Zu Besuch bei Ecotex in Plaidt Gebrauchte als Alternative

Textilpflegebetriebe brauchen zuverlässige, moderne Technik, um effizient arbeiten zu können. Doch bei einer Investition muss es nicht immer eine neue Maschine sein. Ecotex hat sich auf die technische Überholung, Modernisierung bzw. Aufarbeitung von gebrauchten gewerblichen und industriellen Maschinen sowie Anlagen für Wäschereien spezialisiert. RWTextilservice hat in Plaidt vorbeigeschaut.

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    Ecotex-Geschäftsführer Thomas Michaelis (v.re.) mit Werkstattleiter Rolf Ohlberger, Vertriebsmitarbeiter Jens Bröhldick und dem technischen Leiter Fred Kullmann.  Fotos: Ecotex
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    Auf insgesamt etwa 5.000 m 2 Fläche befinden sich am Unternehmenssitz von Ecotex in Plaidt Werkstätten, Lager und Verwaltung.
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    Fertig überholte und verpackte Maschinen warten auf ihren Einsatz in industriellen Wäschereien weltweit.
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    Ecotex sorgt für ständige Weiterbildung der Mitarbeiter, um aktuelles und umfassendes Know-how im eigenen Haus zu haben.
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    Gebrauchte Wäschereimaschinen jeglicher Art und Größe sind das Spezialgebiet von Ecotex. Das Unternehmen beliefert von Plaidt aus Kunden auf der ganzen Welt.

3 Wer ein Auto kaufen möchte, steht zunächst vor der Wahl: neu oder gebraucht? Die Entscheidung hängt nicht unbedingt nur vom Budget ab, sondern auch vom Verwendungszweck, dem technischen Anspruch, den zu fahrenden Strecken, den Unterhaltskosten etc. Gebrauchte sind für viele eine günstige Alternative – so auch bei Wäschereitechnik. Ob beim Auto oder der Waschstraße, es stellt sich die Frage: Wo kaufe ich am besten gebraucht? In beiden Fällen wiederum gibt es Spezialisten, die Fahrzeuge bzw. Maschinen wiederaufbereiten, technisch überholen und dafür sorgen, dass der Käufer ordentliche Qualität erhält. Ein solcher Spezialist im Bereich industrieller Wäschereimaschinen ist Ecotex in Plaidt. Die Redaktion von RWTextilservice hat das Unternehmen besucht und sich vor Ort einen Eindruck über die Maschinenaufbereitung gemacht.

Geschäftsführer ist Thomas Michaelis. Seit rund 30 Jahren kennt und schätzt er die Textilpflegebranche, vor allem die professionelle, industrielle Wäschereitechnik. Nach einer technischen Ausbildung und einem späteren BWL-Studium arbeitete Michaelis in den Bereichen Service, Instandhaltung sowie Montage. Anfang der 90er-Jahre wagte er sich in die Selbstständigkeit im technischen Service für Wäschereien. Danach war Michaelis fast 16 Jahre bei Jensen und hat u.a. im nationalen sowie internationalen Vertrieb gearbeitet. Nach einigen Erfahrungen in verschiedensten Funktionen ergab sich schließlich im Jahr 2014 die Gelegenheit, Ecotex zu übernehmen. Das Unternehmen kannte Michaelis schon vorher durch jahrelange Geschäftsbeziehungen mit dem Gründer Claus Jürgen Konrad, der Anfang der 1970er den Gebrauchtmaschinenspezialisten ins Leben rief. Als Konrad einen Nachfolger suchte, ergab sich die Lösung mit Thomas Michaelis. Und so ist Michaelis seit 1. Januar 2015 alleiniger geschäftsführender Gesellschafter der Ecotex GmbH & Co. KG. „Claus Jürgen Konrad hat die entscheidenden Weichen für den internationalen Erfolg von Ecotex gestellt“, erklärt Michaelis. „Wir freuen uns, dass Herr Konrad dem Unternehmen auch im verdienten Ruhestand verbunden bleibt und uns mit seinem Netzwerk und Know-how beratend zur Seite steht. Wir haben nach wie vor einen guten, engen Kontakt und tauschen uns oft aus.“

