Ein innovatives Unternehmen mit etwa 75 Mitarbeitern hatte schon mehrere Jahre Probleme, für ein technisches Berufsbild Auszubildende mit einigermaßen guten Noten zu bekommen. Es benötigt jedoch aufgrund des auch zukünftig zu erwartenden Auftragswachstums dringend geeigneten und möglichst im eigenen Haus ausgebildeten Nachwuchs. Nachdem alle möglichen Werbemaßnahmen und Sponsorings keine Früchte trugen, engagierte der Unternehmer Nachhilfelehrer für die Fächer Mathematik, Physik und Englisch und bot der ortsansässigen Realschule für maximal zehn Neunt- und zehn Zehntklässler kostenlosen Nachhilfeunterricht bzw. Prüfungsvorbereitungsunterricht in seinem Unternehmen an. Die einzige Voraussetzung war, dass die Interessenten einen Kurztest absolvierten, um deren technische Neigungen und Fähigkeiten zu ermitteln.
Das Angebot sprach sich wie ein Lauffeuer in der Schule und in der Kleinstadt herum, so dass nicht nur der Bekanntheitsgrad des Unternehmens stieg, sondern dass der Unternehmer bei der Auswahl der Nachhilfe-/Prüfungsvorbereitungsinteressierten zudem die Qual der Wahl hatte.
Schon im ersten Jahr der ungewöhnlichen Maßnahme trat der gewünschte Erfolg ein: Die meisten der Nachhilfeschüler bewarben sich bei dem Unternehmen um eine Ausbildungsstelle. Der Vorteil für das Unternehmen war, dass es etwa neun Monate Zeit hatte, um sich nicht nur die schulischen Leistungen der Schüler anzusehen, sondern auch deren Sozialverhalten während des Nachhilfeunterrichts. Zudem arbeiteten von den Neuntklässlern einige während der Ferien zeitweise im Unternehmen und konnten ihre technischen Fähigkeiten zeigen, erproben und sukzessive verbessern.
Alles in allem lagen die Kosten für die Nachhilfemaßnahme weit unter denen der vorherigen Werbemaßnahmen und Sponsorings. Doch selbst wenn diese höher gewesen wären, hätte die Erfolgsquote auch höhere Kosten gerechtfertigt. Dieser Meinung ist jedenfalls der „glückliche“ Unternehmer.