Dosiersicherheit ist vor allem bei der professionellen Nassreinigung wichtig. Michael Schleich, Inhaber der Textilreinigung Stark, arbeitet seit drei Jahren mit einer zentralen, automatischen Dosieranlage von Kreussler. RWTextilservice hat sich das System vor Ort im Betrieb in München Schwabing angesehen.
3 Textilschonend, umweltfreundlich, effizient – Nassreinigungsverfahren haben viele Vorteile, vorausgesetzt sie werden richtig angewandt. Textilpflegeprofis brauchen dazu nicht nur die richtigen Maschinen im Wasch- und Finishbereich mit entsprechenden Programmen. Auch die angewandte Chemie und deren Dosierung müssen stimmen. Das weiß auch Michael Schleich, Inhaber der Textilreinigung Stark in München. Er reinigt viele Textilien nass, teilweise auch zum Auffrischen gereinigter Ware. „Empfindliche Oberbekleidung mit Schweißrändern wird bei uns zunächst im Lösungsmittel gereinigt, um Make-up oder fettgebundene Flecken zu entfernen. Danach geht es zur Entfernung wasserlöslicher Flecken und zur Neutralisierung des Schweißgeruchs in die Nassreinigung“, erläutert der Textilreinigermeister. So sei er auf der sicheren Seite, dass alles perfekt sauber wird, ohne viel Vor- oder Nachdetachur. Seine Kundschaft ist anspruchsvoll, ihre Textilien oft ebenso. Da ist Know-how gefragt, Flexibilität und professionelle Technik.
Vor drei Jahren schaffte sich Schleich eine 20-kg-Maschine von Miele an, zusätzlich zu den bestehenden 13- und 16-kg-Maschinen. „Nun stellte sich die Frage, wie wir mit der Dosierung verfahren“, berichtet Schleich. „Da wir in den beiden vorhandenen Maschinen mit Saugquetschpumpen gearbeitet haben, kennen wir die Problematik, dass sich Schläuche mit der Zeit zusetzen können.“ Die Folge: Die Dosierung stimmt nicht mehr, die Produktsicherheit ist nicht gewährleistet, die Kundenzufriedenheit leidet. Gerade bei bestimmten alkalischen Chemikalien hatte Schleich oft das Problem, dass sich die Pumpe zwar drehte, aber nichts in der Maschine ankam. „Irgendwann merkten wir, dass der entsprechende Kanister nicht leerer wurde“, so der Unternehmer.
Für mehr Dosiersicherheit und zuverlässige Prozesse entschied sich der Profi dann für eine zentrale, automatische Dosieranlage von Kreussler. EASY Dos ist eine automatische Dosieranlage für bis zu acht Waschschleudermaschinen, die mittels zweier starker Hochleistungspumpen bis zu zwölf verschiedene Produkte fördert. Durch eine Zielventilsteuerung wird „just in time“ in die richtige Maschine dosiert. Die Steuerung ermöglicht laut Kreussler schnelle Dosierzeiten. Durchflussmesser prüfen die Dosierstrecke vor jeder einzelnen Dosierung und erhöhen damit die Prozesssicherheit. Fällige Gebindewechsel werden optisch und akustisch durch die Rückkopplung der Steuerung mit der Leerstandsmeldung angezeigt.
Dosieranlage meldet Störungen
Für Schleich war entscheidend, dass er endlich eine Möglichkeit hat, eine sichere Dosierung auszuführen. „Durch die Messung wissen wir ganz genau, ob ein Produkt und wieviel davon dosiert wurde. Auch optisch können wir klar erkennen, wenn die Waschchemie durch die Schläuche fließt. Auch wenn ich mal nicht im Betrieb bin, weiß ich, die Dosiersicherheit ist da“, freut sich Schleich. Wenn irgendwo eine Störung auftritt, meldet das die Dosieranlage umgehend. „Das können wir dann sofort beheben und reibungslos weiterarbeiten.“
Neben der Sicherheit geht mit der neuen Dosieranlage auch eine größere Flexibilität einher. Vorher wurde vor allem die 13-kg-Maschine für die Nassreinigung verwendet, auch die anderen beiden für jeweilige bestimmte Verfahren. Es war auch ein Platzproblem, berichtet Schleich: „Dosierblöcke, Schläuche etc. haben wir kaum noch untergebracht in der großen Menge; und auch von der Anzahl der Produkte her waren wir begrenzt.“ Heute bearbeitet die Textilreinigung Stark in den drei Maschinen ganz flexibel alle möglichen Artikel mit verschiedenen Verfahren – von Imprägnierung über Nassreinigung bis zu normaler 40-°C-Wäsche.
