Wäscherei Fink, Biburg Mit Erfahrung und Offenheit

Umweltfreundlichkeit im Waschprozess sowie im gesamten Unternehmensablauf gehört in der Wäscherei Fink zum unternehmerischen Denken dazu. Das Erfolgsrezept des Inhabers: Er setzt auf Erfahrung sowie bewährtes Fachwissen und nutzt neue Entwicklungen, um Einsparpotenziale zu realisieren.

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    Inhaber Claudius Fink hat alle Betriebsabläufe genau im Blick. Fotos: Ebert
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    Auch Sonderwünsche werden erfüllt: Petra Fink sorgt dafür, dass bei der Bearbeitung der Schürzen alle Kundenvorgaben eingehalten werden.
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    Die Waschschleudermaschinen leisten einen wichtigen Beitrag bei der Wäschebearbeitung.

3 Als wir die Wäscherei Fink in der Gemeinde Biburg in der Hallertau besuchen, haben der Chef und seine rund 35 Mitarbeiter gerade eine arbeitsintensive Zeit hinter sich. Während des Oktoberfestes herrscht nicht nur in der rund 90 km entfernten bayerischen Hauptstadt Ausnahmezustand, sondern auch bei sämtlichen Dienstleistern, die alle dafür sorgen, dass das größte Volksfest der Welt zum Jahresereignis für Einheimische und Touristen wird. In der Expedition steht gerade noch die Bekleidung des Küchenpersonals eines bekannten Wiesnzeltes zur Abholung bereit. Bett- und Tischwäsche, Frottee und Berufsbekleidung warten darauf, verladen zu werden.

Nicht nur zur Wiesnzeit, sondern das ganze Jahr über will Inhaber Claudius Fink der Hotellerie und Gastronomie ein verlässlicher Partner sein. Dass dabei auch Sonderwünsche des Kunden berücksichtigt werden, gehört für ihn zum Dienstleistungsgedanken. Während unseres Betriebsrundganges faltet Petra Fink gerade die Schürzen eines Kunden nach individuellen Vorgaben. Die Schürzenbänder sind exakt geglättet, keine Unregelmäßigkeiten fallen ins Auge, schließlich soll der Kunde am Schluss mit seiner Wäsche zufrieden sein. Doch nicht allein die Bearbeitungsqualität zählt. Eine umweltschonende Arbeitsweise gehört nicht nur zur Firmenphilosophie der Wäscherei, sondern wird auch von den Kunden aktiv nachgefragt, erzählt Claudius Fink. „Die moderne Gastronomie und Hotellerie hat sich die Themen Umweltfreundlichkeit und Ressourcenschonung auf die Fahnen geschrieben und erwartet das auch von ihren Lieferanten und Dienstleistern.“

Ökologie und Ökonomie in Einklang zu bringen, das zieht sich bei Fink durch das gesamte Unternehmen. Mit Hilfe verschiedener Maßnahmen hat es die Wäscherei, die täglich mehr als 4 t Wäsche bearbeitet,  in den vergangenen sechs Jahren geschafft, den CO2-Ausstoß zu verringern und rund 25 Prozent Energie einzusparen. Das fängt bereits beim Transport an: Die drei LKWs des Unternehmens werden mit Bluetec-System betrieben und geben so weniger Schadstoffe an die Umwelt ab. Der Chef sitzt übrigens nicht selten selbst am Steuer und ist im Betriebsablauf schnell dort zur Stelle, wo Engpässe überbrückt werden müssen. Wer seinen Betriebsablauf so genau kennt, kann an den richtigen Stellschrauben drehen, um umweltfreundlich und sparsam zu wirtschaften. Die Spülwasserrückgewinnung während des Waschprozesses sorgt für verringerten Wasserverbrauch. Das Abwasser der Waschstraße und der Waschmaschinen erwärmt mittels eines Wärmetauschers das Frischwasser und spart so Energie in der Aufheizphase. Ein großes Projekt fand Anfang des Jahres seinen Abschluss: Der Betrieb konnte komplett auf Erdgas umgestellt werden. „Eine saubere und kostengünstige Energie“, resümiert Claudius Fink.

