Trotz der Konkurrenz vieler Großanbieter kann sich Jens Lederer mit einem kleinen Schmutzfangmattenservice als zweites Standbein im Wettbewerb behaupten. Dies gelingt dem Magdeburger Textilreinigermeister nicht mit Dumpingpreisen, sondern durch individuellen und zuverlässigen Service.
3 Seit 14 Jahren hat Jens Lederer mit der Vermietung „textiler Visitenkarten“ Erfolg. „Mit Dumpingpreisen kann und will ich nicht mithalten“, sagt der Magdeburger Unternehmer. „Aber die Kunden wissen unseren individuellen, schnellen und flexiblen Service zu schätzen. Bei uns gibt es weder ‚Knebelverträge‘ noch Kündigungsfristen.“ Es gilt das Prinzip ‚Ein Mann, ein Wort‘.
1997 hatte der Textilreinigermeister das Einzelunternehmen „Sauber & frisch Textilpflege“ gegründet. Auf Anregung einiger Geschäftskunden stieg er 2003 auch in das Schmutzfangmattengeschäft ein und gründete den „SFM Matten- und Hygieneservice“. „Eine gute Gelegenheit, Synergien zu nutzen und saison- und kapazitätsbedingte Schwankungen in der Textilpflege auszugleichen“, blickt der Unternehmer zurück.
Für den Einstieg erwarb er eine 100-kg-Waschschleudermaschine aus zweiter Hand. Aufgrund der regen Nachfrage wuchs die Auftragsdecke stetig und vor zwei Jahren wurde die Maschine aus der Pionierzeit gegen eine ebenfalls gebrauchte 160-kg-Waschschleudermaschine von Pharmagg ausgetauscht. „Beim Mattenwaschen werden die Maschinen erheblich stärker belastet als in der Textilreinigung. Deshalb ist der Kauf neuer Technik nicht sinnvoll“, unterstreicht Lederer. Erst vor wenigen Monaten kaufte er ebenfalls aus zweiter Hand einen Kannegiesser-Durchgangstrockner mit einer Kapazität für 80 kg. „Feine Sandpartikel werden oft erst beim Trocknen herausgelöst, was natürlich die Betriebsdauer des Trockners beeinflusst“, erklärt der Textilreinigermeister. Die Maschine war aber bestens erhalten und technisch überholt. Aufgrund dessen erwartet Lederer noch eine Nutzungsdauer von fünf bis sechs Jahren.
Qualität der Matten ist elementar
Um mit einem Schmutzfangmattenservice Geld verdienen zu können, steht die Auswahl belastbarer und langlebiger „textiler Visitenkarten“ an erster Stelle. Lederer berichtet: „Wir haben Produkte verschiedener Hersteller getestet und die besten Erfahrungen mit der Firma Kleen-Tex gemacht.“ Eine lange Haltbarkeit – es sind sogar noch einige Matten aus dem Jahr 2003 im Umlauf – ist ebenso wichtig wie die Waschbarkeit unter industriellen Bedingungen, eine hohe Verkehrssicherheit sowie flammhemmende Ausrüstung. „Die Matten müssen rutschfest sein und dürfen nach dem Auslegen keine Wellen schlagen, weil sonst insbesondere gehbehinderte Passanten gefährdet werden“, sagt Lederer. Daher müsse einerseits die Qualität stimmen, andererseits sei auch der Dienstleister für die Unfallverhütung verantwortlich. „Deshalb falten wir unsere Matten nie nach dem Waschen“, erklärt Lederer. Würden alle diese Kriterien strikt eingehalten, sei er juristisch auf der sicheren Seite und müsse nach Unfällen keine Haftungsansprüche durch die Geschädigten befürchten.
Die Optik allein ist kein Auswahlkriterium
Bei der Auswahl neuer Matten fordert Lederer vom Anbieter zunächst ein Probeexemplar an, das er in seinem Betrieb wäscht und „auf Herz und Nieren“ prüft. „Allein die Optik ist kein Kriterium für die Einschätzung der Halt- und Belastbarkeit eines Produkts“, erklärt der Unternehmer. Für die Preisfindung ist eine angenommene Umlaufdauer von fünf Jahren die Basis. „Je nach Belastung können manche Matten sogar länger im Umlauf bleiben, andere muss ich gegebenenfalls schon früher aus dem Bestand nehmen“, räumt er ein.
Nach dem Waschen und Trocknen wird jede Matte mit Argusaugen auf Beschädigungen kontrolliert. „Soweit möglich, versuchen wir Risse oder Löcher in den Gummiunterlagen zu reparieren. Manche Matten werden sogar mit Brandschäden oder nicht entfernbaren Verfleckungen zurückgegeben“, berichtet Lederer. Schadhaftes Gummi kann unter Verwendung von Rohgummi in einer Vulkanisierpresse ausgebessert werden. Kleine Brandlöcher werden mit Flicken aus aussortierten Matten repariert. Matten mit stark angegriffenem Flor oder hartnäckigen Flecken sind allerdings für die Vermietung nicht mehr geeignet. „Normaler Verschleiß oder Verschmutzungen gehen zu unseren Lasten. Sind die Matten aber z.B. bei Bau- oder sogar Schweißarbeiten eingesetzt und stark beschädigt worden, muss der Kunde Ersatz leisten“, stellt der Unternehmer klar. Auch nach einem Diebstahl etwa im ungesicherten Eingangsbereich eines Geschäfts sei der Kunde regresspflichtig. Für diebstahlgefährdete Bereiche empfiehlt Lederer schwerere Qualitäten, um Langfingern das Leben schwer zu machen.
Mattenservice im Winter am stärksten
Zurzeit beschäftigt der Textilreinigermeister in seinem „zweiten Standbein“ drei Mitarbeiter und beliefert Kunden in einem Umkreis von 80 km. „Neukunden biete ich Mustermatten und Probeauslegen an. Insbesondere im Winterhalbjahr kann ich die meisten von ihnen vom Nutzen unseres Matten- und Hygieneservice überzeugen“, so der Unternehmer. Expandieren möchte er in diesem Geschäftsfeld nur moderat: „Eine Betriebsvergrößerung würde neue Investitionen in die Logistik erfordern.“ Ob die aber auch im angemessenen Verhältnis zum Gewinn stünden, sei dahingestellt. Auch die Suche nach geeignetem Personal gestaltet sich zunehmend schwieriger.
Infos: www.textilpflege-md.de