In vier Messehallen konnten sich die rund 28.000 Besucher der diesjährigen Altenpflege über aktuelle Trends, Produkte und Lösungen informieren. Vom 25. bis 27. April 2017 wurde Nürnberg zum Treffpunkt der Pflegewirtschaft. R+WTextilservice war dabei und hat sich vor allem im Bereich Textil und Hygiene umgesehen. Dabei zeigte sich: Das Thema Wäsche hat Potenzial, denn es ist mit Emotionen verbunden.
Mit rund 28.000 Besuchern ging am Donnerstag, 27. April 2017, die Altenpflege in Nürnberg zu Ende. Besucherseitig wurde damit laut Veranstalter die Vorjahreszahl erreicht. 660 Aussteller zeigten drei Tage lang zukunftsweisende Innovationen sowie Dienstleistungen aus der Pflegebranche, darunter auch Lösungen rund um die Textilpflege. Zum ersten Mal in Nürnberg dabei war „Altenpflege connect“ – themenbezogene Foren, auf denen Besucher, Aussteller und Experten sich gezielt zu verschiedenen Themenkomplexen austauschen konnten. Auch die Themen Textilien, professionelles Wäschemanagement sowie Wäschekreislauf wurde bei „connect“ behandelt. Der Deutsche Textilreinigungs-Verband (DTV) mit der DTV med-Gruppe steuerte einen Vortragsblock unter dem Titel „Mehr als Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Qualität – Wie eine intelligente textile Versorgung die Hauswirtschaft und Pflege bereichert“ bei. Insgesamt drei Vorträge organisierte der Verband. Henrik Bier, Präsidiumsmitglied des DTV, referierte zum Thema „Textiles Controlling – wie aus der Wäscheversorgung ein echter Mehrwert entstehen kann“. Enrico Gimpert, Geschäftsführer dieGesundheitsWäsche, hielt einen Vortrag über „Einsatz und hygienische Wiederaufbereitung von Wischbezügen im Gesundheitswesen“. Abgerundet wurde der Vortragsblock mit einer Präsentation von Martin Steiner, Leiter Fachgebiet Textil und Mode der BG ETEM, zum „Umgang mit Wäsche aus Bereichen mit erhöhter Infektionsgefahr“.
Wie wichtig das Thema Wäsche- und Textilmanagement für den Altenpflegebereich ist, zeigt auch das Investitionsbarometer von Vincentz. Laut der Umfrage geht der Trend hin zu einer Rückbesinnung auf interne Wäschelösungen. So plant mehr als die Hälfte der Leitungskräfte von Einrichtungen 2017 neue Investitionen im Bereich Hauswirtschaft. Die wichtigsten Investitionstrends dabei: 50 Prozent der kleinen und 55 Prozent der größeren Träger wollen in Reinigungsmaschinen investieren; in Waschmaschinen 30 Prozent der kleinen Träger, 41 Prozent der größeren Träger. Der Trend zeigt außerdem, dass immer mehr Maschinenhersteller ihre Kunden mit Beratungs- und Planungslösungen unterstützen.
Das Team von RWTextilservice war in Nürnberg vor Ort und hat mit branchenrelevanten Ausstellern gesprochen.
Textilien
Die Arcora-Group ist seit 1992 eine feste Größe auf dem internationalen Reinigungsmarkt und bietet als Hersteller für Reinigungstextilien zahlreiche Produkte für den Einsatz u.a. in Altenpflegeheimen, die auch für Wäschereien geeignet sind, z.B. den Excellent-Original-Plus-Mopp und das Super-Line-Microfasertuch. Der Mopp soll durch hohe Schmutz- und Wasseraufnahme sowie hervorragende Reinigungs- und Gleiteigenschaften auf fast allen Untergründen überzeugen. Außerdem sei damit eine erhebliche Reduzierung der Waschkosten durch das geringe Gewicht um bis zu 30 Prozent möglich. Eine lange Lebensdauer verspricht das Unternehmen zudem.
