30 Jahre Textilpflege Volkert GbR in Borna bei Leipzig: Für die Inhaber Sven und Ulrike Volkert ein guter Anlass, auf eine erfolgreiche Firmenentwicklung zurückzublicken. Das Unternehmen ist heute gut aufgestellt – inklusive umweltfreundlicher Technik und Solaranlage auf dem Dach.

3 Es ist eine bewegte Geschichte, die die Textilpflege Volkert in Borna hinter sich hat. „Mein Vater Peter Volkert war Textilreiniger- und Färbermeister und arbeitete im Textilreinigungskombinat Borna“, berichtet der heutige Chef, Sven Volkert. Als 1986 für die alteingesessene Wäscherei Rothe ein Nachfolger gesucht wurde, ging der Traum des Seniors, einen eigenen Betrieb zu führen, endlich in Erfüllung. Sven Volkerts Vater verhandelte einen Kompromiss: Die Technik ging in das Eigentum des Existenzgründers über, die Stadt Borna erwarb das Objekt samt Grundstück und verpachtete es an ihn zu günstigen Konditionen. Zusammen mit Ehefrau Elke und zehn Mitarbeitern pflegte der Textilreinigermeister täglich 600 bis 700 kg Haushaltswäsche. „Der Betrieb florierte, die Maschinen waren permanent gut ausgelastet“, erinnert sich Sven Volkert. Er selbst absolvierte damals gerade eine Ausbildung zum Heizungsinstallateur. Nach der Gesellenprüfung entschloss er sich aber, im elterlichen Betrieb den Textilreinigerberuf zu erlernen. „Meine erste Ausbildung war aber nicht umsonst. Heute kann ich manche technische Störung selbst reparieren“, unterstreicht er.
Dann kam die politische Wende und nach der Wiedervereinigung musste sich die Familie Volkert neuen Herausforderungen stellen. „Von heute auf morgen brach das Segment Haushaltswäsche weg. Uns blieb nichts anderes übrig, als Kurzarbeit anzumelden und einige Mitarbeiter zu entlassen“, berichtet der Unternehmer. Sein Vater kaufte nun die Immobilie und erweiterte durch zwei Neubauten die Produktionsfläche auf 450 m2. Der Maschinenpark wurde erneuert: „Wir investierten in eine Zwei-Roller-Mangel von Jensen, drei 40-kg-Waschschleudermaschinen von Seibt + Kapp und drei 15-kg-Trockner. Hinzu kam eine Dosieranlage von BurnusHychem“, berichtet Sven Volkert. Sämtliche Maschinen sind heute noch in Betrieb. Seit 1992 arbeitet Ehefrau Ulrike im Betrieb mit und 1993 erwarb Sven Volkert den Meisterbrief für das Textilreinigerhandwerk.
In einem Umkreis von 30 km wurden neue Kunden akquiriert. Heute werden täglich rund 1.000 kg Wäsche bearbeitet. Das Leistungsspektrum reicht von der Wäschepflege für das Gastgewerbe, für Praxen und kleine Betriebe sowie für Heime, Kindergärten, Schulen, Vereine und Haushalte bis hin zum Schmutzfangmattenservice. Eine Änderungsschneiderei und ein Mietservice für Tischwäsche ergänzen das breitgefächerte Angebot. Größere Posten werden abgeholt und wieder ausgeliefert. Auch stehen den Kunden in der Umgebung von Borna mehrere Annahmestellen zur Verfügung.
1994 erwarb die Familie Volkert das benachbarte Grundstück und erweiterte den Betrieb um eine Textilreinigung mit 100 m2 Produktionsfläche. Seit 1996 werden hier Garderobe aller Art, Braut- und Abendkleider sowie Steppdecken und Betten professionell gereinigt. Der Chef reinigt sogar Lederbekleidung. Auch gehört Volkert‘s Textilreinigung zu den wenigen Betrieben, in denen noch Textilien (blau oder schwarz) gefärbt werden. Darüber hinaus imprägniert Sven Volkert Zelte, Planen und Markisen. Nur Teppiche werden an eine Spezialreinigung weitergegeben. Jedes gereinigte oder gewaschene Teil bekommt auf einer der beiden Bügelstationen den letzten Schliff. „Unsere Kunden wissen akkurate Handarbeit zu schätzen und sind gern bereit, dafür zu zahlen“, sagt der Unternehmer.
2007 wurde auf dem Dach eine Solaranlage installiert. „Damals wurde die Nutzung von Sonnenenergie noch großzügig gefördert“, erinnert sich Sven Volkert. Die Investition rechnet sich: Der gewonnene Strom wird in das öffentliche Netz eingespeist, mit dem Gewinn können immerhin 30 Prozent des betrieblichen Strombedarfs finanziert werden. Durch die Installation eines Pufferspeichers an einem Kessel können im Winterhalbjahr die Heizkosten um etwa 15 Prozent gesenkt werden. Im Sommer erwärmt die Energiequelle das Kesselwasser. Auch durch zwei Wärmetauscher über den Trocknern wird Energie eingespart.
Nach dem Tod des Seniors 2011 übernahmen Sven und Ulrike Volkert die Geschäftsführung. Heute stehen acht fest angestellte Mitarbeiter – die meisten von ihnen schon seit vielen Jahren – in Lohn und Brot. Nach jahrzehntelanger Aufbauarbeit ist der Betrieb gut aufgestellt. Eine Expansion ist nicht vorgesehen. Für die Zukunft wünscht sich das Ehepaar Volkert nur, dass die kleine, aber feine Wäscherei weiterhin auf einem stabilen Fundament steht.
Infos: www.textilpflege-volkert.de