Finanzierung von Textilien Leasing auch für Wäschereien

Dass Hotels und Restaurants Textilien leasen, ist ein bewährtes Modell. Es bietet Flexibilität und Sicherheit bei der finanziellen Planung. Aber auch Wäschereien und Textilserviceunternehmen können Textilien über Leasing finanzieren – und dann an Kunden weitervermieten.

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    Ob Tischwäsche oder andere Textilien – Leasingfinanzierung ist nicht nur für Hotels und Restaurants interessant, sondern auch für Wäschereien. Foto: matteozin – stock.adobe.com
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    Alle Textilien, die mehrfach verwendet werden, können geleast werden – von Stoffservietten bis zu Bettbezügen. Die Laufzeit beim Textilleasing beträgt laut Amplus Lease Consult GmbH meist zwischen 24 und 30 Monaten. Foto: d_duda – stock.adobe.com

3 Viele Wäschereien und Textilserviceunternehmen schaffen Miet­textilien aus Eigenmitteln an. Dies ist recht einfach, denn es müssen neben dem Kaufvertrag keine Finanzierungsprüfung durchgeführt und keine weiteren Finanzierungsverträge unterschrieben werden. Während der Nutzung fallen keine weiteren Zahlungen an und die Wäscherei ist uneingeschränkt verfügungsberechtigt. Allerdings geht dies zu Lasten der Liquidität, die dann an anderer Stelle fehlt.

Finanzierung über Leasing als Alternative

Textilleasing ist eine interessante Alternative für Wäschereien oder Hotel- und Gastronomiebetriebe, die Textilien für den Eigenbedarf oder zur Weitervermietung an Kunden nicht aus der berühmten „Portokasse“ bezahlen möchten. Gerade wenn man neue Kunden aufbaut, die Textilien mieten möchten, oder bestehende Kunden ihren Bedarf deutlich ausweiten wollen, ist Leasing aufgrund der Flexibilität von Vorteil. Häufig wird zur Finanzierung neben den Eigenmitteln auch „einfach“ der Kontokorrentrahmen genutzt. Davon raten die Experten von der Amplus Lease Consult GmbH ab, da die Zinsen extrem hoch sein können – deutlich im zweistelligen Bereich – und zudem die Kreditlinie sowie die Liquidität eingeschränkt werden. Leasing ist hier eine bequeme und unkomplizierte Alternative. Bei guten Bonitäten gibt es für Investitionen bis 50.000 Euro eine schnelle, unbürokratische Abwicklung. Zudem sind gerade auch kleine Investitionen unter 5.000 Euro unkompliziert darstellbar. Und die Liquidität bleibt erhalten. Im Vergleich zu einer Bankfinanzierung spart man zudem viel Zeit, da die Einreichung umfangreicher Unterlagen und umständliche Erläuterungen dazu entfallen.

Ein Leasing steht in wenigen Schritten:

1. Die Wäscherei oder der Hotel- bzw. Gastronomiebetrieb tritt mit dem Angebot des Textillieferanten an die Leasinggesellschaft und erhält ein Leasingangebot.

2. Die Leasinggesellschaft prüft die Anfrage und sendet im Anschluss den Leasingvertrag zu.

3. Nach Rücksendung des unterzeichneten Vertrags erhält der Lieferant einen Kaufeintritt und kann liefern. Die Bestellung selbst muss allerdings durch den Leasingnehmer erfolgen.

4. Nach Warenerhalt und Zusendung der Abnahmebestätigung durch den Leasingnehmer wird der Lieferant bezahlt und die Vertragslaufzeit beginnt.

Investitionen bis 50.000 Euro sind im Leasing bei guter Bonität in der Regel in weit weniger als einer Woche gut abwickelbar.

Nur für Mehrwegtextilien

Geleast werden können alle mehrfach verwendbaren Textilien, einmalig verwendbare Textilien können nicht geleast werden. Hier wäre z.B. eine Einkaufsfinanzierung (siehe Kasten) vorstellbar. Auf Textilien sind in der Regel keine Restwerte abstellbar, sodass meist ein Vollamortisationsvertrag abgeschlossen wird. Dies bedeutet, dass der Kunde während der Vertragslaufzeit die gesamten Anschaffungs- und Finanzierungskosten der Textilien trägt. Am Ende der Vertragslaufzeit gehen die Textilien im Leasing allerdings nicht automatisch in das Eigentum des Leasingnehmers über. Normalerweise gibt der Leasingnehmer die Objekte am Laufzeitende zurück. Alternativ können die Textilien oftmals aber auch sehr günstig im Anschluss erworben werden. Im Gegensatz zum Maschinenleasing, bei dem man an Laufzeiten von vier bis acht Jahre denkt, sind im Textilbereich eher kurze Laufzeiten die Regel, d.h. meist zwischen 24 und 30 Monaten.