Clinic & Job Dress war mit seiner Marke Clinic Dress in Nürnberg vertreten. Ob sportlich, klassisch oder elegant – farbenfrohe Styles der Berufsbekleidung sollen für Abwechslung im Berufsalltag sorgen. Die neue „Clinic Wash“-Kollektion aus Kasacks und Hosen verbindet laut Anbieter modernes Design, funktionale Details und komfortable Schnittführung. Gleichzeitig erfülle sie die Anforderungen der Industriewäsche. Der Schlupfkasack aus der Kollektion besteht aus 49 Prozent Polyester, 49 Prozent Baumwolle und zwei Prozent Elastolefin bei einem Materialgewicht von 200 g/m².
Curabelle präsentierte als Neuling auf der Messe ein Konzept, um die Wohnatmosphäre in Heimzimmern zu verbessern. Durch herstellerübergreifend entwickelte, ganzheitliche textile Lösungen will Curabelle in Bewohnerzimmern in Senioren- und Pflegeeinrichtungen eine ganz neue Atmosphäre schaffen: weg vom Krankenhauscharakter, hin zu Wohlfühlräumen. Seit einem Jahr ist das Unternehmen am Markt. Um die menschlichen Bedürfnisse zu erfüllen, machte sich Curabelle bei der Entwicklung wissenschaftliche Erkenntnisse und Studien zur Schlafforschung sowie (visuellen) Wahrnehmung älterer Menschen zunutze. Drei sogenannte Wohnkollektionen werden angeboten: Balance als Basic-Linie, Harmonie ist die mittlere Kategorie und Ambiente für den gehobenen Bedarf. Das Gesamtkonzept der jeweiligen Kollektionen umfasst die Kernprodukte der fünf Partner: Bettwäsche von Kettelhack, Frottierwaren von Dyckhoff, Wohndecken von Biederlack, Matratzenschutz und Inkontinenzunterlagen von SETEX und Bettwaren aus dem Hause Sanders. Die funktionellen Anforderungen der Textilien wurden laut Curabelle auch in Bezug auf die gewerbliche Wäsche und Leasingfähigkeit beachtet. Curabelle-Geschäftsführer Frank Brethauer sieht außerdem mit dem außergewöhnlichen Textilkonzept für Pflegeheime eine gute Chance, sich auf dem Markt zu differenzieren.
CWS-boco präsentierte seine Berufsbekleidungskollektion für die Gesundheitsbranche „boco Healthcare“. Besonders im Trend sind laut Unternehmen aktuell die leichten, kurzärmeligen „Unisex Schlupfkasacks“ von boco. Diese zeichnen sich durch ein Gewicht von nur 180 g/m2 aus sowie durch vielfältige Taschenlösungen. Ganz neu gibt es alle Kollektionsteile der Linie auch in Signalrot. Die „boco HealthCare“-Kollektion ist speziell für die Anforderungen der Branche entworfen und bietet Trägern ein hohes Maß an Komfort, Bewegungsfreiheit und Funktionalität, verspricht der Anbieter. Gleichzeitig überzeuge die Berufsbekleidung mit ansprechenden Designs und frischen Farben wie Jade, Bordeaux, Aqua, Apricot, Lavendel und Mint. Die Kollektion umfasst u.a. farbige Hemden, Blusen, Poloshirts, Jeans, Cargohosen, Sweat- sowie Fleece- und Softshell-Jacken. Besucher konnten mehr über die textile Vollversorgung des Unternehmens erfahren – von Berufsbekleidung über Flachwäsche bis zu Bettschutzeinlagen im Mietservice. Mitarbeiter von CWS-boco informierten am Stand zudem über das Kundenportal. Darüber können Einrichtungen beispielsweise rund um die Uhr Stationswäsche bestellen, Statistiken zu Wäschebeständen ansehen, Berufsbekleidung verwalten oder Bewohner für den Wäscheservice anmelden, so CWS-boco.
