Die Grüne kann alles! So lautet das Dienstleistungsversprechen, das Wolfgang Winkler und sein Team ihren Kunden geben. Der Inhaber des Textilpflegebetriebes „Die Grüne Reinigung“ bekennt Farbe, legt allerdings großen Wert auf den Hinweis, dass dies kein politisches oder ideologisches Statement ist.
3 Wolfgang Winkler hat keine Mission, jedoch klare Wertvorstellungen. Seit Beginn seiner unternehmerischen Karriere engagiert er sich in den Branchenverbänden und der Innung seines Handwerks; in die Gremienarbeit der Europäischen Forschungsvereinigung Innovative Textilpflege (EFIT) bringt er nach wie vor sein umfassendes Fachwissen ein. Für das Wohl der Menschen in Nürnberg und im Umfeld der fränkischen Metropole sorgen er und sein Team, indem sie deren Textilien pflegen: so gut und nachhaltig wie möglich. Die Verantwortung gegenüber Mensch und Umwelt sei Teil seines unternehmerischen Auftrags, selbstredend, so der gebürtige Münchner. Für ihn war es genauso selbstverständlich, im Jahr 1968 den Wäschereibetrieb seiner Mutter weiterzuführen. Verpflichtet fühlte er sich von Anfang an vor allem seinen Mitarbeitern. „Sie sind das Gold unserer Betriebe“, sagt er und bringt in einem Satz seine Wertschätzung zum Ausdruck. Kein Wunder, dass auch sie hinter der Werbebotschaft stehen: Die Grüne kann alles!
Auch für sie ist es Ansporn, das Dienstleistungsversprechen zu erfüllen und dafür zu sorgen, dass es keinen Unterschied macht, ob die Kunden ihre Textilien in der Virnsberger Straße, der Wölckernstraße, der Findelwiesenstraße oder der Ostendstraße abgeben. Die Qualität ist stets dieselbe. Wolfgang Winkler, seine Ehefrau Margit Winkler und ihr Team versorgen vornehmlich Privatkunden in einem Einzugsgebiet von rund 35 km. „Was wir nicht selber machen können, geben wir an Kollegen ab, Leder, Pelze oder Teppiche“, erklärt der Chef, der seinen Mischbetrieb im Privatkundensegment bestens aufgestellt hat.
So viel Begeisterung steckt an
Wolfgang Winkler liebt schöne Textilien, seit er denken kann. Mode begeistert ihn. Ein Leben ohne die professionelle Textilreinigung ist für ihn undenkbar. Aufzuhören, mit dem, was er am liebsten tut. Das kann und will sich der agile Unternehmer nicht vorstellen. Nach vielen Jahrzehnten unermüdlicher Arbeit einen ausgedehnten Urlaub zu machen, sei eine Sache. Das könne er inzwischen genießen. „Ich weiß, dass meine Mitarbeiter mir in dieser Zeit den Rücken freihalten und ich mich auf sie verlassen kann.“ Aber irgendwann morgens nur noch die Zeitung zu lesen und nichts zu tun – daran möge er gar nicht denken.
Momentan hat Wolfgang Winkler gar keine Zeit dazu. Seine Betriebe sind ausgelastet. Vor allem jetzt, wenn die Nürnberger ihr Volksfest feiern. Dann kommen vorher, mittendrin und nachher Privatkunden, die ihr festliches Outfit auffrischen wollen. Oder Kunden aus der Hotellerie und Gastronomie, für die das Volksfest ein ebenso umsatzträchtiges Highlight ist. Bei allen brennt’s. Dann zeigt die „Grüne“, was sie kann. Und Wolfgang Winkler behält einen kühlen Kopf. Nach weit mehr als 40 Jahren weiß er: „Wir bekommen das hin. Nicht nur irgendwie, sondern bestens.“ Denn der Chef lehnt sich keineswegs zurück und lässt machen. Er packt an. Das hat er schon als kleiner Bub gelernt. Nach dem Tod des Vaters, da war er gerade sieben Jahre alt, war es für ihn selbstverständlich auszuhelfen. Vor dem Fleiß seiner alleinerziehenden Mutter hat er bis heute größten Respekt. Ihre Leidenschaft für saubere Textilien spornte ihn an.
