„White Dreams“ in Zabeltitz Wellnessbad für weiße Träume

Durch die Integration eines Nassreinigungsservices in ihr Fachgeschäft für Hochzeitsausstattungen kann Maria Schönfelder nicht nur die professionelle Pflege von Hochzeits- und Festtagsgarderobe anbieten. R+WTextilservice hat „White Dreams“ im sächsischen Zabeltitz besucht.

  • Bild 1 von 2
    © Wylegalla
    Mit der Erweiterung ihrer Servicepalette gelang es Maria Schönfelder, neue Kunden hinzuzugewinnen, die ihre Textilien umweltfreundlich pflegen lassen möchten. Fotos: Wylegalla
  • Bild 2 von 2
    © Wylegalla
    Ehekandidatinnen können im „White Dreams“ unter 220 Brautkleidern unterschiedlicher Designs wählen.

Mit einem Renaissanceschloss, einem barocken Palais und der spätgotischen St.-Georgen-Kirche bietet Zabeltitz das ideale Ambiente für Hochzeitsfeiern. Kein Wunder, dass das 2010 in die Große Kreisstadt Großenhain im Landkreis Meißen eingemeindete Dorf mit dem Prädikat „barockes Hochzeitsdorf“ um Paare wirbt, die sich trauen. Zumal nach dem Hochzeitsmenü ein barocker Garten zum Spazierengehen einlädt. Hier bilden akkurat gestutzte Bäume und Hecken und ein Spiegelteich auch eine stimmungsvolle Kulisse für Fotos von den Frischvermählten. Dank Onlineauftritt geben sich mittlerweile so viele Brautpaare von nah und fern in Zabeltitz das Ja-Wort, dass das Standesamt im Renaissanceschloss überlastet war. „Deswegen wurde voriges Jahr im Palais ein zweites Standesamt eingerichtet“, berichtet Maria Schönfelder.

Kein Wunder, dass auch die Geschäftsidee der gelernten Maßschneiderin im Damenfach erfolgreich ist: Vor genau zehn Jahren eröffnete sie „White Dreams“. Das Fachgeschäft für Hochzeitsausstattungen liegt im Dorfkern nur einen Steinwurf vom Schlosskomplex entfernt und ist – nicht zuletzt dank Onlineauftritt und Empfehlungen zufriedener Kunden – längst über den Landkreis Meißen hinaus ein Begriff.

Maria Schönfelder ist genetisch vorbelastet: „Meine Mutter ist Ingenieurin für Bekleidungstechnik und hat 2002 einen Kostümverleih mit Näherei, das ‚Atelier Rosi‘, gegründet“, berichtet die Schneiderin. Ursprünglich wollte sie Hebamme werden, doch zur damaligen Zeit waren Ausbildungsplätze in diesem Metier rar. Weil sie zwischen Stoffballen und Nähmaschinen aufgewachsen war und als Kind selbst Puppenkleider genäht hatte, beschloss Maria Schönfelder, im Unternehmen der Eltern eine Ausbildung zur Maßschneiderin zu absolvieren. Schon damals war ihr bewusst, dass das Schneiderhandwerk ein schönes, aber leider aussterbendes Metier ist und handwerkliche Arbeitsplätze „Mangelware“ sind. Deshalb entschied sich die junge Gesellin für die Gründung einer selbstständigen Existenz. „Ich absolvierte einen Lehrgang für Existenzgründer. Gleich danach bauten wir innerhalb von drei Wochen unser Haus um, in dem sich auch der Kostümverleih meiner Eltern befindet, und richteten Verkaufsräume sowie eine kleine Schneiderwerkstatt ein“, so die Unternehmerin.

Qual der Wahl: 220 Brautkleider

In ihrem Fachgeschäft können Frauen jeder Altersgruppe, die den Bund fürs Leben eingehen möchten, unter 220 Kleidern, einem breiten Sortiment Schuhe und Accessoires ihren Traum in Weiß oder zarten Pastelltönen auswählen. „Wir führen nur Qualitätsprodukte von anerkannten europäischen Herstellern wie Lohrengel und Monica Loretti“, erläutert Schönfelder. Darüber hinaus gehören Fest- und Ballkleider sowie Herrenanzüge und -ausstattungen von Wilvorst und anderen renommierten Herstellern sowie Kindergarderobe für festliche Anlässe zum Sortiment. Ergänzt wird die Kollektion durch einen Fundus an Leihgarderobe.