Textilspezialist Dieckhoff zeigte einen Überblick über sein Gesamtprogramm. Das kombinierbare Angebot reicht von der Schutz- und Berufsbekleidung über textile Medizinprodukte für den OP (Abdecksystem und Schutzmäntel) im Rahmen des SYSCARE-Produkt- und Serviceprogramms, Bettwäsche, Bettwerk, PU-Bettunterlagen, Säuglingswäsche bis zu Geschirrtüchern und Frottierwaren. Die Besucher hatten auch die Möglichkeit, die Produktlinie „Denken. Fühlen. Handeln.“ kennenzulernen, die nach „Cradle to Cradle“-Kriterien hergestellt wird. Neben neuen Modellen bei Bekleidung sowie Druckbettwäsche präsentierte das Unternehmen die neue Broschüre „ Textilien für den Objektbereich“. Einen eindeutigen Trend sieht man bei Dieckhoff zu individualisierten Textilien, außerdem habe spürbar die Nachfrage nach Tencel-Geweben zugenommen. Bei der Altenpflege 2017 standen für das Unternehmen, das Mitglied im Bündnis für nachhaltige Textilien ist, Nachhaltigkeit, soziale Standards und Umweltverträglichkeit im Fokus. Wichtig sei es aber auch, für jeden Bedarf und Geschmack eine große Design- und Qualitätspalette zu bieten.
Nachhaltige Berufsbekleidung mit Tencel für den Pflegebereich war ebenfalls ein Thema bei Gebrüder Heinemann. Kasacks, Hosen und Unisexmäntel aus 60 Prozent Polyester und 40 Prozent Tencel sollen mit natürlicher Klimaregelung, reduziertem Bakterienwachstum, weniger Geruchsbildung, Hautfreundlichkeit, Langlebigkeit und geringer Umweltbelastung überzeugen. Farbe stand bei der Walkfrottierserie „Color up!“ im Mittelpunkt, die in Anlehnung an die Heinemann-Bekleidungsserie „Color your Life“ entstanden ist. Sie besteht aus 100 Prozent Baumwolle, wiegt 450 g/m2 und ist bei 95 °C kochfest, so Heinemann. Das Standteam konnte auf der Altenpflege auch Wäschereikunden begrüßen.
Tencel-Gewebe und vollfarbige Kasackvarianten sind zwei Trends, die auch Berufsbekleidungskonfektionär Nybo Workwear im Pflegebereich feststellt. Als Neuheit stellte Nybo die Kasackkollektion „Bliss“ im modernen Denimlook vor. Insbesondere der Stretchanteil im Gewebe sorgt laut Anbieter für Tragekomfort. Das Gewebe soll voll industriewäschetauglich sein. Kombiniert mit einer weißen Jeans ergebe sich ein zeitgemäßer Look – „das Feedback auf der Altenpflege zu der Kollektion war durchweg positiv“, so Harald Reisinger, Verkaufsleiter Deutschland. In den Farben Denimblau und Denimgrau werde die Kollektion in Kürze verfügbar sein. Ebenfalls neu ist die „Perfect Fit“-Hosenkollektion. Insgesamt drei Modelle in vier Farben sollen den modernen Chino-Look von der Mode in die Berufsbekleidung transportieren. Details wie paspelierte Gesäßtaschen und eine Coin-Pocket unterstreichen den authentischen Chino-Style. Die Serie gibt es in den Farben Weiß, Khaki, Navy und Schwarz. Zwei Bundvarianten (Damen und Herren) sowie eine Pull-on-Variante sind im Programm. Insbesondere der Passform sei bei der Entwicklung viel Aufmerksamkeit geschenkt worden. Funktionalität bietet die geräumige Oberschenkeltasche und der Träger kann sich über Details wie Kontrastgewebe im Bund freuen, so Nybo Workwear. Nicht nur textile Highlights hatte das dänische Unternehmen auf der Altenpflege zu bieten; man empfing auch hohen Besuch auf dem Messestand. Am 26. April besuchte Helle Meinertz, Generalkonsulin/Director Innovation Center Denmark, den Königlich Dänischen Hoflieferanten. Begleitet wurde sie von zwei Kolleginnen des Königlich Dänischen Generalkonsulats in München. Im Mittelpunkt des Besuchs stand der fachliche Erfahrungsaustausch über den Ausbau der wirtschaftlichen Aktivitäten dänischer Unternehmen auf dem deutschen Markt, auf welchem Nybo Workwear bereits seit den 80er Jahren aktiv ist. Harald Reisinger und Christian Wurm, Produktmanagement & Marketing bei Nybo, präsentierten der Delegation die neuesten Trends hochwertiger Berufsbekleidung für das Gesundheitswesen.
