In Armenien hat Robert Mosisian das Schneider- und Sattlerhandwerk sowie den Kochberuf erlernt. Darüber hinaus studierte er Modedesign. Seit 17 Jahren in Leipzig zu Hause, konnte der 43-Jährige gemeinsam mit seiner Ehefrau Rosa 2005 den Traum von einem eigenen Unternehmen verwirklichen.
3 Neben der Textilpflege und einer Reparatur- sowie Änderungsschneiderei bietet Robert Mosisian auch professionelle Sattlerarbeiten und die Maßanfertigung von Damen- sowie Herrenbekleidung an: „Unser Geschäft befindet sich an einem Standort, an dem es neben besser situierten Einwohnern auch zahlreiche Einzelhändler, Arztpraxen und Anwaltskanzleien gibt. Viele von ihnen beauftragen uns mit der Anfertigung individueller Bekleidung vom Businessanzug bis hin zum Abendkleid“, berichtet der Geschäftsinhaber.
Eigene Hemdenkollektion
Damit nicht genug, kreiert er unter dem Label „Davutti“ eine eigene Kollektion Herrenoberhemden von sportlich bis elegant, die in einer Schneiderei konfektioniert wird. Auch hochwertige Schuhe kommen aus der Ideenschmiede des kreativen Unternehmers. Diese lässt er in kleinen Serien durch einen qualifizierten Fachbetrieb anfertigen. Für die Textilpflege zeichnen Ehefrau Rosa und zwei Mitarbeiterinnen verantwortlich. Kleinere Posten Wäsche und Garderobe aus Haushalten, Praxen und Apotheken werden in zwei Miele-Waschmaschinen gewaschen oder nass gereinigt. Aufträge für die chemische Reinigung werden an einen leistungsfähigen Partnerbetrieb weitergegeben. Außerdem nimmt das Ehepaar Lederbekleidung und -accessoires sowie Teppiche an. Auch diese geben die Mosisians an qualifizierte Fachreinigungen weiter.
Insgesamt sehr gefragt ist der Hemdenservice – wohl aufgrund der hohen handwerklichen Qualität: „Bei uns wird jedes gewaschene und jedes nass gereinigte Teil manuell gebügelt“, unterstreicht Robert Mosisian. Kein Wunder, dass er mittlerweile eine zweite Bügelstation bestellen musste.
Schneiderei als wichtiges Standbein
Das wichtigste Standbein des kleinen Unternehmens ist die Schneiderei mit einem Umsatzanteil von 40 Prozent, 20 Prozent des Umsatzes werden durch die Textilreinigung erwirtschaftet. „Durch die Verknüpfung beider Dienstleistungen aus einer Hand können wir einen anspruchsvollen Kundenstamm binden und häufig entstehen natürlich auch Synergieeffekte“, bringt es der Unternehmer auf den Punkt. Zudem hat sich in Autohäusern und unter Oldtimer-Fans längst herumgesprochen, dass es in Leipzig tatsächlich noch einen Sattler gibt, der lederne Sitzbezüge professionell reparieren oder restaurieren kann. „Dieses Standbein gibt unserem Geschäft ein Alleinstellungsmerkmal. Mit den Sattlerarbeiten generieren wir die restlichen 40 Prozent unseres Umsatzes“, erklärt Mosisian.
Grund genug, um an eine Expansion zu denken: „Schon seit einigen Jahren bin ich auf der Suche nach einem Objekt in der Leipziger Innenstadt, in dem ich gern zwei neue Mitarbeiterinnen beschäftigen würde“, verrät Robert Mosisian. „Leider bremsen aber die Banken meinen Tatendrang – ich bin enttäuscht, dass es für mittelständische Unternehmer trotz guter Bonität schier unmöglich ist, Kredite zu bekommen.“