„Immer einen Schritt voraus“: Mit diesem Statement geht die Marke Multimatic auf die Texcare International 2016. Lilia Brinster ist als Prokuristin in Frankfurt am Main natürlich ebenfalls dabei. Nicht zuletzt als Beispiel dafür, dass der Maschinenanbieter auch in der Unternehmensführung weit vorne liegt.

3 Sie ist in der Branche bestens bekannt – als Mitarbeiterin und seit 2012 als Prokuristin im Hause Multimatic: Lilia Brinster ist in der Geschäftsleitung des Maschinenunternehmens verantwortlich für den gesamten kaufmännischen Bereich, u.a. für den Verkauf von Neumaschinen. „Ich lebe Multimatic, vom ersten Tag an“,
erklärt Brinster. „Multimatic hat mich nicht nur beruflich, sondern auch persönlich geprägt.“ Wir treffen die Geschäftsfrau im ersten Stock der Firmenzentrale von Multimatic iLSA Deutschland in
Melle. Im Industriegebiet Melle-Gerden hat das Vertriebs- und Markenunternehmen für Reinigungstechnik im Oktober 2013 seinen neuen, erweiterten Firmensitz erbaut. „Wir alle arbeiten sehr gern hier. Immerhin verbringen wir ja einen Großteil unserer Lebenszeit am Arbeitsplatz. Da ist es wichtig, dass wir uns wohlfühlen.“
Multimatic sei ihr zweites Zuhause, fügt sie hinzu.
Prokuristin mit 27
Lilia Brinster ist in ihrem Traumjob angekommen. So, wie sie es sich erträumt hatte. Dass sie bereits im Alter von 27 Jahren eine solche Führungsposition bekleiden würde, konnte sie sich als junge Auszubildende allerdings nicht vorstellen. Ihre Vorgesetzten brachten ihr aber von Anfang an das nötige Vertrauen entgegen und so ermöglichte der heutige Geschäftsführer Dirk Freitag schließlich die Fortbildung für eine Prokura. Der Weg für den Aufstieg in die Chefetage war geebnet. Keine Frage, darauf ist sie stolz. „Ohne die Unterstützung meiner Chefs hätte ich das allerdings nicht erreicht“, betont Brinster. „Ich bin mit Multimatic großgeworden.“
Klassische dreijährige Ausbildung
Am 1. August 2001 war sie als Azubi bei Multimatic gestartet: Mit einer klassischen dreijährigen Lehre zur Groß- und Außenhandelskauffrau und der Option, übernommen zu werden. Hochmotiviert absolvierte sie ihre Berufsausbildung. Der langjährige Multimatic-Geschäftsführer Dieter Kampmann hatte ihre hohe Lernbereitschaft erkannt und wertgeschätzt. Er stellte ihr schon früh Aufstiegschancen in Aussicht, vorausgesetzt sie würde ihre Abschlussprüfung bestens bestehen. Also strengte sie sich an – und ihr Chef hielt Wort. Nach dem Ausscheiden von Ulla Jonnaningmeyer im Jahr 2007 übernahm Lilia Brinster die Abteilung Verkauf und führte sie eigenverantwortlich weiter. Bereits 2010 erhielt sie Handlungsvollmacht. Über persönliche Erfolge redet sie dennoch nicht gerne. Immer wieder stellt sie das Unternehmen in den Vordergrund. Dabei ist ihre Karriere eine echte Bilderbuchstory. Eine, die auch andere ambitionierte Frauen ermutigen kann. Gender-Mainstreaming spielt für sie aber trotzdem keine Rolle – mangelnde Akzeptanz sei ihr von Kundenseite niemals entgegengebracht worden, im Gegenteil: Bei vielen weiblichen Geschäftspartnern spüre sie eher eine Verbundenheit. „Viele Unternehmerinnen schätzen es, wenn sie mit einer Frau sprechen können. Davon abgesehen haben unsere Kunden für alle Bereiche ihre direkten Ansprechpartner im Innen- und Außendienst. Für technische Fragen stehen beispielsweise unsere Experten zur Verfügung.“ Mit diesen stimmt sich Lilia Brinster im Tagesgeschäft eng ab. Ganz im Sinne der Unternehmensphilosophie: So viel Transparenz wie möglich, kurze schnelle Wege und unbürokratische Kommunikation. Das gelte auch für die Verbindung zu den Kollegen im Außendienst. „Die machen einen tollen Job“,
betont die Prokuristin. „Das kann ich nur bewundern.“
Frauen in der Geschäftsführung eine Ausnahme