Maschinentechnik
Der Wäschereimaschinenanbieter Alliance Laundry Systems nutzte die Altenpflege als Bühne, um sein künftiges Engagement in Deutschland zu kommunizieren. Das 1908 gegründete Unternehmen stellt nach eigenen Angaben unter den Marken Speed Queen, UniMac, Primus, Huebsch und IPSO hochwertige und zuverlässige Produkte her. Ein weltweites Netz an Partnern unterstützt hierbei. Der weltweiten Strategie folgend, will das Unternehmen aus Ripon/Wisconsin (USA) nun die Märkte Deutschland, Österreich und Schweiz erschließen. Anlässlich einer Pressekonferenz präsentierte Christophe Sisternas (Vice President Marketing) die Unternehmensphilosophie basierend auf Kunden- und Marktnähe. Um die Vertriebsaktivitäten in den Ländern auszubauen, hat das Unternehmen mit Christoph Kampmann einen erfahrenen Branchenkenner gewinnen können. Als „Regional Sales Director Central Europe“ wird der Vertriebsprofi in Kürze auch die deutsche Niederlassung eröffnen. Es gab ein klares Bekenntnis zum Vertrieb über Handelspartner sowie zum Ausbau der Aktivitäten im Bereich „Customer One“. „Customer One“ steht für ein Versprechen von Alliance Laundry Systems: fortschrittliche Technologie und große Unterstützung im Bereich Vertrieb und Service. Unterstützt wird dieses Versprechen durch das kürzlich eröffnete „STAR Center“. Im Juni 2016 nahm das Forschungs- und Entwicklungszentrum am Standort in Pribor (Tschechien) seine Tätigkeit auf.
Als Experten für einen hygienischen Wäschekreislauf zeigte sich das Standteam von Electrolux Professional. „Wir wollen nicht nur Maschinen verkaufen, sondern unsere Kunden bei kompletten Wäschereiprojekten betreuen“, sagte Thomas Schauerte, Vertriebsleiter Deutschland bei der Electrolux Professional GmbH. Man helfe beim Neu-, Um- oder Ausbau von Wäschereien, berate z.B. beim Erstellen von Hygieneplänen oder bei der Flächen- und Händedesinfektion etc. Laut Schauerte spüre man ein steigendes Interesse der Einrichtungen daran, die komplette Wäsche wieder in Eigenregie zu waschen. „Wir wägen gemeinsam mit unseren Kunden Ziele und Machbarkeit dieses Vorhabens ab“, erläuterte Schauerte. Von der rein technischen Seite präsentierte Electrolux u.a. die Trennwandmaschine „Hyvolution“, laut Unternehmen die platzsparendste 50-Kilogramm-Waschmaschine auf dem Markt. Sie soll die „Heavy Duty Pullman“ mit kompakten Geräten aus der „Evolution“-Reihe vereinen. Dabei verfüge die Maschine über ein effizientes Be- sowie Entladesystem, eine große „Ergo“-Tür sowie ein kompaktes Design. Die „Hyvolution“-Trennwandwaschmaschine ist 177 cm hoch, 129 cm breit sowie 126,5 cm tief. Das Modell ist laut Hersteller kosteneffizient und für sämtliche Wäschearten geeignet.
