Umfrage in Senioren- und Pflegeheimen Nachholbedarf in Heimen

Die Umfrage von „Hygienewaschen.de“ und „Health&Care Management“ ist der Bedeutung von ­Hygienestandards in Pflege- und Seniorenheimen auf den Grund gegangen. Die gute Nachricht: Hygiene und hygienische Waschkonzepte sind weit verbreitet. Doch es gibt auch noch Nachholbedarf.

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    Der neuralgische Punkt im Wäschekreislauf ist die Wäscherei. Dort kann eine erneute Verkeimung sauberer Wäsche durch ein ­Trennungsprinzip verhindert werden. Foto: Electrolux
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    Wie die Umfrage zeigt, steht das Thema Keimbefall in Pflegeeinrichtungen im Gegensatz zu Krankenhäusern (noch) nicht so stark im Vordergrund. Quelle: Hygienewaschen.de, Grafik: RWT

3 Die Verbreitung multiresistenter Keime ist vor allem für pflegebedürftige und ältere Menschen gefährlich. Daher erfordert der Wäschekreislauf eine besondere Hygieneachtsamkeit. „Wenn es schlecht läuft, können in der Wäscherei alle Anstrengungen einer desinfizierenden Reinigung wieder zunichtegemacht werden“, sagt Thomas Schauerte, Vertriebsleiter und Spezialist für Wäschereihygiene bei Electrolux Professional. Mit einer Online-Umfrage in Senioren- und Pflegeheimen zum Thema „Waschen und Hygiene“ hat die Initiative „Hygienewaschen.de“ in Zusammenarbeit mit dem Fachmagazin „Health&Care Management“ versucht, dieses Problem zu analysieren. 236 Führungskräfte aus Senioren- und Pflegeheimen haben teilgenommen.

Zwischen 50 und 60 Prozent der Antwortenden orientieren sich mit (Barriere-)Waschmaschinen, die an zwei Seiten geöffnet werden können, sowie mit Personen- und Wagenschleusen an einem hygienischen Waschkonzept. Das beugt einer Rekontamination der Wäsche im Reinigungs- und Trockenprozess vor. Allerdings ergab die Umfrage auch, dass ein großer Teil der Befragten, nämlich 40 bis 50 Prozent, noch Nachholbedarf beim hygienischen Waschen hat. Angesichts der Empfehlung des Robert Koch-Instituts, in Seniorenheimen und Pflegeeinrichtungen die gleichen strengen Hygienemaßnahmen wie in Krankenhäusern anzuwenden, ist der Wert von 15 Prozent, die keine Hygienewaschmaschinen einsetzen, immer noch zu hoch. Rund 43 Prozent der Teilnehmer setzen (teilweise) noch Haushaltswaschmaschinen (HH-Waschmaschinen) ein. Das verstößt gegen die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG, die gewerbliche Geräte für die betriebliche Nutzung vorschreibt, um die Bediener zu schützen. Ein zusätzliches Argument gegen HH-Waschmaschinen in Heimen ist, dass Maschinenfunktionen, die im Privatgebrauch ausreichen, für den professionellen Einsatz ungenügend ausgestaltet sind: Bei HH-Waschmaschinen besteht das Risiko, dass Keime, die erst nach einer definierten Zeit und Temperatur sowie bei Verwendung der richtigen Waschchemie unschädlich gemacht werden, sich nach dem Waschgang noch auf der Wäsche befinden. Das liegt daran, dass HH-Waschmaschinen in der Regel die Temperatur nicht so lange halten, wie es für die Abtötung der Keime notwendig wäre.

Weitere Ergebnisse der Umfrage:

  • Fast 90 Prozent der Mitarbeiter in Heimen wenden die Handdesinfektion an (fünf Prozent „nein“, fünf Prozent „weiß nicht“).
  • In knapp der Hälfte der Wäschereien sind die unsaubere und die saubere Seite durch Schleusen für Personen und Wagen getrennt (30 Prozent „nein“, 20 Prozent „weiß nicht“).
  • In fast 50 Prozent der Wäschereien ist der Kittelwechsel zwischen reiner und unreiner Seite gängige Praxis (30 Prozent „nein“, 20 Prozent „weiß nicht“).
  • Mehr als 50 Prozent sehen keinen Konflikt zwischen Wäschehygiene und Kostenmanagement. Bei jedem Zweiten besteht jedoch die Gefahr, dass Kostendruck umfassende und konsequente Hygienemaßnahmen verhindert.

Infos: www.hygienewaschen.com