Ecotex mit dem Chef Claus Jürgen Konrad sei immer ein Begriff in der Branche gewesen – und zwar als Spezialist auf dem Gebiet der Modernisierung und Aufbereitung von Maschinen. Und das soll auch weiterhin so bleiben, betont Michaelis. „Wir machen beispielsweise selbst keinen Kundendienst etc. Dafür arbeiten wir mit nationalen oder internationalen Servicepartnern zusammen; teilweise haben die Kunden auch ihre eigenen langjährigen lokalen Ansprechpartner. Als Maschinenprofis konzentrieren wir uns auf unsere Kernkompetenzen. Das Ganze versuchen wir äußerst professionell umzusetzen und uns zu entwickeln.“ Insgesamt etwa 5.000 m2 Fläche hat Ecotex in Plaidt zur Verfügung für Verwaltung, Werkstätten und Lager. Bereits seit Ende der 80er sitzt das Unternehmen hier. Und von hier aus plant, konstruiert, fertigt sowie liefert und installiert Ecotex einzelne Maschinen wie auch komplette Anlagen weltweit. Ecotex kauft auch Maschinen an, für die es aktuell noch keinen Interessenten gibt. „Und wir arbeiten kontinuierlich am Einkauf bzw. Nachschub. Wir sind ständig daran interessiert, gebrauchte Maschinen und Anlagen zu kaufen. Wenn also jemand Maschinen veräußern will – egal ob einen kleineren gewerblichen Trockner oder eine ganze Anlage wie eine Mangelstraße –, wären wir dankbar, wenn er uns kontaktiert“, so Vertriebsmitarbeiter Jens Bröhldick.

Wertigkeit zählt

Das heißt aber nicht, dass Ecotex jede Maschine kauft. Die Wertigkeit, technische Ausstattung und der Maschinenbau zählen laut Geschäftsführer. Er ist sich sicher, „dass es einen Markt gibt für anspruchsvolle Gebrauchtmaschinen, wo Qualität und Seriosität zählen“. Um nochmals den Vergleich mit dem Gebrauchtwagenmarkt anzuführen: Ein gebrauchter Kia oder Dacia bringt nicht dieselbe langfristige Wertigkeit wie beispielsweise ein gebrauchter BMW oder Mercedes. Deshalb konzentriert sich Ecotex nur auf einige weniger Hersteller, bei denen Marktwert, Konstruktion, Herstellung sowie das Servicenetzwerk stimmen.

Ein international bestehendes, gut organisiertes Servicenetzwerk ist wichtig, denn die Kunden von Ecotex finden sich auf der ganzen Welt: Europa, Mittlerer Osten, Südamerika, Asien. Michaelis reist viel, muss und will bei den Kunden vor Ort sein. Persönliche Betreuung und Beratung sind ihm wichtig. Für den direkten Draht werden im digitalen Zeitalter auch Videokonferenzen per Internettelefonie und Kamera mit den Kunden abgehalten.