Vollversorger für Privatkunden
Wolfgang Winkler sagt, er habe einfach von Anfang an getan, was ihm am Herzen liegt. Klingt nach einem schlüssigen Erfolgsgeheimnis. „Die Grüne Reinigung“ boomt: viermal in Nürnberg und mit weiteren 18 Annahmestellen. Das Grün im Corporate Design war die Begleiterscheinung der konsequenten Weiterentwicklung des Unternehmens, erfahren wir. Wolfgang Winkler expandierte im Laufe der vergangenen Jahrzehnte kontinuierlich, kaufte Reinigungsbetriebe auf und rüstete sie auf moderne, umweltgeprüfte Wasch- und Reinigungstechnik um. So gelang ihm der Schritt von der Wäscherei zum Vollversorger für Privatkunden mit hoher Präsenz in Nürnberg.
Im Jahr 1986 verkaufte er seinen ersten Betrieb, die Wäscherei am Nordring, und übernahm die Textilreinigung eines Kollegen in der Virnsbergerstraße. Er setzte seinen Expansionskurs fort, übernahm nach und nach weitere klassische Textilreinigungen und mit dem Kauf des Ladens in der Wölkernstraße auch das „Grün“ für ein neues Corporate Design seiner Betriebe. „Das Grün-Weiß im Schriftzug hat uns gefallen, es hob sich von den Farben unserer Mitbewerber ab. Daher haben wir es für alle Läden übernommen. Mit dem Slogan ‚Die Grüne kann alles‘ wollten wir deutlich machen, dass wir alle technischen Möglichkeiten zum Waschen und Reinigen haben und mehr können, als nur Flecken zu entfernen.“
Hochmotiviert in die Selbstständigkeit
Den Ehrgeiz, immer ein Quäntchen besser zu sein, habe er sich ebenfalls bei der Mutter abgeschaut. Daher sei für ihn nie etwas anderes infrage gekommen als die Selbstständigkeit in der Wäscherei- und Reinigungsbranche, wie sie damals hieß. Hochmotiviert übernahm er im Jahr 1968 die Wäscherei der Mutter am Nordring. Bevor er in ihre Fußstapfen trat, war er jedoch der Empfehlung eines fürsorglichen Patenonkels gefolgt, einem erfahrenen Bankkaufmann. Dieser hatte ihm dringend geraten, ebenfalls eine Ausbildung in der Bank zu absolvieren, um für die geplante unternehmerische Karriere eine kaufmännische Basis zu schaffen. „Ich bin froh und dankbar, dass ich diesen Weg gegangen bin“, sagt Wolfgang Winkler. Der sichere Umgang mit Zahlen und Bankgeschäften war für ihn die ideale Grundlage, seine unternehmerischen Ziele so ambitioniert zu verfolgen, wie es seinem Naturell entsprach. Diesen guten Rat würde er als „Urgestein der Branche“ heute ebenfalls geben. Für uns ist der zuvorkommende, stilvolle Unternehmer ein authentischer Repräsentant seiner Zunft. Uns interessiert daher:
RWTextilservice: Herr Winkler, was muss die professionelle Textilpflege heute können?
Wolfgang Winkler: Vor allem gute Mitarbeiter gewinnen und ausbilden. Denn ohne die geht es nicht. Wenn ich sage: Unsere Mitarbeiter sind das Gold unserer Betriebe, meine ich das genauso. Wir können nur dann Kunden zufriedenstellen und Umsatz machen, wenn wir Personal haben, das die Aufträge zuverlässig und perfekt erledigt. Natürlich sind wir mit dem Fachkräftemangel nicht allein, aber unsere Branche ist stark betroffen. Es gibt heute so gut wie keine jungen Menschen mehr, die eine Ausbildung in unserer Branche machen wollen. Also müssen wir dafür sorgen, dass ihnen die Arbeit in unseren Betrieben Freude macht und ihnen eine Zukunftsperspektive bieten. Es müssen beide Seiten gewinnen.