Der für den Betrieb zuständige Kreussler-Techniker Robert Klein erläutert: „Auf allen drei Maschinen sind die identischen Programme. Für jedes Programm wird abhängig von Wäschegewicht und Maschinengröße die exakte Menge Waschchemie automatisch dosiert, aufs Gramm genau.“ Insgesamt sechs Nassreinigungsprogramme gibt es, drei Imprägnierprogramme, auch kundenspezifische oder kleidermarkenspezifische Programme. „Wir haben viel komplizierte Ware vom Münchner Publikum. Oft landen Spezialfälle bei uns – deshalb brauchen wir so viele verschiedene Bearbeitungsprogramme. Und eine absolut sichere Dosierung der Chemie für diese Programme“, sagt Schleich.
Fehler vermeiden, Sicherheit erhöhen
Robert Klein betont: „Automatische Dosieranlagen gewährleisten die Einhaltung vorgegebener Prozessparameter, vermeiden kostspielige Überdosierungen und sorgen in jedem Programm für einen korrekten Ablauf des Verfahrens.“ Schleich stimmt zu und ergänzt: „Menschliche Fehler können weitgehend vermieden werden, jeder Wäscheposten wird überwacht.“ Zudem erhöhe die automatische Dosierung die Sicherheit der Mitarbeiter, die mit den Chemieprodukten nicht mehr in Berührung kommen. Sicher und sauber – darum geht es Schleich. „Dafür spare ich auch nicht bei der Dosierung. Ich bin nicht der Reiniger, der immer ,auf Kante‘ fährt. Ich setze tendenziell lieber ein Gramm mehr an Waschchemie ein, damit es wirklich sauber wird.“ Mit Erfolg: Reklamationen und Rückläufer gibt es bei der Textilreinigung Stark kaum. Das könnte sich das Unternehmen bei seiner qualitätsbewussten Klientel auch nicht leisten – perfekte Sauberkeit wird erwartet.
Täglich bearbeiten Michael Schleich und seine Mitarbeiter circa 350 bis 450 Hemden, saisonal bedingt auch mal mehr. Dazu kommen weitere 400 Teile Oberbekleidung, ein paar Gardinen usw. Insgesamt 20 Mitarbeiter hat die Textilreinigung Stark, viele davon langjährig. In der Schwabinger Filiale arbeiten elf. „Meine Mitarbeiter sind mein größtes Kapital“, sagt Schleich. Der Arbeitgeber stellt Getränke ebenso wie farblich auf das Unternehmen abgestimmte Arbeitsbekleidung. Auch bei Maschineninvestitionen lässt Schleich seine Mitarbeiter mitentscheiden. „Sie müssen schließlich auch damit zurechtkommen.“
So bat der Chef auch um Rückmeldung nach der Installation der neuen Dosieranlage. Schon nach dem ersten Tag kam positives Feedback: Die Sachen werden sauberer, vor allem die Hemden. Farbmischungen (hell-dunkel) strahlen besser. Generell hat das Team einen Fortschritt in der Waschqualität festgestellt, dadurch dass die Flüssigprodukte immer genau dosiert werden können.
Am Anfang war das Einrichten der Anlage auch wegen der zahlreichen Waschprogramme aufwändig. „Wir haben uns richtig reinarbeiten müssen zusammen mit Robert Klein“, berichtet Schleich. „Ich bin ein anstrengender Kunde: Die neue Technik muss einwandfrei funktionieren – davon gehe ich einfach aus, wenn ich Geld investiere.“ Robert Klein sei aber als kompetenter Ansprechpartner immer da; gemeinsam habe man alles genau eingestellt. Mit Kreussler arbeitet die Textilreinigung Stark bereits seit vielen Jahren zusammen; schon der Vater von Michael Schleich war Kunde. „Der Betrieb hier leistet viel als Reinigung, erwartet das aber auch von seinen Lieferanten“, sagt Klein. Die Zusammenarbeit ist erfolgreich und so läuft auch die Dosieranlage seit der Installation vor drei Jahren störungsfrei, berichtet Schleich. Sein Fazit: Die Investition hat sich gelohnt – vor allem wegen der höheren Dosiersicherheit. Und es war eine Investition in die Zukunft, denn der Textilreinigermeister glaubt, dass der Waschsektor immer größer wird. Deshalb gebe es auch einen Trend hin zu Nassreinigung.
Austausch mit Kollegen
Michael Schleich will weiterhin auf dem neuesten technischen Stand bleiben. Zuletzt informierte er sich z.B. zu Trends und Innovationen auf der Clean Show 2017 in Las Vegas. Im vergangenen Jahr hat er seine Betriebe auf LED-Licht umgerüstet, außerdem 2012 das Ladenlokal am Schwabinger Standort renoviert und modernisiert (RWTextilservice berichtete in Ausgabe 6/2012). Regelmäßig bildet er sich auf Seminaren oder Kollegentreffen fort und betont: „Gespräche mit Kollegen sind so viel Wert, man bekommt Neuigkeiten mit, kann Probleme besprechen. Der Austausch, z.B. im AKJ oder anderen Branchenverbänden ist eigentlich unbezahlbar.“ Für die Zukunft seiner Textilreinigung wünscht sich Schleich vor allem nur eins: „Dass die Geschäfte weiterhin so laufen.“
Infos: www.reinigung-stark.de, www.kreussler.de