Mit einem Ausgabeautomaten an einem 1-a-Standort erreicht Textilreinigermeister Jens Lederer auch Kunden, die ihre gereinigte Ware außerhalb der Geschäftszeiten abholen möchten. RWTextilservice hat sich die moderne Filiale der Sauber & Frisch Textilpflege in Magdeburg vor Ort angesehen.
3 Welcher Textilreinigermeister kann es sich schon leisten, seine Kundschaft rund um die Uhr zu bedienen? „Personell ist das schlicht unmöglich. Seitdem wir aber einen Ausgabeautomaten haben, können wir auch Kunden, die oft auf Reisen sind oder aus anderen Gründen während der Geschäftszeiten nicht ihre gereinigte Garderobe abholen können, entgegenkommen“, sagt Jens Lederer. Als der Inhaber der Sauber & Frisch Textilpflege in Magdeburg vor vier Jahren an einem Messestand von Multimatic (Metalprogetti-Vertrieb für Deutschland) das automatische Annahme- und Ausgabesystem von Metalprogetti kennenlernte, war er begeistert. „Ich überlegte, ob ich in einer meiner vier Filialen solch einen Automaten installieren könnte“, berichtet der Textilreinigermeister. Leider waren in keinem der Objekte die räumlichen Bedingungen dafür geeignet. Als dann aber vor rund einem Jahr der Mietvertrag für die Filiale am Hasselbachplatz im Herzen der Stadt durch den Eigentümer gekündigt wurde, bezog Jens Lederer bei der Suche nach einem neuen Objekt die Installation eines Automaten mit ein. „Wir hatten großes Glück, dass uns am Breiten Weg – nur 200 m vom ehemaligen Standort entfernt – ein Ladengeschäft mit 80 m2 Nutzfläche angeboten wurde“, so der Unternehmer. Der Breite Weg ist eine wichtige Verkehrsader in der Landeshauptstadt und gleichermaßen eine von Fußgängern stark frequentierte Bummelmeile. In der Nachbarschaft gibt es zahlreiche gastronomische Einrichtungen und Geschäfte verschiedener Branchen. Zur „Grünen Zitadelle“, Friedensreich Hundertwassers letztem Bauwerk, ist es nicht weit. Ebenfalls in der Nähe befinden sich die Landesregierung, der Dom und viele kulturelle Einrichtungen. Darüber hinaus können Autofahrer unmittelbar vor dem neuen „lauwarmen“ Ladengeschäft kurzzeitig zum Be- und Entladen parken.
Annahmeautomat schon eingeplant
Zwei große Schaufenster und die weithin sichtbare Leuchtreklame signalisieren, dass man hier 24 Stunden am Tag die gereinigte Garderobe abholen kann. Das neue Objekt war geradezu ideal für eine maßgeschneiderte Einrichtung: „Neben einer Nassreinigungsmaschine und einer Bügelstation konnten wir auch die Installation eines Automaten einplanen“, unterstreicht Lederer.
Die Annahme erfolgt allerdings noch durch eine geschulte Mitarbeiterin während der Geschäftszeiten. „Vor dem Umzug hatten wir unsere Kunden nach ihrer Meinung zu einem automatischen Service gefragt. Es stellte sich heraus, dass sie bei der Warenschau dabei sein möchten und sich auch gern durch die Mitarbeiterin beraten lassen. Unsere Idee für die automatische Ausgabe wurde aber sehr positiv aufgenommen“, resümiert der Textilreinigermeister.
Immerhin kann er seit der Eröffnung der neuen Filiale dank des 24-Stunden-Service einen Kundenzuwachs von 20 Prozent verzeichnen. Der Ausgabeautomat wird sowohl von jungen als auch von älteren Kunden gern genutzt. Natürlich ist dem Unternehmer bewusst, dass irgendwann die „Generation Smartphone“ die Mehrheit bilden wird und ihre Garderobe unabhängig von den Geschäftszeiten auch am Automaten einliefern möchte. „Wir sind darauf vorbereitet und haben schon einen Platz für einen Annahmeautomaten reserviert“, sagt Lederer.
