Am 18. Februar 2016 fand auf dem Gelände der Messe Frankfurt die internationale Pressekonferenz zur Texcare International 2016 statt. Vertreter der Fachpresse aus ganz Euopa konnten sich über die bevorstehende Messe informieren. Besonders das Thema Industrie 4.0 werde eine wichtige Rolle spielen.
3 Rund 30 Teilnehmer aus ganz Europa kamen am 18. Februar 2016 in einem Präsentationsraum der Messe Frankfurt zusammen, um einige Vorabinformationen zur diesjährigen Ausgabe der Fachmesse Texcare International zu erhalten. Kurzvorträge hielten Wolfgang Marzin (Messe Frankfurt), Günter Veit (VDMA Bekleidungs- und Ledertechnik), Friedrich Eberhard (DTV) und Klaus Richter (Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung).
Wolfgang Marzin erklärte, die Texcare International sei, wie alle Messen am Standort Frankfurt am Main, von einer hohen Internationalität geprägt. So käme etwa jeder zweite Besucher aus dem Ausland. Bei der letzten Ausgabe der Texcare International im Jahr 2012 habe die Quote bei 52 Prozent gelegen. Auch verwies er als Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Frankfurt auf die 450-jährige Geschichte der Textil- bzw. Tuchmessen in Frankfurt am Main.
Die größte Neuerung bei der Texcare 2016 sei die Hinzunahme einer zweiten Halle. „Ich bin stolz auf unsere Aussteller und unser Team, dass sie den Wagemut bewiesen haben, eine weitere Halle mitaufzunehmen, denn Wandel bedeutet immer auch ein Risiko und Schritte in Richtung Unbekanntem“, betonte Marzin. In Halle 8 alleine könne man in diesem Jahr nicht alle Aussteller unterbringen. Mit der Hinzunahme von Halle 9 reagiere man auch auf das Wachstum der Branche. Das stellte auch DTV-Präsident Friedrich Eberhard fest: „Insgesamt gibt es ein solides, gesamtwirtschaftliches Wachstum in der Branche.“ Als einen der Hauptgründe hierfür nannte er die demographische Entwicklung in Deutschland. Durch eine alternde Bevölkerung steige etwa der Bedarf an Pflegeheimen. Davon profitiere die Textilpflegebranche. Auch die aktuelle Flüchtlingswelle trage dazu bei: „Auch diese Menschen brauchen frische, hygienische Textilien. Hier hat sich ein Markt aufgetan.“
Die Texcare International findet 2016 auf 40.000 m2 statt. Das sind 30 Prozent mehr Fläche als noch 2012, so Marzin. Die Vergrößerungen der Präsentationsflächen auf der Ausstellerseite seien bemerkenswert, sagte er. Trotz der Aufteilung in Hallen 8 und 9 werde es keine Trennung nach Produktbereichen geben. Günter Veit, Geschäftsführer der Veit-Group, betonte zudem explizit, dass nur ein Messetag nicht ausreiche, um alles zu sehen. Zu vielfältig und groß sei das Angebot – besonders ab diesem Jahr wegen der zweiten Halle.
Eine Zukunft der Digitalisierung und Vernetzung
Zu den Topthemen der Messe erklärte Marzin Industrie 4.0, Energie- und Ressourceneffizienz, Textilinnovationen und Nachwuchsgewinnung. Den ersten Punkt hob Günter Veit in seiner Funktion als Vorsitzender des VDMA Bekleidungs- und Ledertechnik hervor. „Die Zeit ist mehr als reif, auch in unserer Branche digitale Innovationen einzuführen. Es ist für mich ein leidenschaftliches Thema, denn ich sehe einen großen Nutzen für die gesamte Branche, der von Industrie 4.0 ausgehen kann“, sagte er. Auf dem Weg zur „Smart Laundry“, also einer „Wäscherei 4.0“, zählen die Bereiche Automatisierung, Nachhaltigkeit und Arbeitssicherheit zu den Herausforderungen für die Wäscherei- und Textilreinigungstechnik, erläuterte Veit. Auch die Kennzeichnung von Bekleidungsstücken, etwa mittels RFID, und eine sichere IT seien Voraussetzungen für eine erfolgreiche Implementierung von Industrie 4.0.
Der Begriff sei eine deutsche Erfindung und bezeichne die Verbindung zwischen Automatisierungstechnik und dem „Internet der Dinge“, sagte Klaus Richter vom Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF in Magdeburg. „Der Gedanke dahinter war, dass der Begriff von Deutschland aus in die Welt hinaus getragen wird“, sagte Richter. Veit merkte in diesem Zusammenhang stolz an, dass man in den USA inzwischen den Begriff in der deutschen Schreibweise mit „ie“ am Wortende übernommen habe. Allerdings gebe es dort gleichzeitig eine andere Herangehensweise unter dem Namen „Industrial Internet“, fügte Richter hinzu.
Weiterhin sagte er, dass es sich bei Industrie 4.0 um einen grundlegenden Paradigmenwechsel handele. „Heute steuert man einen Betrieb zentral aus dem Betrieb selbst heraus, morgen wird eine dezentrale Steuerung über Internetdienste die Normalität sein“, sagte Richter. Veit erklärte darüber hinaus auch das Thema Nachhaltigkeit zu einem Topthema der Texcare International. Hierbei verwies er auch auf die Nachhaltigkeitsinitiative des VDMA „Blue Competence“, die sowohl auf die Produkte als auch die Hersteller dieser ziele.
Das Rahmenprogramm „Texcare Forum 2016“ werde von den Verbänden DTV, CINET, WIRTEX, ETSA und VDMA gestaltet, sagte Marzin. Passend zum „olympischen Rhythmus“ der Messe, die alle vier Jahre stattfindet, kündigte er auch den von RWTextilservice vergebenen Branchenoscar „RWin 2016“ an, der neben anderen Preisen an die Besten der Branche auf der Messe verliehen wird. „Eine Modenschau wird die Highlights der Berufs- und Schutzbekleidung präsentieren und bei dem Bügelwettbewerb des DTV können Textilreiniger und Wäscher ihr Know-how testen“, erläuterte Marzin.
Die Texcare International findet 2016 vom 11. bis 15. Juni in Halle 8 und 9 auf dem Messegelände in Frankfurt am Main statt. Gezeigt wird laut den Organisatoren alles, was für die moderne, professionelle Textilpflege benötigt wird: Maschinen und Anlagen, Reinigungsverfahren und -mittel, Miettextilien, Berufs- und Schutzbekleidung sowie Informationstechnologien und Dienstleistungen. Jonas Rosenberger
Infos: texcare.messefrankfurt.com