Nadine Schlegel, Textilreinigung Weber GmbH, Friedrichshafen Die Textilpflegebranche? Alles, nur nicht langweilig!

Nadine Schlegel legte mit Bestnoten ihre Gesellenprüfung ab und damit den Grundstein für ihre ­Karriere im ­Textilservice. Ihre Mutter hatte sie gewarnt: "Unser Beruf ist stressig." Das hielt sie nicht davon ab, in die ­familiären Fußstapfen zu treten. Bereits nach der Ausbildung wusste sie: Ich habe es richtig gemacht! Wie die Textilreinigermeisterin das nach 12 Jahren Berufserfahrung sieht, verrät sie jetzt.

Nadine Schegel Textilreinigerin in der Waschmaschine Daumen hoch
Nadine Schlegel: „Der Beruf ist attraktiv, ­bietet ­Abwechslung und Perspektiven.“ - © Schlegel/Weber

Langweilig sei der Job in der Textilpflege bis heute nicht. Im Gegenteil. In ihrer Position als Wäschereileiterin und verantwortlich für den Bereich Textilreinigung ist sie nach wie vor mit Leidenschaft dabei. Die Materie und die Entwicklung der Branche sind für sie immer noch spannend. Was auf sie zukommen würde, wusste die damals 21-Jährige, als sie im September 2010 ihre Ausbildung bei der Weber GmbH startete.

Schon als Kind war sie im Betrieb ihres Großvaters herumgerannt und stolz darauf, dass sie helfen durfte. Dennoch war es nicht ihr erstes Berufsziel, Textilreinigerin zu werden. „Ich hatte eine Ausbildung zur Arzthelferin begonnen, aber schnell gemerkt, das passt nicht für mich“, verriet Nadine Schlegel.

R+WTextilservice sprach bereits 2014 mit dern ambitionierten Textilreinigerin (zum Artikel "Jung, neugierig, Textilreinigerin"). Seitdem ist viel passiert.

Ermutigung zur Ausbildung als Textilreinigerin

Es war der Textilreinigermeister Erwin Mayer, damals technischer Leiter und bereits 11 Jahre lang im Unternehmen tätig, der ihr den entscheidenden Impuls gab: „Wir machen eine Textilreinigerin aus Dir.“ Nadine Schlegel stimmte zu und erhielt die bestmögliche Ausbildung im Familienbetrieb, immer wieder unterstützt und motiviert von ihren Ausbildern Erwin Mayer und ihrer Mutter Sandra Schlegel. Beide sind heute Geschäftsführer der Weber GmbH in Friedrichshafen am Bodensee, die mit Nadine Schlegel eine qualifizierte Nachfolgerin hat.

Diese Perspektive sei für sie nicht relevant gewesen, als sie sich dafür entschied, den Beruf der Textilreinigerin zu ergreifen. Das seien vor allem die Erfahrungen gewesen, die sie außerhalb des Familienbetriebes machen konnte. Ihr Vater Thomas Schlegel, war technischer Leiter des Textilpflegebetriebes der Liebenau Service GmbH in Meckenbeuren, einem inklusiven Dienstleistungsunternehmen. Hier konnte sie in den Ferien jobben. Die Arbeit mit Menschen mit Handicap wurde zur prägenden Erfahrung, die zu der Erkenntnis führte, in der Branche richtig zu sein.

Und so startete Nadine Schlegel entschlossen und erfolgreich durch.
Im hochmodernen Mischbetrieb hatte sie die Chance, in nahezu allen Bereichen des professionellen Textilservice fundiertes Wissen zu erlangen. „Das Einzige, was ich bei uns nicht lernen konnte, war die Färberei“, sagte sie im Jahr 2013 dazu. Diesen Bereich fand sie während der Ausbildung hochspannend; ihre Leidenschaft war die Fleckentfernung und ist es bis heute. In der Kunst der Detachur zeige sich, wie wichtig professionelles und handwerkliches Fachwissen im Textilservice sei. Von ihrem Fachwissen profitiert die Weber GmbH insbesondere, da sich das aus einer Wäscherei entstandene Unternehmen heute auch auf die Textilreinigung fokussiert.