Kunden und Aufträge von Ecotex sind ganz unterschiedlich in ihrer Art und Größer. Es gehören nach Unternehmensangaben kleine und mittelständische Wäschereien ebenso dazu wie große Textilservicegruppen. Die Projekte reichen vom Verkauf kleiner Einzelmaschinen bis hin zu kompletten Wäschereieinrichtungen. Ecotex sieht sich als Komplettplaner und Technikpartner, nicht als reiner Händler. Zu den Leistungen gehören auch Planung und Konstruktion nach speziellen Kundenwünschen – inklusive individueller Beratung, Planungszeichnungen sowie Projektmanagement. Für eigene Projekte konstruiert Ecotex Verbindungselemente wie Transportbänder oder Airtransportsysteme, Stahlgestelle etc. bei Bedarf selbst. Dadurch will man eine hohe Wertschöpfung und Unabhängigkeit sicherstellen. Das Unternehmen hat außerdem neue Leistungsangebote ins Leben gerufen: Beispielsweise lassen Kunden ihre eigenen Maschinen oder Anlagen nach gemeinsamer Begutachtung in Plaidt modernisieren. Auch bietet Ecotex für spezielle Maschinen einen „Rent-Service“ an. Damit können Kunden eine gewisse Zeit überbrücken, z.B. bei einer größeren Reparatur oder einem Schaden bis zur Lieferung der Neumaschine. Interessant kann der Service auch für Saisonbetriebe sein, die nur für einige Monate im Jahr bestimmte Maschinen benötigen.

Investition in Mitarbeiter

In Plaidt gibt es u.a. eine eigene Schlosserei sowie eine Elektrowerkstatt. Und Ecotex achtet auf gut ausgebildetes Personal. Unter den insgesamt 15 Mitarbeitern sind auch ein Maschinenbaukonstrukteur, Elektromeister und CAD-Zeichner. Diese werden ständig weitergebildet, sei es für neue Schweißtechniken, moderne Steuerungen, elektrische Abnahmeprüfungen etc. Investiert wird auch anderweitig in die Mitarbeiter. Beispielsweise soll bald ein unternehmenseigener Fitnessraum in Betrieb genommen werden – für den körperlichen Ausgleich nach Feierabend. „Wir wollen gesunde Mitarbeiter, die sich wohlfühlen. Im Unternehmen einen Mehrwert zu bieten, ist wichtig, um fähige Mitarbeiter finden und binden zu können“, erläutert Michaelis. Die in eine Maschinenaufbereitung investierten Mitarbeiterstunden werden genau festgehalten. Ecotex legt Wert auf eine ordentliche Kalkulation. Denn eine aufbereitete Gebrauchtmaschine soll wirtschaftlich sein – für Ecotex ebenso wie für den Kunden. Das beinhaltet, dass die überholte Maschine „bei Auslieferung technisch top sein muss“, wie Michaelis betont.

Ecotex verwendet nach eigenen Angaben ausschließlich hochwertige Ersatzteile von Originalherstellern in Erstausrüsterqualität.  Alle Maschinen werden außerdem getestet und die Endabnahme protokolliert, bevor sie Plaidt verlassen. Waschstraßen durchlaufen auch Tests unter Wasser, Mulden werden unter 12 bar Wasser über Nacht geprüft. Die Prüfungen sind wichtig, denn dass die Maschine reibungslos funktioniert, ist ökonomisch entscheidend für Ecotex und letztlich den Kunden. Die komplette Modernisierung einer Maschine wird penibel dokumentiert, verspricht Ecotex. Das soll für den Kunden Transparenz und Sicherheit bieten. Im speziellen Premiumpaket gibt das Unternehmen auch eine Gewährleistung für die überholte Maschine.

Verschiedene Leistungspakete

In den verschiedenen Leistungspaketen soll sich jeder Kunden wiederfinden. Sie reichen von Basic und Economy bis Business und Premium. Die beiden letzteren Pakete enthalten eine Modernisierung der Maschinen und Anlagen in der Werkstatt von Ecotex. Michaelis berichtet: „Viele freuen sich über einen Komplettservice wie das Businesspaket. Manche wollen aber z.B. lieber selbst modernisieren.“ Pakete wie Basic seien vor allem für Märkte wie Asien interessant, in den anderen Qualitätsstandards in Wäschereien herrschen als in Deutschland. Zum Business­paket gehören beispielsweise folgende Punkte:

