speziellen Weichspüler gewaschen: Ecolab Softenit dual Exxcellence enthält Mikrokügelchen, deren Duft sich durch die Reibung beim Abtrocknen entfaltet.

Moderner Maschinenpark

Um den Maschinenpark komplett zu machen, verfügt die Wäscherei über eine Finishabteilung mit Geräten von Veit für die Bearbeitung der Berufsbekleidung der Köche und der Gästewäsche.

Parragi freut sich, dass in der Wäscherei von Anfang an alles rund­-
lief, Kinderkrankheiten blieben fast aus. „Sicherlich lag das auch ein wenig daran, dass sich die Artikelvielfalt in der Wäscherei in Grenzen hält“, sagt er. 40 Prozent der Wäsche sind Frotteeware, 20 bis 30 Prozent Tischwäsche, der Rest Bettwäsche. Bei Textilien aus dem Wellnessbereich und bei der Küchenwäsche achtet Parragi besonders auf die Lagerung – Stichwort Selbstentzündung der mit ölhaltigen Flecken verschmutzten Wäsche. Deshalb sind die Teile in Metalltonnen in einem Vorraum gelagert. Von vornherein hat der Wäschereileiter nicht nur an den Brandschutz gedacht, sondern auch an eine mögliche Erweiterung. Es ist aktuell noch Platz in der Wäscherei. Geplant sind ein dritter Trockner sowie eine zweite Frotteelegemaschine und auf mittelfristige Sicht auch eine zweite Mangelstraße für Großteile. „Möglich sind hier 13 bis 16 t täglich in zwei Schichten“, so Parragi. Es wären dann ausreichend Kapazitäten für andere Hotels frei, die als Kunden gewonnen werden sollen. Aktuell laufe die Akquise. „Die Hotels müssen auch zu uns passen, zu unseren Qualitätsansprüchen – und wir wünschen uns regionale Hotels“, erläutert Parragi.

Die hohen Qualitätsansprüche zeigen sich auch bei der Textilanschaffung – es wird im Resort Sonnenalp auf Design, Farbechtheit und Langlebigkeit geachtet. So suchte die Chefin Dr. Anna-Maria Fäßler selbst lange nach einem passenden Stoff für die Tischdecken. Eine Leinenoptik sollte es sein, die aber nicht fusselt. Zusammen mit der Hauswirtschaftsleiterin Angela Herold wurde sie fündig. Die neuen, fusselarmen Tischdecken freuen auch den Wäschereileiter.

Von der hauseigenen Wäscheaufbereitung profitieren ebenfalls die Zimmermädchen im Hotel. Die Logistik wurde optimiert, statt eines Zentrallagers für die Wäsche im Hotel wird nun jedes Haus einzeln angefahren. Denn teilweise liegen die Häuser mehrere hundert Meter vom Zentrum der Sonnenalp entfernt. So sparen sich die Mitarbeiter lange Wege und bekommen genau die Wäsche, die sie benötigen.

Flexibilität ist eine Stärke der eigenen Wäscherei, man kann schnell ­reagieren, alle Wünsche erfüllen. Die Wäsche bekommt bei Volker
Parragi und seinem Team eine ganz eigene Note. Diese Individualität weiß letztendlich auch der Gast zu schätzen.

www.sonnenalp.de