Das Plauener Gebäudetechnikunternehmen Isotech hat sich auf die Entwicklung von Dampfanlagen mit geschlossenem System spezialisiert. Besonders in Wäschereien kommen die Anlagen zum Einsatz – und das europaweit. RWTextilservice hat mit Isotech-Gründer Klaus Büttner gesprochen.

Klaus Büttner und sein Team standen vor einem Problem. Bei einem Bauvorhaben zu einer Dampfanlage in der Wäscherei Bodensee in der Schweiz war es wegen der Gegebenheiten vor Ort nicht möglich, mit dem abströmenden Dampf aus dem Keller über Dach zu kommen. Eine neue Idee musste her. „Wir haben dann die Technik für eine Dampfnutzungsanlage entwickelt, mit der der ungenutzte, überschüssige Dampf in das Kondensat zurückgeführt und an einer anderen Stelle wieder genutzt werden kann“, sagt Büttner, Geschäftsführer und Inhaber von Isotech. „Das System kann den Brüdendampf nicht mehr über das Sicherheitsventil verlieren. An einer der nächsten Entspannungsstellen kann dann dieser Dampf wieder genutzt werden.“ Alles geschehe über die gleiche Rohrleitung, so dass aus einem offenen System ein geschlossenes wird. Büttner hat die Isotech Gebäudetechnik e.K. 1993 gegründet. Das Unternehmen gliedert sich in drei Geschäftsbereiche: Gebäude- und Energietechnik, Dampf- und Kondensattechnik sowie Kundendienst und Service. Der Betrieb baut komplette Dampfanlagen und kümmert sich um alle Genehmigungsverfahren bei der Installation. „Teilweise tauschen wir auch Anlagen an einem Wochenende aus, ohne Ersatzanlagen zur Überbrückung“, sagt Büttner. In diesen Bereichen ist das Unternehmen für die Autoindustrie und größere Logistikunternehmen tätig. „Wir haben mit unserem Betrieb eine Nische besetzt, deshalb geht es uns wirtschaftlich gut“, erklärt Büttner. Vor allem Kälte-, Klima- und Lüftungsanlagen stehen auf der Angebotsliste. Montiert werden aber auch Vakuumanlagen für Lackierereien.
Die unter dem Namen „Steam X“ vertriebenen Rückgewinnungssysteme, die den Brüdendampf erneut in den Kreislauf einspeisen, sollen sich speziell an alle Druckstufen im Dampfsystem anpassen lassen. Die letzten Niederdruckstufen können für Speisewasservorheizungen oder Heizungsanlagen genutzt werden, so Isotech. Das habe energetische Vorteile: Dadurch, dass der Dampf erneut genutzt wird, liege die Gesamteinsparung laut Isotech nachweislich bei um die 15 Prozent. „Für die theoretische Entwicklung des Konzepts haben wir etwa drei Wochen gebraucht, für die Umsetzung mit praktischem Nachweis ein halbes Jahr“, sagt Büttner. Besonders Berechnungen zur Verdüsungsgeschwindigkeit und der Kondensatströmung hätten hier eine große Rolle gespielt. 2013 wurde schließlich das Patent mit der Nummer 10 2011 052 430 für die Entwicklung des technologischen Ablaufs und eines speziellen Bauteiles vom Deutschen Patent- und Markenamt erteilt.
Für Anlagen mit einer Erzeugung von weniger als 4 t Dampf pro Stunde koste die Anschaffung eines „Steam X“-Systems zwischen 25.000 und 29.000 Euro. Die Einbaukosten liegen durchschnittlich bei 5.000 Euro, so Isotech. Amortisieren sollen sich diese Kosten nach ein bis zwei Jahren. In den ersten drei Jahren nach Einbau seien die Anlagen wartungsfrei, so das Unternehmen. Eine Garantie in diesem Zeitraum besteht. Vor dem Einbau beim Kunden wird diesem ein kleiner Fragenkatalog zugeschickt. Die bestehenden Anlagen werden durch Isotech-Mitarbeiter auf den Ist-Zustand überprüft. Anschließend wird dem Kunden ein Angebot erstellt. Für jeden Kunden, egal aus welchem Bereich, seien Maßanfertigungen möglich und oft auch notwendig, so Isotech. So auch bei Wäschereien, welche die größte Kundengruppe darstellen. „Die Anlagen müssen immer an die Räumlichkeiten angepasst werden“, merkt Büttner an. Manchmal sei auch der Bau einer Komplettanlage auf 6 m2 gefordert. „Kleiner geht es nicht, wenn man ein komplettes Doppelsystem mit einer Vorhaltung für Speisewasser aufstellt“, sagt Büttner. Auch verschiedene Wärmetauscher ließen sich anschließen, etwa für die Gebäudeheizung.
Aufträge europaweit
Außer in Wäschereien in Deutschland und Frankreich stehen Anlagen von Isotech auch auf Zypern und Kreta. Insgesamt finden sie sich inzwischen in sieben Ländern. Der Kontakt zu den ausländischen Kunden entstehe etwa über Hersteller, die Wäschereiausrüstung nach ganz Europa liefern. Für die Entwicklung von
„Steam X“ wurde Isotech 2014 von der Handwerkskammer Chemnitz mit dem Umweltpreis geehrt. Büttner sagt: „Das ist ein erneuter Anschub für uns, uns weiterhin mit solchen Aufgaben zu beschäftigen. Ein weiteres Patent in diese Richtung ist schon in Vorbereitung.“ Die Zukunft seines Unternehmens sieht er optimistisch: „Wir befinden uns derzeit in einer sehr komfortablen Lage, wir sind weitgehend ausgebucht.“ jr
Infos: www.isotech-plauen.de