Wäscherei Bodensee AG in Münsterlingen (Schweiz) Hygienisch sauber mit Photoreaktor

Keime sind gerade bei Textilien aus Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen ein Problem. UVC-Bestrahlung kann eine praktische Lösung sein, um die Keimbelastung in den Griff zu bekommen – für hygienisch saubere Wäsche, ganz ohne Chemie. In der Wäscherei Bodensee im schweizerischen ­Münsterlingen schafft ein UVC-Photoreaktor zudem Abhilfe bei unzureichender Wasserqualität.

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    In der Wäscherei Bodensee AG werden jährlich 4.200 t Wäsche vor allem für Hotels und Gastronomiebetriebe sowie Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen gewaschen. Die Qualitäts- und Hygieneansprüche des Unternehmens sind hoch. Foto: Wäscherei Bodensee AG
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    Nachdem bei Untersuchungen der Waschwasserqualität eine zu hohe Keimbelastung festgestellt wurde, entschied sich die Wäscherei für die Anschaffung eines Photoreaktors der sterilAir AG, der mikrobiologische Verunreinigungen über UVC-Strahlung abtötet. Fotos: sterilAir AG
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    Der V2A-Edelstahlreaktor wurde in der Wäscherei Bodensee direkt hinter dem 5.000-l-Weichwassertank, der die Waschstraßen versorgt, installiert.
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    Ein blaues Licht im Bullauge, über das jedoch keine Strahlung austritt, dient zur Sichtüberwachung der UVC-Röhren. Aufgrund der UVC- Bestrahlung des Wassers kommt es zu einer photochemischen Reaktion in der exponierten Zelle, bei der die DNA der Zelle inaktiviert wird, was sie schließlich absterben lässt. Daher rührt der keimtötende Effekt. Foto: Wäscherei Bodensee AG
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    Marco Wäckerlig, Geschäftsführer der Wäscherei Bodensee AG, schätzt den geringen Wartungsaufwand bei der UVC-Entkeimungsanlage. Foto: Wäscherei Bodensee AG
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    „Seit der Installation des UVC-Photoreaktors liegt der Keimwert bei Messungen konstant bei null“, freut sich Martin Graupner, Geschäftsführer der sterilAir AG.

3 Die Wäscherei Bodensee AG ist ein Spezialist für Textillogistik und Mietwäsche mit mehr als 130 Mitarbeitern, die auf einer Produktionsfläche von 2.500 m2 pro Tag 21 t Wäsche waschen und verarbeiten. Zu den Kunden gehören vor allem Hotels und Gastronomiebetriebe sowie Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen. Um deren Ansprüchen an Qualität und Hygiene gerecht zu werden, muss auch die Qualität des Waschwassers stimmen. So ist u.a. die Richtlinie EN 14065:2002 einzuhalten, die Verkeimung des Rohwassers darf 100 KBE/ml nicht überschreiten (KBE = koloniebildende Einheit). Bei einer stichprobenartigen Kontrolle im Sommer 2014 wies die Wäscherei Bodensee AG jedoch einen Wert von mehr als 400 KBE/ml auf. Da die kommunale Wasserversorgung die vorgeschriebene Qualität nicht zusichern konnte, informierte sich die Wäscherei über verschiedene Möglichkeiten, das Prozesswasser zu entkeimen. Marco Wäckerlig, Geschäftsführer der Wäscherei Bodensee AG, berichtet: „Wir stellten bald fest, dass die diversen chemischen Desinfektionsmittel eine Reihe unerwünschter Nebeneffekte mit sich bringen, wie Veränderungen der Oberflächenspannung des Mediums, Korrosionserscheinungen sowie Schaum- und Geruchsbildung. Auch treten immer häufiger multiresistente Keime auf, die vor allem für die Spitäler, die wir beliefern, zum Problem werden können und gegen die man damit nicht ankommt. Deshalb haben wir uns für eine UVC-Entkeimung entschieden, da diese als rein physikalisches Verfahren keine Rückstände hinterlässt und selbst bei hartnäckigen Krankheitserregern wirksam ist.“ Die Wahl fiel schließlich auf einen UVC-Photoreaktor der Firma sterilAir AG aus Weinfelden in der Schweiz: Das Durchlaufgerät AQD-ST6 ist laut Hersteller ein System, das mittels UVC-Strahlung jegliche Erreger – auch in trüben und nahezu UV-undurchlässigen Medien – zuverlässig abtötet.

Mikroben in Sekundenbruchteilen inaktiviert

Seit November 2015 ist bei der Wäscherei Bodensee der Photoreaktor für die Entkeimung des Prozesswassers im Einsatz. Durch die Bestrahlung des Wassers mit kurzwelliger, ultravioletter Strahlung im UV-C-Bereich um 260 nm kann die Wäscherei auf die Verwendung von Chemikalien, die möglicherweise auch Allergien auslösen, verzichten. Der sterilAir-Geschäftsführer Martin Graupner erläutert die Wirkung des Photoreaktors: „Aufgrund der UVC-Bestrahlung des Wassers noch vor Eintritt in die beiden Waschstraßen kommt es zu einer photochemischen Reaktion in der DNA der exponierten Zellen. Durch diesen Effekt wird die Zellteilung verunmöglicht, die Zelle wird inaktiviert und stirbt letztendlich ab. Daher rührt der stark keimtötende Effekt dieser Technik.“ Seit der Installation liege der Keimwert bei Messungen konstant bei null. Die Einhaltung der mikrobiologischen Grenzwerte sei somit sichergestellt, so dass der Betrieb die Hygieneansprüche der Behörden sowie der eigenen Klientel erfüllt.

