Wäscherei der Blindeninstitutsstiftung in Würzburg Wo Individualität zählt

Rund 900 Menschen mit Seh- und Mehrfachbeeinträchtigung betreut die Blindeninstitutsstiftung in Würzburg. Individuelle Förderung steht dabei im Vordergrund. Auf individuelle Anforderungen an­passbar ist auch die Waschtechnik, die in der hauseigenen Wäscherei eingesetzt wird. Waschschleudermaschinen von Schulthess sorgen für hygienisch aufbereitete Wäsche.

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    Das Wäschereiteam der Blindeninstitutsstiftung Würzburg sorgt für täglich rund 1.000 kg saubere Wäsche.  Fotos: RWT
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    Zuverlässige, einfach zu bedienende Waschtechnik wie die des Schweizer Herstellers Schulthess ist für reibungslose Abläufe wichtig.
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    RWT-Chefredakteurin Elena Schönhaar (li.) ließ sich die Maschinentechnik vor Ort von Friedrich Höhenberger (2. v. li.), Lisa Ott und Daniel Kolland zeigen.
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    Die Textilien aus den Wohngruppen der Institutsstiftung werden in der eigenen Wäscherei hygienisch aufbereitet.

3 „Jeder Mensch ist einzigartig und hat ein Recht auf Selbst­bestimmung, Respekt, Würde, Heimat und Bildung.“ Dieser Leitsatz des Gründers der Blindeninstitutsstiftung in Würzburg prägt das Leben in der Einrichtung. Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit komplexen Beeinträchtigungen werden hier individuell gefördert, lernen, spielen, leben und feiern zusammen. Im Jahr 1853 gründete Moritz Graf zu Bentheim-Tecklenburg in Würzburg die Blinden­institutsstiftung. Mittlerweile gibt es pädagogische und therapeutische Angebote an sechs weiteren Standorten in Bayern und Thüringen. Im Blindeninstitut Würzburg werden in 23 Häusern und zahlreichen Außenwohngruppen sowie Zuhause oder in ihren Schulen rund 900 Menschen mit Beeinträchtigungen betreut. Die Angebote können von Geburt an bis ins hohe Alter genutzt werden.

Das Blindeninstitut Würzburg verfügt über einen eigenen hauswirtschaftlichen Bereich, in dem rund 80 Mitarbeiter mit allen Aufgaben rund um Ernährung und Hygiene beschäftigt sind. Dazu zählt auch eine Wäscherei mit sieben Mitarbeitern, die dafür sorgen, dass die Bewohner der verschiedenen Einrichtungen immer ausreichend frische Wäsche haben. Eine Fachkraft und sechs Teilzeitkräfte arbeiten hier montags bis freitags von 6 bis 17 Uhr mit unterschiedlichen Dienstzeiten. Rund 1.000 bis 1.400 kg Wäsche aus unterschiedlichen Bereichen des Blindeninstituts Würzburg – von Schul- und Wohnbereichen über Arbeitsgruppen bis zu Förderstätten – werden täglich in der Wäscherei gewaschen, getrocknet, sortiert und schrankfertig ausgeliefert. Die Vielfalt reicht von Kissen, Decken und Gardinen über Bewohnerbekleidung und Frotteewäsche bis hin zu Arbeitsbekleidung. Nur die Bearbeitung der Flachwäsche hat das Blindeninstitut an einen externen Dienstleister vergeben. „Das könnten wir bei den Mengen, die hier anfallen, nicht selbst bewältigen“, sagt Hauswirtschaftsleiterin Lisa Ott. Eine Mangel gibt es zwar noch in der hauseigenen Wäscherei, die steht aber momentan still.

Montags, mittwochs und freitags wird die Schmutzwäsche eingesammelt. In Wickelsäcken wird die gebrauchte Wäsche in den Wohngruppen nach einem vorgegebenen Sortierplan aufbewahrt. Die Feinsortierung passiert in der Wäscherei. Ein Fahrdienst holt die Säcke bei den einzelnen Wohneinheiten ab und bringt sie in die Wäscherei des Blindeninstituts. Dort werden die Textilien unter Trennung der unreinen und reinen Seite aufbereitet. Dienstags und donnerstags liefert der Fahrdienst die sauberen Teile in Wäschetransportboxen wieder aus. Die hygienische Aufbereitung der Transportbehälter führt das Wäschereipersonal aus.

Zeitintensive Bearbeitung der Bewohnerwäsche

Besonders die Bearbeitung der Bewohnerwäsche ist sehr zeitintensiv für das Wäschereiteam, berichtet Lisa Ott. Alles wird nach Gruppe und Name sortiert, damit auch wirklich jeder Bewohner wieder seine eigenen Teile sauber zurückerhält. Um Schwund zu vermeiden, hat man beispielsweise für Socken eine Lösung gefunden: Pro Gruppe kommen diese in Wäschenetze, werden zusammen gewaschen und getrocknet und kommen im Netz zurück in die Gruppe. Erst dort werden sie auseinandersortiert.