Der Wäschereitechnikanbieter Heprotex zeigte u.a. Waschschleudermaschinen, die mit Ladekapazitäten von 10, 14, 18, 27, 35, 45, 60 und 120 kg sowie der Beheizung Strom und Dampf erhältlich sind. Sie sollen ebenso wie die Hygienewaschschleudermaschinen mit Mikroprozessorsteuerung und Touchscreen punkten. Die Hygienemodelle gibt es mit Ladekapazitäten von 16 bis 200 kg und in den Beheizungsarten Strom und Dampf. Laut Heprotex überzeugen die Maschinen mit einer robusten, gut zugänglichen Bauweise. Außerdem zeigte das Unternehmen Abluft- und Kondenstrockner mit verschiedenen Kapazitäten. Neben Wäschereitechnik biete man umfassende Information und Unterstützung bei der Planung, zielgerichtet auf den Bedarf, auf Wunsch auch geeignete Finanzierungen.
Bei Miele Professional weiß man: „Bewohnern von Senioreneinrichtungen ist die persönliche Wäsche sehr wichtig. Die schonende und schnelle wie auch wirtschaftliche Wäschepflege ist unsere zentrale Aufgabe, die wir individuell für jede Hausgröße lösen“, so Nadja Lüdke, Marketingleiterin Professional bei der Miele Vertriebsgesellschaft Deutschland. Auf der Altenpflege präsentierte das Unternehmen in diesem Jahr u.a. eine neue Generation von Waschmaschinen für Beladungsmengen von 10 bis 20 kg Füllgewicht. Die Maschinen der Baureihe „Performance Plus“ verbrauchen laut Unternehmen deutlich weniger Strom und Wasser als herkömmliche Geräte. Zugleich sollen sie höchste Anforderungen in Sachen Hygiene und Bedienkomfort erfüllen. Die „Performance Plus“-Baureihe war eine der ersten, die im neuen Labellabor des Miele-Werks Lehrte geprüft wurde. Im Mittelpunkt der Waschversuche stand etwa die Frage, mit wie wenig Wasser die Geräte auskommen, ohne dass dies zu Abstrichen bei Sauberkeit und Hygiene führen würde. „So konnten wir den Wasserverbrauch um 20 Prozent senken und deutliche Energieeinsparungen erreichen“, so Laborleiter Dr. Tim van Zoest. Mit niedrigem Energieverbrauch punkten sollen auch Miele-Trockner. Der Wärmepumpentrockner für wenig Platz und große Wäschemengen halbiert die Energiekosten und passt mit 71 cm Breite auch in schmale Nischen, verspricht das Unternehmen. Möglich machen soll dies beim Modell PT 8203 WP aus der Baureihe „SlimLine“ ein neues Wärmepumpenmodul, das in den Innenraum des Trockners integriert ist. Zuverlässig, wartungsarm und kostengünstig. Mit diesen positiven Eigenschaften beschreibt Schneidereit Professional die neuen Membrandosierpumpen. Nach Angabe des Unternehmens werden demnächst die Neugeräte aller Schneidereit-Waschmaschinengrößen, von 7 bis 120 kg, mit der Membranpumpentechnologie ausgestattet. Auf der Altenpflege präsentierten die Solinger Spezialisten für gewerbliche Waschmaschinen und Trockner ihren Prototyp der Membranpumpentechnologie in Verbindung mit einer EasyMopp-Waschmaschine. Neben der Funktionsweise der Membranpumpen wurde gezeigt, wie bei ausbleibender Zufuhr von Wasch- oder Desinfektionsmitteln das Diagnosesystem von EasyMopp mit einer Fehlermeldung reagiert und sofort den Waschprozess unterbricht. „Das Zusammenspiel von Membranpumpe und EasyMopp-Waschmaschine ist die ideale Kombination eines sicheren und validierten Wasch- und Desinfektionsprozesses“, betont Nils Rodigast, Produktmanager des Unternehmens. Nach Angabe von Schneidereit sind die neuen Membranpumpen nahezu unempfindlich gegen Dauerbeanspruchung.
