Ein- und Ausgabesysteme in Textilreinigungen Service 24 Stunden für die Kunden

Was sich nicht nur als gereimte Überschrift gut macht, sondern auch ein wunderbares Motto für einen Textilpflegebetrieb wäre, lässt sich für viele Ein- und Ausgabesysteme als Leitmotiv festhalten. Doch für einen problemlosen Betrieb gilt es einiges zu bedenken, wie zwei Beispiele aus der Praxis zeigen.

Ein Roboter hat keinen Feierabend: Automatische Ein- und Ausgabesysteme sind jederzeit verfügbar und können auch Neukunden ansprechen. Foto: Patryssia, Fotolia.com - © Patryssia, Fotolia.com

3 Getränke, Süßigkeiten, Spielzeug, Zigaretten, Geld. Das sind die häufigsten Dinge, die man aus Automaten ziehen kann. Zumindest in Deutschland. Doch es gibt auch Angelköder-, Regenschirm-, Schuh- und Gebetsbuchautomaten. Manche Metzgereien bieten Fleisch und Grillgut auf diesem Wege an. In Japan kann man sich sogar getragene Damenunterwäsche bequem aus dem Automaten beschaffen. Hierzulande ist eher saubere Wäsche gefragt. Und auch die gibt es aus dem Automaten. Allerdings nur, wenn man vorher etwas hineingegeben hat: verschmutzte Wäsche nämlich.

Der Trend zum Automaten ist echt – und auch in der Textilpflegebranche zu erkennen. Die Automaten stehen als Ein- und Ausgabesysteme in den Betriebsräumen von Textilreinigungen und sorgen für eine jederzeit zugängliche Ware. Kunden können ihre Hemden, Hosen und Jacken in das automatisierte System eingeben und zu einem späteren, selbst gewählten Zeitpunkt an derselben Stelle wieder abholen. Wir haben zwei Textilreiniger gefragt, welche Systeme sie in ihren Betrieben installiert haben, wie die Resonanz der Kunden ausfällt und was es allgemein beim Aufstellen eines oder mehrerer automatischer Ein- und Ausgabesysteme zu beachten gibt (siehe Kästen auf Seite 28).

Zeitgewinn wichtigstes Argument

Es gibt einiges zu beachten bei der Integration von Automaten. Aber warum nutzen Verbraucher Automaten überhaupt? Laut einer Studie des Fraunhofer-Institus für Arbeitswirtschaft und Organisation ist die wichtigste Motivation der Kunden für eine Nutzung von Automaten aller Art ein eigener Zeitgewinn. So gaben die meisten Teilnehmer zeitliche Flexibilität, kurze Wartezeiten und eine schnelle Abwicklung als Hauptgründe an. In einer Onlineumfrage der Studie wurde der allgemeine Bekanntheits- und Nutzungsgrad unterschiedlicher Automaten erhoben. Auch erfasst habe man das Nutzungsverhalten sowie typische Einstellungen von potenziellen und tatsächlichen Benutzern, so die Autoren. Ein Automat werde wegen der versprochenen Zeitersparnis von den Kunden nicht als Ersatz für eine persönliche Bedienung gesehen, sondern als „Dienst am Kunden, um diesen schneller ans Ziel gelangen zu lassen“, so die Autoren der Studie. Als ein weiterer Vorteil für die Automatennutzung wurde als viertwichtigstes Argument die örtliche Erreichbarkeit genannt.

Für Betreiber stehe aber vor allem der Kundennutzen im Vordergrund. Das trifft besonders auf solche Textilreinigungsbetriebe zu, die den Kunden von den eigenen Öffnungszeiten befreien möchten. Denn was ist, wenn dieser es nicht bis Ladenschluss zum Geschäft schafft, den Sakko aber unbedingt am Morgen des nächsten Tags wieder braucht? Und auch alle anderen, die wenig Freizeit haben, können von einem Ein- und Ausgabesystem profitieren: Keine Öffnungszeitenbindung, kein Schlangestehen, keine Probleme. Dabei bleibt die Aufbereitungsqualität der abgegebenen Teile die Gleiche, denn das Personal „hinter den Kulissen“ arbeitet wie gewohnt weiter.

In der Studie umfasste der Begriff „Automat“ Waren-, Bank-, Dienstleistungs- sowie Unterhaltungsautomaten. Der Zeitraum der Befragung betrug acht Wochen. Insgesamt wurden 36 Fragen zum Thema Akzeptanz von Automaten gestellt. Mehr als 1.000 Personen namen an der Umfrage teil. Davon kamen etwa 70 Prozent aus Deutschland, 17 Prozent aus der Schweiz und neun Prozent aus Österreich. Die Altersverteilung der Teilnehmer habe etwa dem Profil der Alterspyramide in den genannten Ländern entsprochen. Ein gutes Stichwort, denn das Alter einer Person kann ein Knackpunkt bei der Automatenbedienung sein. Viele ältere Menschen wünschen sich eine persönliche Bedienung statt eines Automaten – und sei die Bedienung noch so einfach. Deshalb ist auch die Bevölkerungsstruktur am Ort der Aufstellung wichtig. Ältere werden das Angebot womöglich meiden, Jüngere hingegen dankend annehmen.