Nadine Schegel Textilreinigerin am Finisher
Absolut positiv: Nadine Schlegel ist bereit für die Zukunft in ihrer Branche. - © Schlegel/Weber

Neu aufgestellt für die Zukunft

Die Weber GmbH hat sich im Jahr 2018 neu aufgestellt. Sandra Schlegel und Erwin Mayer übernahmen die Geschäftsführung des Betriebes, der bis dahin von Albert Weber und seinem Bruder Werner Weber geführt wurde. Er wurde von der Familie Weber im Jahr 1957 als erster Dampfwaschsalon in Friedrichshafen-Fischbach gründet. Seit Anfang 2023 arbeitet auch Thomas Schlegel als Technikspezialist im Familienbetrieb mit.

„Wir beschäftigen heute 36 Mitarbeitende und arbeiten nicht mehr im Schichtbetrieb, auch nicht im Sommer. Inzwischen konzentrieren wir uns nicht mehr auf die ‚großen‘ Kunden, auf Hotelketten beispielsweise, sondern auf kleinere und mittlere Betriebe in Hotellerie und Gastronomie. Dazu gehören Anbieter von Ferienwohnungen. Außerdem versorgen wir wieder mehr Privatkunden, die ihre Wäsche, Hemden und andere Textilien zur Reinigung zu uns bringen. Die Bereitstellung individueller Mietwäsche ist weiterhin ein Schwerpunkt, neue sind diverse Dienstleistungen im Bereich der klassischen Textilreinigung“, erklärt die Wäschereileiterin. Sie kümmere sich, gemeinsam mit anderen, unter anderem um die Einteilung des Personals und die Urlaubsplanung. Ihre Lieblingsaufgaben seien das nicht, verrät sie uns. Meistens finde man sie in der Textilreinigung, für die sie hauptverantwortlich sei. Keine Überraschung!

Nadine Schlegel gehört zu den engagierten und motivierten Führungskräften von morgen, die das Wirtschaftsfeld Textilservice dringend braucht. Dass sie in die Branche hineingeboren wurde, spiele durchaus eine Rolle, sagt sie. Aber auch sie habe Ermutigung und starken Rückenwind gebraucht, um sich einzulassen - nicht aus Pflichtgefühl, sondern aus echtem Interesse, das geweckt und gefördert wurde. Auch die Lust am Lernen sei dadurch entstanden. Was in der Schule gar nicht ihr Ding war, ist ihr in der Ausbildung leichtgefallen. „Es hat mir einfach Spaß gemacht, mich hinzusetzen und zu lernen.“ Nadine Schlegel wusste warum und hatte ein Ziel.

Keine Angst vor Stress im Textilservice

Nadine Schegel als Kind mit Wäsche
Schon als kleines Mädchen liebte es Nadine Schlegel, wenn sie im Betrieb helfen konnte. - © Schlegel/Weber

Freude und Interesse an der Arbeit im Textilservice seien Voraussetzung für eine Karriere in der Branche, neben dem Mut, etwas auszuprobieren, und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Attraktiv sei der Beruf in jedem Fall. Er biete Abwechslung und Perspektiven – auch ohne Familienbetrieb als Backup. Das wüssten jedoch zu wenige. „Auch wir bilden aktuell nicht aus. Selbst bei uns am See ist es nicht einfach, Nachwuchs für einen Handwerksberuf zu finden, den kaum jemand kennt. Die meisten Schulabgänger gehen entweder studieren oder versuchen, in die großen Industriebetriebe reinzukommen, von denen es bei uns einige gibt.“

Wer mit der Branche großgeworden sei, habe einen anderen Bezug dazu. Schon in der Kindheit habe sie sich abschauen können, wie man mit Wäschereistress umgehen kann. Und so hätten selbst die Mahnungen ihrer Mutter sie nicht abgeschreckt. Abgesehen davon, sei sie ein positiver Mensch und versuche immer das Beste aus der einen oder anderen Situation zu machen. Manchmal müsse sie sich zwar ein wenig abreagieren, aber dafür genügen ihr meist fünf Minuten. „Außerdem bin ich bei uns in der Narrenzunft sehr engagiert. Das hilft mir, abends nicht nur an das Geschäft zu denken.“

Gedanken über die Zukunft mache sie sich natürlich, beispielsweise darüber, ob sie den Betrieb perspektivisch übernehmen wird. „Wir alle werden älter und haben das im Blick, eine perfekte Lösung gibt es aber noch nicht“, sagt Nadine Schlegel, gelassen und getreu ihrem Lebensmotto: „Lebe Dein Leben und genieße jeden Tag.“ Ihren Lieblingsspruch, der schon vor 12 Jahren ihr Motto war, nehme sie sich mehr denn je zu Herzen.

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