Leasing bietet zudem zahlreiche finanzielle Vorteile:

  • Leasing ist eine rein objektbezogene Fremdfinanzierung. Der Einsatz von Eigenmitteln entfällt.
  • Kosten sind fest kalkulierbar, denn die Leasingraten sind über die Laufzeit unveränderbar. Dies ist insbesondere dann interessant, wenn eine Wäscherei die Textilien weitervermieten möchte. So kann fest kalkuliert werden.
  • Steuern können gespart werden, denn die Leasingraten sind Betriebsausgaben und damit in voller Höhe steuerlich absetzbar.
  • „Pay as you earn“-Prinzip: Die mit der Investition erwirtschafteten Erträge können die Leasingraten bedienen. Konkret bedeutet dies, dass Wäschereien nicht groß investieren müssen, bevor sie Textilmiete anbieten können. Stattdessen zahlen sie moderate monatliche Raten und zwar während auch die Kunden schon bezahlen. Bei längeren Zahlungszielen der Kunden wäre zusätzlich auch Factoring (siehe Kasten) denkbar, damit die Wäscherei umgehend ihr Geld erhält, während der Kunde ein Zahlungsziel von z.B. 30, 60 oder 90 Tagen erhält.
  • Leasingkunden werden unabhängiger von ihrer Hausbank, da sie sich weitere Finanzierungsquellen für ihre Investitionen eröffnen.

Flexible Möglichkeiten

Auch bietet Leasing sehr flexible Möglichkeiten in der täglichen Handhabung:

  • Der Leasingnehmer hat freie Lieferantenwahl, da er die Preise und Qualität der Wäsche selbst mit seinem gewohnten Lieferanten aushandelt und auch selbst bestellt.
  • Die Textilien müssen nicht bei einem Kunden eingesetzt werden, sondern können bei verschiedenen Kunden zum Einsatz kommen.
  • Hat man mehrere Lieferanten, die zu zeitlich nahen, aber unterschiedlichen Zeitpunkten liefern, kann dies mit einem Leasingvertrag unbürokratisch dargestellt werden.
  • Wird kurz nach Vertragsstart noch zusätzlicher Bedarf an Textilien festgestellt, ist eine Aufstockung des Leasingvertrags oftmals möglich.
  • Bei entsprechender Bonität sind auch immer weitere Leasingverträge abschließbar.

Wichtig ist, dass beim Leasing die realen Kosten verglichen werden, d.h. man sollte darauf achten, ob neben der Rate noch Zusatzkosten wie Vormiete oder vorvertragliche Nutzungsentgelte fällig werden. Auch sollte man sich erkundigen, mit welchem Preis man ungefähr nach Laufzeitende rechnen kann, falls man die Textilien erwerben möchte. Denn Leasingraten alleine sind oftmals nicht vergleichbar, obwohl Angebote dies häufig suggerieren. Bei der Entscheidung für einen Leasinganbieter sollte also nicht nur die Ratenhöhe im Vordergrund stehen. Auch der Service der Gesellschaft und die Transparenz der Angebote sind wichtig. Am besten lässt man sich nicht nur ein Angebot zukommen, sondern telefoniert im Anschluss mit dem möglichen Leasinggeber. So kann man einen persönlichen Eindruck erhalten und auch klären, ob zusätzliche Gebühren oder Nutzungsentgelte erhoben werden oder wie die Konditionen bei einer möglichen Übernahme aussehen.

Grundsätzlich ist es hilfreich, eine Leasinggesellschaft zu wählen, die sich im Markt für Wäschereien bzw. HORECA auskennt. Denn diese kennen nicht nur die Objekte, sondern auch die Kunden und Nutzer. Das beschleunigt das Prüfungsverfahren und kann sich auch auf die Konditionen auswirken.

Zu beachten ist, dass Neugründungen in aller Regel keine Leasingfinanzierung erhalten können.