Die Kollegen im Außendienst sind durchweg männlich. Lilia Brinster ist sich bewusst, dass sie in der Geschäftsführung eines Maschinenunternehmens eine Ausnahme ist – nicht nur in ihrer Branche. Die Maschinenindustrie zählt nach wie vor zu den Männerdomänen. Das betrachtet sie wertfrei und objektiv. „Wer gut ist, sollte sich durchsetzen, unabhängig von Alter und Geschlecht“, sagt Brinster. Eine Personalentscheidung müsse stets im Interesse des Unternehmens gefällt werden. Genauso sieht es auch Dirk Freitag, der sich dafür starkmachte, seine Mitarbeiterin in die Führungsebene zu holen. „Über diese Chance habe ich mich sehr gefreut, hatte aber um eine Woche Bedenkzeit gebeten“, erinnert sie sich. „Ich war mir der hohen Verantwortung bewusst. Wenn ich mein Wort gebe, dann stehe ich voll und ganz dahinter. Und wenn ich etwas mache, dann mit ganzem Herzen.“
Fleiß statt Ellenbogenmentalität
Lilia Brinster sieht sich als Teil eines gewachsenen, familiären Teams, in dem Fachwissen, Zuverlässigkeit und Fleiß weit mehr gefragt sind als Ellenbogenmentalität. Seit nunmehr 15 Jahren erlebe sie das so. Die Führungsfrau nimmt eine klare Haltung hinter einem aufgeräumten, modernen Schreibtisch ein. Das Ambiente ist gradlinig und modern. Brinster mag verlässliche Strukturen. „Ich habe gelernt, meinen Tag exakt zu takten und Prioritäten zu setzen.“ Das ist auch nötig bei einer mehr als 40-Stunden-Woche: Neben den Aufgaben in der Meller Firmenzentrale stehen zahlreiche Termine und Veranstaltungen an. Über Freizeitgestaltung denke sie daher selten nach. Die Zeit, die bleibt, nutzt sie zum Entspannen und Lesen. Ihre Familie steht dabei hinter der Powerfrau, ihr zukünftiger Ehemann ebenfalls. Ihren privaten und beruflichen Alltag managt sie also strategisch und bestens organisiert. Wir wollten zudem von ihr wissen:
RWTextilservice: Wie genau sieht Ihr Arbeitsalltag aus?
Lilia Brinster: Ich bin Ansprechpartnerin für den gesamten kaufmännischen Bereich. Mir ist es wichtig, schnelle und unkomplizierte Lösungen für alle Beteiligten zu finden. Die Zusammenarbeit mit den Kollegen im Außendienst steht dabei im Vordergrund. Nach der Auftragserteilung bei unserem Außendienst nehme ich die Bestellung entgegen, prüfe zunächst die Bonität und bestätige den Auftrag. Wenn unser Kunde es wünscht, suche ich nach einer geeigneten Finanzierungsmöglichkeit. Dann stimme ich die Maschinenausstattung mit den Herstellern ab und vereinbare einen Lieferzeitpunkt. Bis zur Auslieferung begleite ich den Auftrag, informiere schließlich die Finanzierunginstitute und erstelle Ausgangsbelege und Rechnungen. Während der gesamten Abwicklungsphase halte ich engen Kontakt zu unseren Kunden und Kollegen im Außendienst. Damit wir die gewünschten Finanzierungsmöglichkeiten bieten können, bin ich im ständigen Kontakt mit unterschiedlichen Finanzierunginstituten. Der enge Kontakt zu unseren Herstellern und Zulieferern, die Abstimmung der Einkaufskonditionen, bis hin zur Preisgestaltung, gehören ebenfalls zu meinen Tätigkeiten.
RWT: Welchen Stellenwert hat für Sie heute die Ausbildung?
Brinster: Im Hause Multimatic steht die qualifizierte Ausbildung seit jeher im Vordergrund, nicht erst seit dem akuten Fachkräftemangel. Ich selbst habe davon profitiert, daher liegt mir das Thema besonders am Herzen. Wir bilden regelmäßig unsere eigenen Nachwuchskräfte aus und bieten allen Azubis die Chance, übernommen zu werden. In ruhestandsbedingte Vakanzen sind Mitarbeiter nachgerückt, die bei uns gelernt haben. So haben wir an allen Stellen den Generationswechsel erfolgreich vollzogen. Darüber hinaus fördern wir unsere Mitarbeiter durch Fort- und Weiterbildungen. So schaffen wir berufliche Perspektiven und Zukunftssicherheit.
RWT: Sie sind Multimatic seit jeher treu geblieben. Warum?
Brinster: Ich bin von der Philosophie unseres Unternehmens überzeugt. Wir erwähnen immer wieder unsere drei Säulen: Erstens die kompetente Beratung, von der ausführlichen Information über die Technik bis zur vollständigen Planung kompletter Textilpflegebetriebe. Zweitens unser Service, inklusive Ersatzteilversorgung, den wir aufgrund unser Strukturen und unseres umfassenden Ersatzteillagers in Melle gewährleisten können. Und drittens: die permanente Nachsorge. So verstehe ich optimale Kundennähe. Möglich machen wir das übrigens durch den direkten und ständigen Austausch mit all unseren Partnern, der ja auch die Basis für mein Tagesgeschäft ist. Dass ich mich bei Multimatic einfach zuhause fühle, erwähnte ich ja schon.
Infos: www.multimatic.de