Seibt+Kapp präsentierte auf der Messe seine ausschließlich am Standort Oppenweiler bei Stuttgart entwickelten und produzierten Hochleistungswaschschleudermaschinen Cleanfex in Durchladeausführung mit 20 kg bis 180 kg Nennfüllmenge und Variofex mit Frontbeladung mit 17 kg bis 120 kg Nennfüllmenge. Die Variofex-Maschinen können optional mit dem automatischen und raumtrennenden Beladesystem Pneuma-Load ausgestattet werden. Sie erfüllen dann, wie ebenfalls die Cleanfex-Maschinen, die Anforderungen an die Bearbeitung von Wäsche aus dem Gesundheitswesen, so Seibt+Kapp. Beide Baureihen sollen sich durch einen sparsamen Medien- und Energieverbrauch auszeichnen. Sie verfügen über eine intelligente und frei programmierbare wäschemengenabhängige Zugabe aller Medien. Somit sei sichergestellt, dass z.B. die vom RKI geforderten Konzentrationen in der Waschflotte und damit die Desinfektion der Wäsche eingehalten werden. Rüdiger Schultz von Seibt+Kapp berichtete: „Bei Gesprächen erläutern Heim- und Hauswirtschaftsleiter vielfach, dass Bewohnerwäsche und Frottee im eigenen Haus und die Flach- und Formteilwäsche im Leasingverfahren von externen Dienstleistern bearbeitet wird.“ Insbesondere bei größeren Einrichtungen der Altenpflege gebe es Planungen, die gesamte Wäscheversorgung mit einer Eigenwäscherei durchzuführen. Die Produktpalette von Seibt+Kapp sei auf dieses weit gefächerte Anforderungsprofil ausgerichtet.
Der Wäschereimaschinenhersteller Stahl zeigte als Komplettanbieter einige Highlights aus seinem Portfolio. Das Sindelfinger Unternehmen präsentierte u.a. die Durchladewaschmaschine Divimat. Diese gibt es in Größen von 14 bis 200 kg. Für Ausführungen mit einem Fassungsvermögen von 35, 45, 60 und 80 kg sind auch zweigeteilte Pullmanntrommeln erhältlich. Mit Y-Teilung sind die großen Maschinen mit Wäschetrommeln für 120, 160 oder 200 kg ausgestattet. Am Messestand ging es nicht nur um technische Innovationen, sondern auch um bedarfsgerechte Planung. Dafür stand eine breite Palette von Größen, Leistungsklassen und Betriebsarten bereit. So soll die hochtourige Waschmaschinenserie Atoll in 13 Größen von 5,5 bis 110 kg Fassungsvermögen alles bieten, was professionelles Arbeiten braucht: vom sparsamen, sicheren und intelligenten Antrieb über eine Eco-Trommel bis hin zum wäscheschonenden Pendelüberlaufspülverfahren. Den nächsten Arbeitsschritt deckt Stahl mit der neuen Trocknergeneration von 10 bis 90 kg Fassungsvermögen und ausgetüftelter Energiespartechnik ab. Muldenmangeln mit Walzendurchmessern zwischen 21 bis 201 cm sollen für tadellose Flachwäsche sorgen. Mit dem Stahl-Lieferservice kommen die Maschinen sicher an ihren Bestimmungsort, inklusive individueller Programmierung und Einweisung. Ein eigener Kundendienst steht flächendeckend in Deutschland zur Verfügung, verspricht Stahl, unterstützt durch einen schnellen Ersatzteilservice.