FDA-konform durch Glassplitterschutz

Berechnung, Konzeption und Konstruktion der Anlage erfolgten unter Berücksichtigung von sicherheitsrelevanten Richtlinien der Lebensmittelindustrie. Dafür sorgt sterilAir zufolge nicht zuletzt die zum Patent angemeldete, wasserdichte (IP 68) Glassplitterschutz-Verschraubung der UV-C Röhren, die den in der Lebensmittelindustrie relevanten HACCP-Richtlinien entspricht. „Gerade weil wir viel Wäsche für Spitäler und die Lebensmittelindustrie waschen, wäre es fatal, wenn bei einem Zerbersten der Röhren kleine Glasteilchen zur Gefahrenquelle würden“, zeigt Wäckerlig die besondere Relevanz für seinen Betrieb auf. Auch die neuesten Erkenntnisse aus der Strömungslehre wurden miteinbezogen. So seien bei der Auslegung auch die Wassertransparenz von T = 88,6 Prozent und die Wassertemperatur zwischen 15 und 17 °C berücksichtigt worden. Was den Ablauf bis zur Inbetriebnahme anging, war es der Wäscherei wichtig, dass eine zentrale Ansprechperson die verschiedenen Schritte koordiniert. „Nachdem die Entscheidung für die Anschaffung des Reaktors gefallen war, organisierte sterilAir alles Weitere, so dass wir uns auf unser Tagesgeschäft konzentrieren konnten“, beschreibt der Geschäftsführer das Prozedere.

Schulung für das Wäschereiteam

Die V2A-Edelstahlinstallation direkt hinter dem 5.000-l-Weichwassertank, der die Waschstraßen versorgt, koordinierten steril­Air und die Firma Bischof Anlagenbau gemeinsam. Unterstützt wurden sie dabei vom technischen Leiter der Wäscherei, Ryszard Budek. Die Überwachungsmodule und der Stromanschluss moniterte der Hauselektriker. Am darauffolgenden Tag war die Anlage mit einer maximalen Pumpenleistung von zweimal 30.000 l, was einer Durchflussmenge von bis 1.000 l/min entspricht, einsatzbereit. Bei der Inbetriebnahme schulte sterilAir das Wäschereiteam auch gleich bezüglich Sicherheitsregeln, Handhabung, Reinigung und Röhrenwechsel.

An einem durchschnittlichen Arbeitstag durchströmen heute 20.000 bis 30.000 l/h bzw. 300 bis 500 l/min den Reaktor. „Die Funktion der Anlage wird dabei mittels in den bestehenden Steuerungskasten eingebauter Module zur Stromflussüberwachung kontrolliert. Für die reine Sichtkontrolle dient ein großzügig bemessenes Bullauge im Reaktorgehäuse, über das jedoch keine UVC-Strahlung austritt. Um außerdem regelmäßig mikrobiologische Analysen durchführen zu können, wurde vor und nach dem Reaktor ein Probehahn installiert“, beschreibt Graupner das Sicherheitskonzept. Muss eines der Bauteile ausgetauscht werden, erlaubt ein Bypass das Umgehen des Reaktors, so dass die Produktion sichergestellt ist. Die Pumpen und das UVC-Gerät lassen sich dann über den Hauptschalter ausschalten.

Röhrenwechsel selbst durchführen

Grundsätzlich halten sich Wartungsaufwand und Unterhaltskosten laut sterilAir jedoch in Grenzen. So betrage etwa die Lebensdauer der UVC-Einheiten üblicherweise 12.000 Stunden, was bei einem Einsatz von Montag bis Freitag zwischen 05:30 bis 23:00 Uhr einer Laufzeit von 31 Monaten entspricht. Um die Betriebssicherheit der Entkeimungsanlage zu gewährleisten, macht die Überwachungssoftware der sterilAir AG den Kunden bereits im Vorfeld auf den anstehenden Röhrenwechsel aufmerksam. Dieser erfordert laut Unternehmen keinen Serviceeinsatz des Herstellers und auch eine regelmäßige Kalibrierung der Anlage sei aufgrund der hohen Sicherheitsreserven nicht nötig. „Wir schätzen es sehr, den Wechsel selbst durchführen zu können“, betont Wäckerlig. „Selbst die Reinigung von leistungsreduzierenden Ablagerungen ist ohne Einsatz von speziellem Werkzeug schnell und unkompliziert in Eigenregie möglich.“

Infos: www.sterilair.com, www.waescherei-bodensee.ch