Neue Dosieranlage bei Greif Textile Miestsysteme, Berlin Kurzer Takt und lange Leitung

Eine kurze Taktzeit von 100 Sekunden auf der Waschstraße und über 100 m lange Leitungen von der Dosieranlage bis zur Waschstraße waren nur zwei Herausforderungen, die bei Greif in Berlin-Hohenschönhausen zu meistern waren. Das Team der Rohrbach Elektrotechnik GmbH entwickelte eine maßgeschneiderte, intelligente Dosierlösung für wirtschaftliche Prozesse.

Sie arbeiteten in der Entwicklungsarbeit eng zusammen (v. li.): Kurt Hofmann (CHT), Andreas Scherf, Hans-Peter Hermann (beide Rohrbach) und Matthias Uhlendorf (CHT). Foto: Wylegalla - © Wylegalla

3 Es war eine Herausforderung für das Team der Rohrbach Elektrotechnik GmbH, Butzbach: die Entwicklung einer maßgeschneiderten Dosieranlage für die neue Produktionsstätte der Greif Textile Mietsysteme in Berlin-Hohenschönhausen. Die Experten mussten erheblich höhere Anforderungen als bei früheren Aufträgen erfüllen, berichtet Rohrbach-Prokurist Andreas Scherf.

Die Rohrbach Elektrotechnik GmbH wurde vor mehr als 25 Jahren gegründet. Vor neun Jahren begann eine enge Zusammenarbeit mit der Wäschereibranche; vor sieben Jahren entwickelte und installierte das Unternehmen die erste Dosieranlage – in Kooperation mit der CHT R. Beitlich GmbH, Tübingen. Der Chemiehersteller beliefert wiederum seit vielen Jahren die Firma Greif Textile Mietsysteme. „Über diese Verbindung wurden wir schließlich mit der Lieferung der Dosieranlagen für die neue Niederlassung beauftragt“, erläutert Andreas Scherf.

Leistungsfähige, zuverlässige Technik

Die neue Wäscherei in Hohenschönhausen hat eine Produktionsfläche von 7.500 m2 und eine Bearbeitungskapazität von 120 t Wäsche pro Tag. Solch eine Riesenmenge ist nur im Mehrschichtbetrieb zu bewältigen. Und mit leistungsfähiger und zuverlässiger Technik. So wurden in der riesigen Halle zwei Powertrans-Taktwaschstraßen von Kannegiesser installiert – mit der Option auf eine Kapazitätserweiterung.

„Unsere Aufgabe war es, die Dosierprozesse auf die extrem kurze Taktzeit von 100 Sekunden abzustimmen“, berichtet Dipl.-Ing. (FH) Hans-Peter Hermann, Entwicklungsingenieur der Rohrbach Elektrotechnik GmbH. Jede zu dosierende Kammer muss beladungs- und programmabhängig und vor allem möglichst rasch mit der exakten Waschmittelmenge beschickt werden, damit sich die Wirkung auf die Textilien innerhalb kürzester Zeit voll entfalten kann.

Die Leitungen von der Dosieranlage bis hin zu den Waschstraßen und den großen Industriewaschschleudermaschinen, von denen im Endausbau vier Stück versorgt werden, sind über 100 m lang. „Wir mussten also die gesamte Technik so geschickt konstruieren, dass trotz langer, zum Teil sogar erheblicher vertikaler Wegstrecken die dosierte Waschchemie sicher und zuverlässig die Kammern bzw. die Waschschleudermaschinen erreicht“, erklärt Hans-Peter Hermann. Eine weitere technische Raffinesse: „Die Waschkammern werden so befüllt, dass keine Waschmittelreste nachlaufen und die Dosierung verfälschen können.“ Zusätzlich werden die Waschmittel nach dem Ende des Dosierprozesses mit Wasser nachgespült. Eine besondere Herausforderung war auch die Erstellung der Software. „Die Software protokolliert sämtliche Betriebsdaten, beginnend vom verwendeten Waschprogramm, dem Kunden, der Beladung, Soll-, Istwerte bis hin zum einzelnen Dosiervorgang und gewährleistet jederzeit deren Auswertung“, sagt Andreas Scherf.

Software protokolliert Betriebsdaten

Alle Prozesswerte, z.B. die für eine bestimmte Wäsche verwendete Chemie, seien sowohl numerisch als auch grafisch darstellbar. Die Software der Dosieranlage verfügt über Schnittstellen zum Daten- und Signalaustausch der Waschstraßen und den Waschschleudermaschinen. „So sind sämtliche Produktionsprozesse der Anlagen durchgehend transparent“, so Hans-Peter Hermann.

Auf Wunsch könne die Dosieranlage auch mit einem übergeordneten Leitsystem verknüpft werden, damit vom Leitstand aus Informationen über den aktuellen Status quo abgerufen werden können. Die Funktionenen Alarmweiterleitung, Informationen über die Soll-Ist-Werte, den Beladungszustand, die Füllstände sind Standard. Täglich erhalten die Führungskräfte automatisiert per E-Mail einen Report mit den gesamten Produktionsdaten und die Chemieverbräuche als Grundlage für bedarfsgerechte Nachbestellungen und Kontrolle der Wirtschaftlichkeit. Die Visualisierung der Dosieranlage ist voll remotefähig und gewährt autorisierten Personen die Bearbeitung und Kontrolle aller Einstellungen.

Für das Bedienpersonal sowie für die Mitarbeiter des Chemielieferanten ist eine Authentifizierung per RFID-Chip und damit ein benutzerbezogener Zugriff auf die Dosieranlage implementiert. „Perspektivisch kann das System sogar an ein ERP-System zur optimalen Steuerung und Verwaltung der Produktionsmittel angeschlossen werden“, unterstreicht Andreas Scherf.

Chemielieferant als Projektpartner

Einen nicht geringen Anteil am Gelingen des Projekts hat laut Hans-Peter Hermann der Chemielieferant: „Unsere Entwicklungsarbeit profitiert erheblich von dem hervorragenden Know-how, von Waschchemie über die Erstellung von Waschprogrammen bis hin zur Parametrierung der Anlagen“, so der Entwicklungsingenieur. Das modulare System von CHT ermögliche eine kundenspezifische und bedarfsgerechte Zusammenstellung der Waschchemie. Vorteilhaft sei auch die Kennzeichnung der Waschmittelprodukte und -gebinde mit Barcodes, die mit einem optionalen Barcodereader von der Dosieranlagensoftware gelesen werden kann und somit eine Verwechslungsgefahr beim Gebindewechsel verhindert.

Infos: www.mietwaesche.de, www.rohrbach-elektrotechnik.com, www.cht.com