Brautpaaren empfiehlt die Geschäftsinhaberin, die Festbekleidung ein halbes Jahr vor dem Hochzeitstermin auszuwählen: „Wir führen zwar Konfektionsware, aber genau genommen sind weder die Brautkleider noch die Anzüge Prêt-à-porter. 98 Prozent der ausgewählten Bekleidung müssen nach der Anprobe in meiner Schneiderei an die individuelle Anatomie ihrer Träger angepasst werden und das ist zeitaufwendig“, so Schönfelder.

Um Reinigungsservice erweitert

Seit November des vorigen Jahres hat die Unternehmerin ihr Geschäft um einen Reinigungsservice erweitert: „Die Reinigung von Brautkleidern und anderer sensibler Garderobe erfordert viel Sachverstand. Weil wir nach unserem Selbstverständnis nicht nur vor, sondern auch nach der Hochzeit unseren Kunden Topqualität anbieten möchten, haben wir uns entschlossen, die Garderobe selbst im eigenen Geschäft professionell zu reinigen“, so die Unternehmerin.

„Uns war bewusst, dass wir Neuland betreten“, berichtet Ehemann Marcel Schönfelder. Während eines Besuchs der Texcare in Frankfurt am Main wurde dem Ehepaar am Stand der Chemischen Fabrik Kreussler eine Packung des Nassreinigungsmittels Lanadol überreicht, die es zu Hause in der Haushaltswaschmaschine erproben durfte. „Ursprünglich wollten wir nur eine neue Barbanti-Bügelstation BBS2 kaufen. Doch nach dem Experimentieren mit dem Nassreinigungsmittel an unserer eigenen Garderobe waren wir von den Ergebnissen so überzeugt, dass wir uns entschlossen, das Verfahren in unserem Geschäft einzuführen“, so Maria Schönfelder. Deshalb wurden Anfang September des vorigen Jahres eine Waschschleudermaschine HS 6013 (13 kg) sowie ein Trockner ED 340 (19 kg) von Girbau installiert. Die unvermeidbaren Startschwierigkeiten sind längst überwunden: „Für die Entfernung von Fettflecken hatten wir anfangs per Handdosierung Lanadol Avant dem Waschbad zugefügt. Mitunter haben wir aber den richtigen Zeitpunkt dafür verpasst“, erinnert sich der Ehemann. Nach einer entsprechenden Programmierung wird der Fettlöser jetzt exakt im passenden Moment durch die kompakte Kreussler-Dosieranlage in die Maschine gepumpt.

Schonend und umweltfreundlich

„Wir können jetzt alles von Anzügen und Mänteln über Lamm- und Schaffelle und Federbetten bis zu Wolldecken nassreinigen und erzielen dabei beste Ergebnisse“, unterstreicht Maria Schönfelder. In der Gemeinde habe es sich längst herumgesprochen, dass bei „White Dreams“ Textilien schonend und umweltfreundlich gereinigt werden – und außer Braut- und Festbekleidung auch Accessoires, Heimtextilien und viele andere Teile durch die Nassreinigung ihre leuchtenden Farben behalten, frisch duften und einen weichen Griff haben. Der Arbeitsaufwand sei denkbar gering: „Eine Vor- und selten auch eine Nachdetachur sind nur bei hartnäckigen Verfleckungen wie Rotwein notwendig. Perlen- oder Paillettenstickereien, Lederbesätze und andere sensible Applikationen werden nicht angegriffen“, resümiert die Geschäftsinhaberin. Auch der Finishaufwand sei gering: „Manche Teile bügele ich nach der Nassreinigung nur auf, um das ‚Gewissen der Schneiderin‘ zu beruhigen“, so Maria Schönfelder schmunzelnd. Ein weiteres Plus: Das Nassreinigungsverfahren belastet nicht das Abwasser und ist daher umweltfreundlich. Damit nicht genug, setzt das Ehepaar Schönfelder auch auf Wasser- und Energieeffizienz: „Wir betreiben unsere Reinigungsmaschine mit Warmwasser, das aus einer Biomasseheizung in Kombination mit Solarenergie gewonnen wird“, erklärt Marcel Schönfelder. Das bedeutet: Bei schönem Wetter wird das Wasser durch Sonnenenergie erwärmt, bei bewölktem Himmel oder Regen CO₂-neutral über die Heizungsanlage „Solarfocus Therminator II Touch“, die mit Qualitätspellets aus nachwachsenden Hölzern betrieben wird. „Wir halten permanent 2 m3 Warmwasser bereit. Die Programmierung in der Waschschleudermaschine gewährleistet, dass kein überhitztes Wasser hineingepumpt, sondern die prozessgerechte Temperatur exakt eingehalten wird“, so der Ehemann.

Reinhard Wylegalla

www.white-dreams-online.de