dgh: Damit sich die Bewohner gut versorgt fühlen

Die Wäscheversorgung in stationären Pflegeeinrichtungen berührt Infektionsprävention, Lebensqualität und organisatorische Sorgfalt gleichermaßen. Eine aktuelle Leitlinie und ein Vortrag auf der Messe Altenpflege 2026 in Essen rücken das Thema in den Fokus.

Auf der Altenpflegemesse 2026 in Essen rückt die Deutsche Gesellschaft für Hauswirtschaft das Thema Wäschepflege in ­stationären Einrichtungen in den Fokus.
Auf der Altenpflegemesse 2026 in Essen rückt die Deutsche Gesellschaft für Hauswirtschaft das Thema Wäschepflege in ­stationären Einrichtungen in den Fokus. - © stock.adobe.com – dglimages

Saubere Wäsche ist für soziale Einrichtungen entscheidend. Bewohner sollen sich auch in diesem Bereich gut versorgt fühlen, sagt Martina Schäfer, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Hauswirtschaft (dgh).

Kleine Pannen verunsichern schnell: Eine falsche Bluse liegt im Schrank, ein Kleidungsstück fehlt oder der Lieblingspullover kommt zu klein zurück.

Das Wäschemanagement gehört zu den anspruchsvollsten Aufgaben in Pflegeeinrichtungen. Die Verantwortlichen müssen zwei zentrale Anforderungen miteinander verknüpfen:

  1. Infektionen verhindern und zugleich
  2. die Wünsche der Bewohner erfüllen.

Wäsche managen: Kernziele der dgh

Die dgh formuliert dafür drei Kernziele:

  1. Infektionsrisiken für Bewohner und Personal zu minimieren,
  2. saubere Textilien bereitzustellen und
  3. Materialien schonend aufzubereiten.

Grundlage für Wäschereien ist die Norm DIN EN 14065. Sie verlangt das Hygienesystem RABC („Risk Analysis and Biocontamination Control“). Dieses System soll Biokontaminationen analysieren und die Weiterver­breitung minimieren. Schäfer vergleicht es mit dem HACCP-Verfahren aus dem Lebensmittelbereich.

Wäsche selbst waschen oder extern vergeben?


In der Praxis wird die Wäsche zunächst nach ihrem Infek­tionsrisiko eingeteilt. Im Wesentlichen sind das mit zunehmendem Infektionsrisiko: Objektwäsche wie Decken, Kissen und Gardinen, Bewohnerwäsche, Frottee- und Leibwäsche, dann Bettwäsche, Fäkalwäsche und zuletzt infektiöse Wäsche.

Einrichtungen müssen außerdem entscheiden, ob sie selbst waschen, die Aufbereitung an externe Anbieter vergeben oder beides kombinieren. Welche baulichen Voraussetzungen bestehen für eine Trennung von unreiner und reiner Seite? Welchen Maschinenpark kann die Einrichtung nutzen oder finanzieren? Schäfer empfiehlt, sämtliche Planungen früh mit der zuständigen Behörde abzustimmen.

Änderungen im Pflegealltag wirken sich direkt auf den ­Wäschekreislauf aus. Bei Bewohnerwäsche ist die Wascheignung entscheidend, etwa bei Wolle oder empfindlichen Stoffen. Der Heimvertrag sollte klare Regelungen enthalten, auch wenn Angehörige Kleidung selbst waschen. Ebenso muss geklärt sein, wer bei möglichen Infektionsrisiken die Verantwortung trägt. Bei Hilfsmitteln wie Protectorenhosen oder Lagerungskissen prüft die Wäschereileitung vorab die Waschbarkeit.

Wäsche richtig sammeln

Ein kritischer Punkt ist der Wäscheabwurf. Die Wäsche gelangt so in die Maschine, wie sie eingesammelt wird; ein nachträgliches Sortieren und Kontrollieren ist aus hygienischen Gründen nicht erlaubt. Schulungen und bebilderte Hinweise an den Abwurfstellen helfen dem Personal.

Für fäkal verschmutzte oder infektiöse Wäsche gelten feste Arbeitsanweisungen nach dem RABC-System. Saubere und schmutzige Wäsche müssen strikt getrennt transportiert werden, um Kreuzkontamination zu vermeiden.

Publikation „Wäschepflege in sozialen Einrichtungen“

Die beschriebenen Aspekte finden sich in der Publikation „Wäschepflege in sozialen Einrichtungen“, die die dgh, der Caritasverband Köln und das Diakonische Werk Württemberg gemeinsam im Lambertusverlag herausgegeben haben. Sie richtet sich an Verantwortliche der Wäscheversorgung und stellt die Bedürfnisse der Bewohner sowie den Gedanken der Einbeziehung und Teilhabe in den Mittelpunkt.

dgh auf der ALTENPFLEGE

  • Auf der Altenpflegemesse vom 21. bis 23. April 2026 in Essen informiert die dgh außerdem hauswirtschaftliche Fach- und Führungskräfte zu diesem Thema.
  • Prof. Dr. Angelika Sennlaub spricht dort über „Wäschepflege in stationären Einrichtungen – Wie ist sie organisiert und welche Argumente zählen?“ und stellt eine Umfrage des Bayerischen Kompetenzzentrums vor.
  • Ergänzend bietet die dgh Messerundgänge unter dem Titel „Der Wäschekreislauf – Textilien und Wäsche“ an, die den kompletten Wäschekreislauf von der Kennzeichnung und Beschaffung über das Waschen bis zum Finishen abbilden.