RWT: Ist das auch ein Appell an Ihre Kollegen?
Winkler: Ich glaube, uns allen ist das Problem bewusst. Unsere Branchenverbände arbeiten daran. Leider ist es in den letzten Jahrzehnten nie gelungen, eine wirklich groß angelegte Imagekampagne auf die Beine zu stellen, das wünsche ich mir immer noch. Ansonsten kann nur jeder einzelne Betrieb dafür sorgen. Für unsere Mitarbeiter war es immer wichtig, dass wir ihnen eine langfristige Perspektive bieten, möglichst bis zur Rente. Uns ist es gelungen, die meisten über Jahre und Jahrzehnte zu halten. Aber neue, motivierte Mitarbeiter und vor allem Lehrlinge zu finden, ist in unserer Region momentan so gut wie unmöglich.
RWT: Sie haben die Entwicklung, unter anderen in den Verbänden, hautnah miterlebt. Warum ist es heute so schwierig?
Winkler: Ja, ich war bereits in meiner Jugend im Gesamtverband Neuzeitlicher Textilpflegebetriebe aktiv. Die Verschmelzung der Verbände im Jahr 2006 habe ich begrüßt, mitgetragen und mich im Präsidium des Deutschen Textilreinigungs-Verbands (DTV) eingebracht. Heute bin ich noch in der fachlichen Gremienarbeit der EFIT aktiv und freue mich, dass wir im DTV junge, motivierte Menschen im Präsidium haben, die den Austausch mit den alten Hasen schätzen. Und richtig: Das Nachwuchsproblem zieht sich seit vielen Jahren wie ein roter Faden durch die Branche und mittlerweile durch das gesamte Handwerk. Wenn junge Menschen heute eine klassische Lehre machen, dann ziehen sie attraktivere Berufe vor. Früher sind diejenigen, die in anderen Berufen keine Chance hatten, vielleicht doch noch in die Textilreinigung gegangen. Die Zahl der Auszubildenden in unserem Beruf hat nun so dramatisch abgenommen, dass viele Berufsschulen schließen müssen, auch die Berufsschule in Nürnberg, die mit einem vorbildlichen Technikum ausgestattet ist. Soweit hätte es nicht kommen dürfen. Jetzt findet die Blockbeschulung in Frankfurt am Main statt; das erschwert die Situation für alle Beteiligten.
RWT: Gibt es eine Lösung?
Winkler: Wir werden sie finden müssen, gemeinsam und vor allem mit Hilfe der Branchenverbände. Denn es gibt ja jede Menge gutgehende Betriebe und der Bedarf an textilen Dienstleistungen ist vorhanden. Auch im Privatkundengeschäft, das können wir bestätigen. Durch den Nachfolgemangel findet nun noch einmal eine Konzentration der Betriebe statt, das betrifft vor allem Textilreinigungen und kleine Wäschereien. Ich lege allen Betrieben ans Herz, in ihre Innung zu gehen, um die Akzeptanz unseres Handwerks regional und politisch zu stärken. Nur gemeinsam können wir unsere Interessen durchsetzen. Nicht zuletzt, um im Wettbewerb mit der Haushaltswäsche zu bestehen. Es wäre schön, wenn den Verbrauchern bewusst wäre, dass Textilpflegebetriebe nach strengen Umweltauflagen arbeiten, wohingegen es in der Haushaltswäsche keinerlei Einschränkungen gibt. Als „Die Grüne Reinigung“ dürfen wir tatsächlich für uns in Anspruch nehmen, dass wir der Umwelt so wenig wie möglich schaden. Wir investieren seit Jahrzehnten kontinuierlich in modernste Technik und arbeiten mit umweltgeprüften Verfahren. Das stellen wir im Gespräch mit den Kunden zwar nicht in den Vordergrund, denn die wollen von uns in erster Linie saubere Textilien. Wenn sich aber jemand dafür interessiert, erlaube ich jedem gerne einen Blick hinter unsere Kulissen, um zu belegen, dass wir unsere Verantwortung sehr ernst nehmen.
Infos: www.diegruene-reinigung.de