Umweltfreundlich und wirtschaftlich dosieren

Wenn man über Umweltfreundlichkeit im Textilservice spricht, muss man auch die Dosierung sowie die Waschchemie beleuchten. Branchenerfahrung ist hier besonders hilfreich. Claudius Fink ist in der Wäscherei aufgewachsen. Seine Eltern begannen im Jahr 1973 mit einer Heißmangelei und Reinigungsannahme, damals noch in München. Das kleine Unternehmen wuchs und entwickelte sich hin zur Wäscherei. Als eine Vergrößerung notwendig wurde, verlagerte die Familie Fink ihren Standort, zog 1986 ins niederbayerische Biburg und bedient heute Kunden zwischen Regensburg und München. Claudius Fink kann sich noch gut an die ersten Waschmaschinen in der Anfangszeit erinnern. „Mittels Lochkarten kommunizierte der Wäscher mit der Maschine“, erzählt er. „Jeden notwendigen Schritt kündigte die Maschine mit einem Signalton an. Dann gab man z.B. Waschmittel in die Wäsche, beim nächsten akustischen Hinweis dann die Neutralisierung, anschließend gegebenenfalls die Stärke usw. Vieles wurde noch manuell erledigt, der Wäscher war sozusagen ganz nah dran am Bearbeitungsprozess.“

Auch wenn sich inzwischen viel verändert hat, die Herausforderung des professionellen Dienstleisters ist es heute genau wie damals, die optimale Dosierung zu finden. Überdosierung kann die Haltbarkeit der Textilien sowie die Weiterbearbeitung beim Mangeln und Finishen erschweren, ist schlecht für die Umwelt und darüber hinaus schlicht unwirtschaftlich. Zu wenig Mitteleinsatz beseitigt Flecken nicht ausreichend und stellt unter Umständen die Hygiene nicht sicher.

Heute sind Hightechlösungen auf dem Markt, automatische Dosieranlagen sorgen für sichere Handhabung, universelle Produkte für Einfachheit. Claudius Fink bleibt dennoch dabei, den Waschmitteleinsatz für das zu pflegende Textil aus mehreren Komponenten zusammenzustellen. So erzielt er seinen Erfahrungen nach das optimale Ergebnis. Optische Aufheller, Alkali, Wasserstoff oder Fettlöser beispielsweise werden in der Wäscherei Fink genau nach Bedarf dosiert und nur zugegeben, wenn sie tatsächlich ­benötigt werden. SPS-gesteuerte Abläufe stellen sicher, dass die exakte Menge an der richtigen Stelle eingebracht wird. Die ­Kontrolle des Waschergebnisses zeigt dem Wäscher an, ob gegebenenfalls Parameter verändert werden müssen. Die Messung von pH-Wert und Leitfähigkeit gibt Aufschluss über die Konzentration der Lösung. So kann geprüft werden, ob die Dosierung stimmt. Durch die Umstellung auf Flüssigwaschmittel hat die Wäscherei Fink den Leitwert von 900 auf 600 Mikrosiemens gesenkt.

Maschinenpark im Zusammenspiel

Ob es um den Einsatz von Waschchemie oder im Allgemeinen um einen wirtschaftlichen Ablauf geht – Fink rät, den Maschinenpark im Zusammenspiel zu betrachten und die Waschschleudermaschinen ebenfalls nicht zu vergessen. Neben der Waschstraße sind bei der Wäscherei Fink noch drei Waschschleudermaschinen im Einsatz, die ihren Dienst unter anderem für Kochbekleidung leisten.

Trends und Entwicklungen hat Claudius Fink genau im Blick, so hat sich der Unternehmer bereits vor Jahren dazu entschlossen, seinen Betrieb mit LED zu beleuchten, als diese am Markt noch nicht gängig waren. Seit fünf Jahren verschickt das Unternehmen Kundenrechnungen umweltfreundlich per E-Mail. Auf der anderen Seite kommen manche Einsparpotenziale nach genauer Prüfung nicht zum Einsatz. Ein Blockheizkraftwerk wird z.B. derzeit nicht umgesetzt, es würde sich nach betrieblichen Voraussetzungen nicht in angemessenem Zeitraum amortisieren. So sieht Claudius Fink im Moment alle Möglichkeiten der Energieeinsparung für seinen Betrieb als genutzt. Doch die Branche ist dynamisch, neue Technik und Weiterentwicklungen stoßen in dieser Wäscherei ganz bestimmt auf Offenheit. Vanessa Ebert

Infos: www.waescherei-fink.de