Den Vorteil der hauseigenen Wäscherei sieht Ott vor allem darin, dass die Wäsche das Gelände nicht verlässt. „Gerade bei der Bewohnerwäsche sind uns kurze Wege wichtig“, betont die Hauswirtschaftsleiterin. Falls ein Teil nicht zuzuordnen ist, gibt die Wäscherei eine Information an alle Bereiche des Blindeninstituts. Meist findet das Textil in kürzester Zeit wieder seinen rechtmäßigen Besitzer. „Die entsprechende Kennzeichnung der Teile ist sehr wichtig“, erläutert Ott. Im Arbeitsbereich Nähzimmer kümmert sich eine Mitarbeiterin um die Instandhaltung und Kennzeichnung der hauseigenen Wäsche sowie der Privatwäsche von rund 270 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Auch Neuausstattungen und Ersatzbeschaffung fallen in den Aufgabenbereich des Nähzimmers. Gekennzeichnet wird die Hauswäsche durch Patchetiketten; die Bewohner erhalten für ihre persönlichen Teile textile Etiketten, die beim Tragen nicht stören.

Ebenfalls auf die teils empfindlichen Träger wird bei der Wahl der Waschchemie geachtet. „Parfumstoffe sind tabu“, sagt Ott. Die hautverträglichen Waschmittel kommen in genau der benötigten Menge von einer Dosieranlage gesteuert in die Waschmaschinen.

Flexibel einsetzbare Waschschleudermaschinen

Drei Waschschleudermaschinen von Schulthess mit 25 kg Beladekapazität der Modellreihe „wsi“ stehen in der Wäscherei. Friedrich Höhenberger von der Michaelis Wäschereimaschinen Service- und Vertriebsgesellschaft mbH in Hohenbrunn kümmert sich bereits seit mehr als 30 Jahren um die Waschtechnik des Blindeninstituts Würzburg und hat die Wäscherei mit aufgebaut. „Die Waschschleudermaschinen müssen hier flexibel einsetzbar und zuverlässig sein“, sagt der Waschtechnikexperte. Mit dem Schweizer Hersteller Schulthess hat er schon viel gute Erfahrungen gemacht – und so auch diesmal. Er und die Wäschereimitarbeiter schätzen die freie Programmierbarkeit der Technik. So können verschiedenste Textilien in einer Maschine gewaschen werden – von Wischbezügen über Handtücher bis zur Bekleidung. Auch für die Nassreinigung sind Programme vorhanden.

Trotz aller Individualisierung bei der Bewohnerwäsche versucht die Wäscherei, möglichst rational zu arbeiten. Dabei helfen auch die Waschmaschinen. Um die Beladung entsprechend der Kapazität hinzubekommen, wird die Wäsche gewogen. „Waschen mit der richtigen Beladung ist energieeffizient und so sind die Waschmaschinen auch noch langlebiger“, erläutert Höhenberger. Die Schontrommel der Schulthess-Maschinen mit spezieller Lochung sorgt für die Langlebigkeit der Textilien.

Auch die Ergonomie passt bei den Schulthess-Maschinen. Ein Punkt, der Lisa Ott und ihrem Team wichtig ist. „Man kommt mit zwei Händen gut in die Maschinen zum Ein- und Ausladen, da die Trommelöffnungen groß genug sind“, berichtet Ott. Daniel Kolland, Exportmanager bei Schulthess, ergänzt: „Wir achten schon bei der Maschinenentwicklung darauf, dass alles ergonomisch passt.“ Eine Rolle spielen beispielsweise auch die richtige Beladehöhe oder die Größe der Knöpfe, um eine einfache Bedienung zu gewährleisten. „Das Zusammenspiel zwischen Mensch und Maschine soll optimal passen“, sagt Kolland.

Nach dem Waschen in den Schulthess-Maschinen gehen die Textilien in den Trockner. Gebügelt wird an zwei Dampfbügelarbeitsplätzen. Falls einmal eine Reparatur an der Technik in der Wäscherei fällig ist, hat die Blindeninstitutsstiftung auch eine hausinterne technische Abteilung. Diese wartet die Maschinen und repariert im Bedarfsfall vieles selbst. Hilfe können sich die Mitarbeiter jederzeit von Höhenberger holen, der mit Rat und Tat zur Seite steht.

Die flexiblen Maschinenlösungen „made in Switzerland“ von Schulthess sind auch auf der Texcare International 2016 in Frankfurt am Main zu sehen.

Infos: www.schulthess.ch, www.blindeninstitut.de