Um Bügel- und Finishtechnik drehte sich alles am Messestand von Veit. Die Besucher konnten sich verschiedene Finisher live in Aktion zeigen lassen und den ein oder anderen Bügeltipp mitnehmen. Das Motto „Easy for you“ ist laut Unternehmen gerade im Pflegebereich wichtig – hier muss alles einfach und schnell gehen, auch bei der Textilpflege. Zuverlässige, bedienfreundliche Maschinen sind gefragt. Damit Heime mit diesen auch wirklich effizient arbeiten können, bietet Veit Anwendungsschulungen. Mit Veit-Technik sollen nach entsprechender Einweisung auch Menschen mit Behinderung gut zurechtkommen. Neben Bewohnerwäsche ist laut Veit auch das hygienische Aufbereiten und Finish von Berufsbekleidung ein wachsendes Thema in der Altenpflege. Zusammen mit Netzwerkpartnern klärt das Unternehmen hierzu auf.
Logistik und Management
Zukunftsfähige RFID-basierte Lösungen für den Pflegebereich waren das Thema von Deister Electronic auf der Altenpflege 2017. Für die kontinuierliche Inventur und Verwaltung von Wäschebeständen präsentierte das Unternehmen z.B. robuste UHF-RFID-Tags für Wäschestücke. Lesegeräte an Krankenhaus- und Pflegeheimdecken oder in Schleusen am Lagereingang sorgen für die Ein- und Ausbuchung ins System; dann wird die Wäsche über den kompletten Einsatz- und Rückgabezyklus kontaktlos weiterverfolgt. Dies geschieht ebenfalls in Aus- und Rückgabeschränken mit integrierten Lesegeräten. Intelligente Schränke wachen zudem über wichtiges Inventar und erkennen automatisch, was aus- und zurückgegeben wurde oder nachgefüllt werden muss. Mit den erstmalig in Nürnberg präsentierten Systemen werden laut Deister Prozesse optimiert, Hygienestandards eingehalten, Umlauf- und Schwundmengen reduziert und Mitarbeiter im Betriebsalltag entlastet. Das Schranksystem wurde um eine Vernetzungsmöglichkeit via eigener Softwareplattform erweitert. Mit der Software Commander Connect sollen sich alle Deister-Systeme zentral verwalten und konfigurieren lassen. So könne man z.B. Textilmanagement mit Zutrittskontrollen oder Schlüsselmanagement verbinden.
„Wäschekennzeichnung – einfach und perfekt“, so lautete das Motto von Thermopatch. Gezeigt wurden moderne Thermotransferdrucksysteme, Verbrauchsmaterialien für unterschiedliche Einsatzbereiche sowie verschiedene Patchmaschinen, darunter der Thermotransferdrucker „HiQ-EOS-1“. Er kann über das Firmennetzwerk angesteuert oder als „Stand-alone-Drucker“ eingesetzt werden. Hierfür wird das Layout der Etiketten vorab auf einen USB-Stick gespeichert, der in den Drucker eingesteckt wird. Die Eingabe der Namen erfolgt über eine angeschlossene Standard-USB-Tastatur. Die Etikettenmaterialien „FasTag“ und „CombiPly“ eignen sich laut Anbieter vor allem für die Kennzeichnung persönlicher Bekleidung mit Schrift und/oder Barcodes. Die dünnen und weichen „FasTag“-Etiketten seien im direkten Hautkontakt kaum spürbar. „CombiPly“ ist laut Unternehmen mangelbar und kann zur Kennzeichnung von Flachwäsche eingesetzt werden. Für kleine Einrichtungen, die nur wenige Etiketten benötigen, bietet sich laut Thermopatch der Etikettenservice an. Die nach Kundenwunsch bedruckten Etiketten werden nach Unternehmensangaben innerhalb von 24 Stunden versendet.
