Sachverständigentreffen 2015 in Bönnigheim Schimmel an den Kragen gehen

Am 10. und 11. Dezember 2015 trafen sich die Sachverständigen des Textilreinigerhandwerks in ­Bönnigheim zum alljährlichen Austausch. Schwerpunktthema der Tagung war die Schimmelbeseitigung aus Textilien. Außerdem stand eine Besichtigung der Hohenstein Institute auf dem Programm.

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    Das Sachverständigentreffen fand 2015 an den Hohenstein Instituten in Bönnigheim statt.  Foto: Himmelsbach
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    Gestalteten das Sachverständigentreffen gemeinsam (v.li.n.re.): Marco Seifen, Joachim Bisinger, Peter Berner, Jutta Secker und Meinrad Himmelsbach.

3 Zum Sachverständigentreffen des Deutschen Textilreinigungs-Verbandes (DTV) kamen die Sachverständigen im Dezember 2015 auf Einladung der Hohenstein Institute in Bönnigheim zusammen. Marco Seifen, Leiter der Informationsstelle beim DTV, konnte 24 zum Teil weit angereiste Teilnehmer begrüßen.

An den zwei Veranstaltungstagen war das Hauptthema „Schimmelbeseitigung aus Textilien“. Die Beseitigung von Schimmel aus Textilien in Reinigungen und Wäschereien alltägliche Praxis. Aber: Ist der Schimmel auch tatsächlich entfernt, wenn er nicht mehr sichtbar ist? Wo sind die Grenzen der Schimmelentfernung bei bunten und nicht waschbaren Textilien? Diese Fragen warf in der Einführung der Freiburger Sachverständige Meinrad Himmelsbach auf, der auch durch die Tagung führte. Als erster Referent gab Peter Berner, öffentlich bestellter Sachverständiger für das Raumausstatterhandwerk und Schimmelexperte, einen Überblick über die Schimmelthematik. Mikrobiologin Jutta Secker von der Hohenstein Laboratories GmbH &Co. KG vertiefte das Thema und stellte einige Analysemethoden vor, wie Schimmelbefall festgestellt, qualitativ und quantitativ gemessen und wie dessen Beseitigung überprüft werden kann. Secker stellte auch Angebote von Hohenstein zur Schimmelprävention bei Textilherstellern dar, so z.B. entsprechend standardisierte Risikomanagementsysteme. Der Vortrag von Dipl.-Ing. Hartmut Schlimmbach, Mitarbeiter der Hohenstein Institute, bezog sich auf die Schimmelbeseitigung aus Textilien im Wäschereibereich. Besonderes Augenmerk richtete er auf die Notwendigkeit, bei Wasserrückgewinnungssystemen im Rahmen von regelmäßigen Wartungsintervallen Ablagerungen mechanisch zu beseitigen, um Schimmelbildung zuvorzukommen bzw. Verschleppung entsprechender Belastungen in die Wäsche zu verhindern.

Die Möglichkeit von Mikrofil­tration und Ozonierung im Rahmen des normalen Reinigungsverfahrens zur Beseitigung von Schimmel stellte Dipl.-Ing. Joachim Biesinger von Multitex Maschinenbau in Rottenburg in seinem Vortrag vor. Durch die Verwendung entsprechenden Filterpulvers werde die Durchflussgröße auf dem Filter auf etwa 1 µ reduziert, was für das Zurückhalten des sich im Lösungsmittel befindlichen Schimmels ausreiche. Der ­Zusatz von Ozon ins Lösungsmittel sorge für eine weitere Reduktion von Mikrorganismen und Gerüchen. Den Abschluss der Schimmelthematik bildete der Vortrag von Matthias Schätzle, Sprint Sanierung GmbH, zum Thema Schimmelsanierung. Hier wurden die professionelle Vorgehensweise bei der Sanierung von Privat- und Gewerberäumen und die Möglichkeiten entsprechender Erfolgskontrollen aufgezeigt.

Der fachliche Teil am ersten Tagungstag endete mit einem Rundgang durch die Hohenstein Institute. Stationen waren unter anderem die Bekleidungsphysiologie oder der Bereich für die Waschtests, der auch maßgeblich an der Erstellung des Anforderungs­katalogs für leasingfähige Textilien beteiligt war. Besichtigen konnten die Teilnehmer auch die Labors, die sich mit der Entwicklung von Textilien, die dauerhaft UV-geschützt sind, befassen – ein Zukunftsmarkt, der durch die klimatischen Veränderungen auf der Welt an Bedeutung gewinnen wird.

Am zweiten Tag des Sachverständigentreffens warf Hans-Peter Schneider von der Versteegen Assekuranz aus aktuellem Anlass ein Schlaglicht auf die Bewertung von gebrauchten Orientteppichen. Es ist inzwischen angedacht, ein spezielles Seminar zu diesem Thema durchzuführen. Am Ende der Veranstaltung stellte Peter Schwarz, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger aus Schwerte, noch einige Schadensfälle vor.

Besonderer Wert wurde während der gesamten Tagung darauf gelegt, dass für Fragen der Teilnehmer ausreichend Zeit vorhanden war. Tatsächlich entstanden an beiden Tagen fruchtbare und weiterführende Fachdiskussionen.