Serie: Onlinetextilreinigungen (Teil 6) Colaundry: Kölner Start-up

Sie wollen ein junges Publikum erreichen, das keine Zeit hat, um in die stationäre Textilreinigung zu gehen. Onlinereinigungen und mobile Wäschereiservices setzen auf die Digitalisierung. Immer mehr Start-ups drängen auf den Markt. Damit Sie nicht den Überblick verlieren, bietet R+WTextilservice zusammen mit der Europäischen Forschungsvereinigung Innovative Textilpflege eine Serie. Im sechsten Teil geht es um Colaundry.

In der Serie Onlinetextilreinigungen stellen R+W Textilservice und die EFIT verschiedene Konzepte vor.   Logo: R+WTextilservice - © R+WTextilservice

Im Bereich der Onlinetextilreinigungen tut sich ständig etwas. Deshalb wollen die Europäische Forschungsvereinigung Innovative Textilpflege (EFIT) und R+WTextilservice gemeinsam Orientierung geben. In der sechsten Folge der Serie zu Onlinetextilreinigungen geht es um Colaundry, einen Lieferdienst, der seit 2016 in Köln tätig ist.

Colaundry: www.colaundry.de

  • Claim: Wäschewaschen leicht gemacht!
  • Standort: Köln.
  • Zielgruppe: Geschäfts-/Privatkunden.
  • Leistungen: Abholung, Reinigung und Lieferung von Montag bis Samstag zwischen 8 und 21 Uhr; in der Regel innerhalb von 48 Stunden.
  • Konzept: Buchung über Web­site.
  • Preisliste (Auszüge; Mindestbestellwert 15 Euro):– Anzughose: 4,79 Euro,– Hemd (auf Bügel): 2,20 Euro,– Hemd gelegt: 3,30 Euro,– Sakko/Blazer: 7,80 Euro,– Waschen und Falten (pro kg): 4,50 Euro.
  • Zahlungsarten: in bar, Kreditkarte, Lastschrifteinzug, PayPal.
  • Unternehmen/Geschäftsführer: Colaundry UG/Geschäftsführer und Gründer: Sebastian Caspers und Jan Schaffner.
  • Corporate Design: Website in eigenem Colaundry-CD. Teilnehmende Textilpflegebetriebe treten als Colaundry beim Kunden auf.
  • Konditionen für teilnehmende bzw. interessierte Textilreiniger sind nicht öffentlich.

Colaundry gibt es seit zwei Jahren, seitdem und auch aktuell ausschließlich in Köln. Der Name des Wäscheliefer- und -abholservices setzt sich zusammen aus „Co“ (Abkürzung für geteilte Unternehmensführung) und „laundry“ (englisch für Wäsche). Die Gründer Sebastian Caspers und Jan Schaffner kommen von der ökonomisch-theoretischen Seite.  „Wir haben als Studenten selbst wenig Zeit und keine eigene Waschmaschine. Damit wir Gleichgesinnten helfen können, haben wir diesen Service ins Leben gerufen“, erklärte Jan Schaffner in einem Artikel der Kölnischen Rundschau vom August 2016. Colaundry gewann eines der Gründerstipendien der Stadtwerke Düsseldorf. Generell will der Anbieter auch Services für Unternehmen bieten. Zielgruppen seien u.a. aus dem Bereich Corporate (Wäscheservice für Mitarbeiter), Medical (Labor- und Praxisbekleidung), Food (Restaurant/Imbiss), Host (Ferienwohnungen) sowie Event/Promotion.

Ein weiterer Vorteil einer Zusammen­arbeit mit Colaundry liegt in der Erschließung neuer Zielgruppen, vor allem jüngerer, onlineaffiner. Colaundry braucht Partner, die die eigentliche Dienstleistung erbringen – im Namen von Colaundry. Dadurch entsteht das Risiko, sich selbst zu kannibalisieren: also eigene Kunden an Colaundry zu verlieren, obwohl man weiterhin die Arbeit macht. Auf der Webseite werden die Textilreinigerpartner nicht genannt und bleiben für Kunden „unsichtbar“. Allerdings ist Colaundry auf der Website des Textildienstleisters Ocean Service aus Köln erwähnt, die Unternehmen arbeiten offensichtlich zusammen. Colaundry kümmert sich um die Onlinebestellungen, holt die Wäsche ab, bringt sie zur Wäscherei. Ocean Service wäscht, bügelt und faltet sie für die Kunden, Colaundry holt sie wieder ab und liefert sie aus. Sortieren muss der Kunde seine Wäsche in zwei Beutel – einen für Wäsche zum Waschen und Falten, einen für Textilreinigungsartikel. Die Wäschebeutel bringt der Fahrer bei der ersten Bestellung mit.

Nicht klar wird auf der Website von Colaundry, was bei Reklamationen des Kunden passiert. Lediglich bei Verlust oder Beschädigungen komme man „natürlich für den entstandenen Schaden auf“. Ebenfalls bedenklich: Man kann aktuell (Stand 16. April 2018) keine Bestellungen realisieren, ist online zu lesen – Betriebsferien.