Effiziente Lösungen für den Wäschekreislauf von Inhousewäschereien standen im Fokus bei ThermoTex. Geschäftsführer Helmut Czichon sagte: „Wir bieten Komplettlösungen aus einer Hand und helfen Pflegeheimen dabei, Prozesse zu optimieren, um effizient inhouse zu waschen.“ Ähnlich wie es im Küchenbereich geschehen ist, werde der Wäschereibereich zukünftig vom wirtschaftlichen, aber auch vom ergonomischen Aspekt in den Fokus rücken, ist Czichon überzeugt. Moderne Inhousewäschereien werden vermehrt entstehen. Auch den Transpondereinsatz bei der Bewohnerwäsche sieht er kommen. Zukunftsthema sei u.a. Automatisierung, wodurch eine höhere Gewschwindigkeit, gesteigerte Produktivität und eine reduzierte Fehlerquote möglich werden. ThermoTex bietet entsprechende Produkte für den gesamten Wäschekreislauf – vom Wareneingang über Sortierung und Kennzeichnung bis zu Expedition und Stationsbelieferung; vom Wäschenetz über Kennzeichnungsmaterialien bis hin zur ausgeklügelten Transpondertechnologie. Ein Beispiel für optimierte Wäschelogistik sind die Sortiersysteme In-SorTexx und Out-SorTexx. Zu jedem registrierten Wäschestück zeigt ein Lichtsignal am Sortier- oder Regalwagen, wohin es gehört – vor der Wäsche, um richtig gewaschen zu werden; nach der Wäsche, um wieder beim richtigen Besitzer zu landen. Scannersysteme, Patchmaschinen, Transferpressen, Thermotransferdrucksysteme, Namensschilder, Embleme, Transfers und ein Etikettenservice ergänzen das Portfolio.
Chemie und Hygiene
„Hygiene in Bewohnerzimmern“ war ein Thema von Kleen Purgatis. Dafür soll eine vollständige Palette von Reinigungs- und Desinfektionsmitteln sorgen. Auch für den Bereich Wäscherei und Textilhygiene bietet das Unternehmen Produkte und Beratung: von Flüssig- und Pulverwaschmittel über Dosieranlagen bis zum Service. Das bakterizide und viruzide Desinfekionswaschmittel Lavo DES 60 Kompakt für die chemothermische Wäschedesinfektion bei 60 °C wäscht, bleicht und desinfiziert ohne Chlor und Phosphat, so der Hersteller. Es sei bei einer Dosiermenge von 2,2 g/l VAH-gelistet, bei einer Dosierung von 3,6 g/l RKI-gelistet. Durch aktiven Sauerstoff könne das Produkt Gerüche bereits ab 30 °C beseitigen.
Orochemie zeigte die optimierte Schulungsplattform www.hygienewissen.de. Die Hygieneschulungen und -tests können nun auch auf mobilen Endgeräten durchgeführt werden. Teilnahmezertifikate können gedruckt, als PDF heruntergeladen und per Mail an Vorgesetzte verschickt werden. Die Schulungsmodule sind online und mobil frei zugänglich. Angeboten werden u. a. Themen wie Händehygiene, Flächendesinfektion, Hygiene und Gesundheitsschutz gemäß TRBA 250 oder Hygiene bei multiresistenten Erregern.
Am Stand von Dr. Schnell ging es nicht nur um die Themen Reinigungs- und Desinfektionsmittel, Hautschutz sowie entsprechende Schulungen und Seminare. Auch eine kleine, funktionierende Wäscherei war aufgebaut. Dr. Schnell vertreibt bundesweit Produkte von P&G Professional: Ariel Professional und Lenor Professional konnten auf der Messe live in einer Maschine von Miele ihre Wirksamkeit demonstrieren. Die Komponenten des Ariel-Professional-Flüssigwaschsystems wurden automatisch dosiert, um ein optimales Waschergebnis und eine sichere Desinfektion zu gewährleisten. Die Desinfektion ist laut Anbieter EN-1276- bzw. VAH-zertifiziert bei 40 oder 60 °C – je nach angewendetem Ariel-Professional-System. Zusätzlich beim RKI angemeldet ist Ariel Formula Pro+. Das Pulverwaschmittel arbeitet laut Hersteller nicht nur am Fleck, sondern glättet auch die Fasern. P&G Professional verspricht außerdem geringen Energie- und Chemikalienverbrauch bei der Verwendung von Ariel Formular Pro+.
Die Altenpflege 2018 findet vom 6. bis 8. März turnusmäßig in Hannover statt.
Infos: www.messe-altenpflege.de