Anlagestrategie 2018 Mit Investmentfonds vorsorgen

Gerade in Zeiten niedriger Zinsen sollten Unternehmer sich über ihre Anlagestrategie Gedanken machen. Investmentfonds können als Teil der Altersabsicherung und des Vermögensaufbaus eingesetzt werden. Was dabei zu beachten ist, erklärt Finanzexperte Michael Vetter.

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Die nicht enden wollende Niedrigzinsphase bringt Betriebsinhaber allmählich in eine schwierige Lage. Das Problem wird offenbar immer noch vielfach unterschätzt: Die seit Jahren äußerst niedrigen Anlagezinsen reichen kaum mehr für einen kontinuierlichen Vermögensaufbau. Waren noch vor wenigen Jahren jährliche Zinssätze von fünf oder sechs Prozent die Regel, kassieren Anleger im gleichen Zeitraum heute kaum mehr als ein Prozent – von den ebenso wichtigen und daraus folgenden Zinseszinsen ganz zu schweigen.

Betriebsverantwortliche sind daher fast schon gezwungen, selbst aktiv zu werden, wenn sie ihre Altersabsicherung oder eine finanzielle Reserve etwa für betriebliche Investitionen auch nur halbwegs auf dem bisherigen Niveau halten wollen. Dies gilt vor allem für Geldanlagen, bei denen sie selbst Einfluss auf deren Umfang und Art nehmen können.

Bevor dies aber geschieht, ist es sinnvoll, sich den einen oder anderen Sachverhalt zu verdeutlichen. So macht es derzeit wenig Sinn, sich bei herkömmlichen Geldanlagen längerfristig zu binden. Zum einen ist der Zinsunterschied zwischen kurzen und langen Laufzeiten bis hin zu mehreren Jahren von etwa einem Prozent äußerst gering. Zum anderen drohen bei Anleihen, Schuldverschreibungen oder Pfandbriefen im Laufe der Jahre Kursverluste, wenn Anleger diese Wertpapiere vorzeitig wieder verkaufen wollen. Darüber hinaus ist es als eine der wesentlichen Lehren der jüngeren Vergangenheit von großer Bedeutung, dass auch bei diesen konventionellen Anlageformen auf eine angemessene Einlagensicherung geachtet werden sollte.

Spekulativere Anlagealternativen

Unternehmer, die dagegen auch nur die Möglichkeit auf eine überdurchschnittliche Rendite nutzen wollen, werden sich mit spekulativeren Anlageformen befassen müssen. Dazu gehören vor allem Investmentfonds mit ihrer nahezu unendlichen Angebotsvielfalt an Produkten und Märkten (siehe dazu Kasten „Vielfalt von Investmentfonds“), deren Verantwortliche das Geld der Anleger in einer Vielzahl unterschiedlicher Wertpapiere bündeln. Erste Informationen zu diesem komplexen Thema finden Anleger beispielsweise in den Rechenschafts- und Geschäftsberichten der Fonds ebenso wie in den Hinweisen der jeweiligen Investmentgesellschaft im Internet. Darüber hinaus bieten selbstverständlich auch die Bankinstitute Detailinformationen zu diesem Thema an.

Für das Alter vorsorgen mit Aktien & Co.

Insbesondere zur Altersvorsorge sind meist Investmentfonds in Form von Aktien- oder Rentenfonds mit dem Schwerpunkt festverzinslicher Wertpapiere üblich bzw. in Form von Mischfonds, die sowohl Aktien als auch festverzinsliche Wertpapiere miteinander verbinden. Bei diesen zeigt vor allem die Wertentwicklung („Performance“) jedes einzelnen Fonds, in welchem Umfang die entsprechenden Anlagegrundsätze berücksichtigt werden. Das gilt naturgemäß auch und vor allem für Aktienfonds, die ausschließlich in Dividendenpapiere investieren. Hier ist zu prüfen, ob sich die jeweilige Aktienstruktur in dieser kritischen wirtschaftlichen Phase (und in den Jahren zuvor) bewährt hat oder eben nicht. Neben der „Performance“ spielen die Kosten der jeweiligen Fonds eine ebenfalls wichtige Rolle. Ausgabeaufschläge, Rücknahmegebühren, Verwaltungskosten oder Gewinnbeteiligungen der Fondsbetreiber sind einige der wichtigen Faktoren, die einer attraktiven Rendite häufig im Wege stehen.

Sind diese Punkte zumindest weitgehend geklärt, stellt sich die Frage der individuell richtigen „Mischung“. Da es sich beim Vermögensaufbau mit dem Schwerpunkt Investmentfonds meist um eine strategische, also eher langfristige, Betrachtung handelt, ist es in der Regel sinnvoll, sich die dazu erforderliche Gelassenheit auch tatsächlich zu leisten. Betriebsinhaber, die mehr oder weniger im Wochenrhythmus nervös auf das Auf und Ab der Aktienkurse starren, werden sich nur schwer an diese für sie neue Situation gewöhnen. Hier wäre es vielleicht tatsächlich sinnvoller, ausschließlich konventionell anzulegen und sich bei kürzeren Anlagezeiträumen mit niedrigen Zinsen letztlich zufriedenzugeben, selbst wenn diese möglicherweise noch nicht einmal für einen Inflationsausgleich ausreichen. Wer die derzeitige Situation dagegen akzeptiert, sollte über eine „Chancen-Risiko-Quote“ von etwa 70 : 30 nachdenken. Während also 70 Prozent des zur Verfügung stehenden Geldes niedrig verzinst in Tages- und Termingeldern bzw. in festverzinslichen Wertpapieren wie den erwähnten Anleihen etc. investiert werden, fließen 30 Prozent in Investmentfonds mit dem individuell geeigneten Anlageprofil. Wichtig ist bei einer derartigen Strategie eine regelmäßige Prüfung und gegebenenfalls Aktualisierung bzw. Anpassung an zum Beispiel veränderte Kapitalmärkte oder Branchen. Auch hier kann die jeweilige Hausbank Unterstützung und Hilfestellung leisten. Dies gilt zumindest dann, wenn sie sich als fairer Partner des Unternehmers und eben nicht als mehr oder weniger einseitiger Verkäufer von Bank- bzw. Fondsprodukten sieht.

Michael Vetter