  • Umfangreiche Reinigung.
  • Prüfung auf Vollständigkeit (z.B. Verkleidungsbleche, Anbauteile, Tanks, Schaltschränke, Steuerungen, Zubehör, Unterlagen etc.), Ersatz fehlender Teile.
  • Entrosten, Richten von Blechen/Anbauteilen, Ausbesserung der Lackierung.
  • Funktionsprüfung.
  • Austausch defekter Betriebselemente (z.B. Armaturen, Ventile, Gleichrichter etc.).
  • Antriebselemente (Motor, Laufrolle, Antriebswelle, Ketten, Ritzel etc.) werden überholt oder ggf. ausgetauscht.
  • Alle Verschleiß- und defekten Dichtungsmaterialien werden ersetzt (z. B. Schläuche für Wasser/Dampf/Druckluft, Kammerdichtungen etc.).
  • Probelauf.
  • CE-Erklärung.
  • Interne Endabnahme mit Abnahmeprotokoll.
  • Verpackung der Maschine mit Stretchfolie.

Fred Kullmann, technischer Leiter, und Rolf Ohlberger, Werkstattleiter, betonen: „Wir machen die Maschinen nicht nur ,hübsch‘. Das lässt sich wieder gut mit Gebrauchtwagen vergleichen: Manche Händler bessern nur Lackmacken aus, polieren das Ganze, damit es wieder wie neu aussieht, und hängen ein Wunderbäumchen an den Innenspiegel. Das ist nicht unser Prinzip. Wir tauschen entscheidende technische Parts aus und sorgen dafür, dass alles einwandfrei läuft.“ Dazu werden die Maschinen komplett auseinandergenommen, manchmal sogar bis hin zur Bodenplatte oder bis nur noch der Stahlrahmen dasteht, und dann neu aufgebaut. Einen Eindruck von dieser Arbeit kann man sich z.B. auf der Homepage von Ecotex verschaffen. Hier ist zu sehen, wie eine Modernisierung einer Mangel- oder Waschstraße abläuft. Aber auch in Plaidt vor Ort sind neugierige Wäscher willkommen. Viele Kunden aus dem In- und Ausland nehmen die Gelegenheit wahr, die Maschine bzw. Anlage mit Ecotex gemeinsam vor der Lieferung abzunehmen und einen Testlauf durchzuführen. Das habe laut Unternehmen die Probleme bei der Montage deutlich verringert.

Austausch mit der Branche

Der Austausch mit der gesamten Branche ist Thomas Michaelis ein Anliegen. Ecotex ist Mitglied in verschiedenen Branchenverbänden: im Deutschen Textilreinigungs-Verband (DTV), in der Gütegemeinschaft sachgemäße Wäschepflege sowie im Fachverband für Wäscherei-, Textil- und Versorgungsmanagement (FWL). National und international ist Ecotex außerdem auf Messen unterwegs – sei es die ExpoDetergo in Mailand, die Texcare International in Frankfurt am Main oder die Texcare Asia in Shanghai. Nicht nur dort nimmt Ecotex eine positive Branchenstimmung wahr. Generell sieht Michaelis optimistisch in die Zukunft der Textilpflegebranche und glaubt an deren Erfolg: „Es gibt viele Chancen für die Branche, aber natürlich auch Herausforderungen wie die Digitalisierung.“

Auch Ecotex will digital auf dem aktuellen Stand bleiben. 2017 soll ein umfangreicher Onlineshop fertig werden, in dem alle Maschinen erfasst sind und alle Daten dazu übersichtlich abrufbar. Auf der Website in sechs Sprachen gibt es Infos zum Unternehmen, zu den Leistungspaketen usw.

In den nächsten Jahren will Ecotex moderat wachsen und im Markt für professionelle Wäschereitechnik eine gute Alternative sein. Michaelis sagt: „Wir wollen in der Zukunft in unseren bestehenden Märkten mit unseren Kunden wachsen und uns entwickeln. Für uns ist perspektivisch klar: Der Markt will Qualität – und unser Anspruch ist, diese zu bieten.“  

Infos: www.ecotex.de

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