Ausgabe per Chipkarte
Wie in der Branche allgemein üblich werden auch Aufträge für die automatische Ausgabe nur gegen Vorkasse entgegengenommen. Im Automaten befindet sich also kein Geld, was ihn für Einbrecher uninteressant macht. Jedes Teil wird mit einem Barcode gekennzeichnet, der sämtliche auftragsrelevanten Daten enthält und sowohl maschinell als auch visuell identifiziert werden kann. Bereits bei der Einlieferung von Textilien berechnet die Software, wie viele Fächer im Lagerband reserviert werden und an welchem Platz die gereinigten Teile auf das Band gehängt werden müssen. „Jedes Fach nimmt abhängig von der Warenart bis zu drei Teile auf, die Zuordnung erfolgt per ‚Chaossortierung‘“, erklärt Lederer.
Möglich ist die automatische Ausgabe von hängender Garderobe in sämtlichen Konfektionsgrößen bis hin zum knielangen Mantel. Braut- und Abendkleider und andere Textilien in Sondergrößen können nicht per Automat ausgegeben werden. Auch ist die Ausgabe liegender Ware wie z.B. von Wäschepaketen oder Decken nicht möglich.
Kunden, die ihre Textilien aus dem Automaten abholen möchten, erhalten eine Magnetkarte mit den persönlichen Daten. Nach einer automatischen Benachrichtigung per E-Mail ermöglicht diese Karte ähnlich wie eine EC-Card den Eintritt in die Filiale und die Bedienung des Automaten. Stammkunden wird eine Dauerkarte überreicht, auf der auch interessante Angebote wie z.B. Abonnements gespeichert werden können. Die Chipkarten von Laufkunden behält der Automat nach der Ausgabe ihrer Ware zur Wiederverwendung ein.
Mit dem Kassensystem kompatibel
Neben dem Automaten befindet sich ein Sichtfenster, durch das die Kunden beobachten können, wie ihre Ware auf dem Band sortiert und der Ausgabe zugeführt wird. Die Software protokolliert sämtliche Vorgänge und ist an das in Deutschland ebenfalls durch Multimatic vertriebene Kassensystem „Battista“ aus dem Hause Metalprogetti gekoppelt. Kann eine Verfleckung einmal nicht 100-prozentig entfernt werden oder wird bei der Bearbeitung irgendein Mangel an der Ware entdeckt, wird das Teil mit einem entsprechenden Vermerk auf einer standardisierten Begleitkarte versehen und der Kunde um Rücksprache während der Geschäftszeiten gebeten.
Über eventuell auftretende Störungen wird Jens Lederer sofort per SMS informiert. „Meistens bekomme ich das Problem über mein Laptop in den Griff. Bisher passierte es nur selten, dass ein Kunde mit der Bedienung überfordert war. Dann rief er mich über die für solche Fälle aushängende Notrufnummer an und ich fuhr bei Nacht und Nebel zur Filiale“, so der Textilreinigermeister. Eigene Ideen, Verbesserungen und Softwareupdates kann die Herstellerfirma per Fernwartung einpflegen.
Funktionsstörungen traten bisher nur auf, wenn die Garderobe z.B. auf einen verbogenen Drahtbügel gehängt wurde. „Insbesondere in der Anfangsphase hatten wir damit oft Probleme, weil nicht jeder Kunde die Bügel in einwandfreiem Zustand zurückgibt. Wir haben aber daraus gelernt und achten seitdem mit Argusaugen darauf, dass nur einwandfreie Bügel wieder in den Umlauf kommen“, erzählt der Unternehmer. Um außerhalb der Geschäftszeiten den Zugang auf den Automaten zu beschränken, wird das Innere der Filiale durch ein Rolltor abgesichert und im Eingangsbereich sorgt eine Videokamera für die Sicherheit der Kundschaft.