Kosten im Aufwärtstrend DTV-Kostenindex erreicht im Januar 2026 neues Allzeithoch

Die Kosten steigen wieder – und diesmal richtig: Der DTV-Kostenindex erreicht ein neues Rekordniveau. Treiber sind vor allem höhere Löhne und explodierende Finanzierungskosten. Gleichzeitig droht neuer Druck bei der Energie. Entlastung? Nicht in Sicht. Die Branche steht vor einem weiteren schwierigen Jahr.

Gewichtung der einzelnen Kostenarten im Kostenindex des Textilservice.
Gewichtung der einzelnen Kostenarten im Kostenindex des Textilservice. - © DTV

Der Kostenindex zieht zu Jahresbeginn kräftig an. Im Januar 2026 steigt er um 2,9 Punkte auf 131,2 und erreicht damit ein neues Allzeithoch. Während der Index vom Ende des dritten zum Ende des vierten Quartals 2025 noch leicht gesunken war, zeigt sich nun wieder ein deutlicher Anstieg. Seit dem Basisjahr 2021 sind die Kosten damit um mehr als 31 Prozent gestiegen.

Diesmal veröffentlichte der DTV bewusst die Januarwerte statt der üblichen Quartalszahlen. Der Grund: Die Dezemberwerte bilden die aktuelle Lage nicht mehr realistisch ab, so der Verband. Außerdem drohe wegen der geopolitischen Spannungen rund um die Straße von Hormus ein weiterer Energiepreisanstieg im Februar und März.

Personalkosten treiben den Index nach oben

Der Teilindex Personalkosten erreicht mit 132,0 Punkten ebenfalls einen Höchststand. Das liegt den Tarifverträgen bzw. den Tarifempfehlungen der Branche zugrunde. Der Intex-Tarifvertrag erhöhte die Grundgehälter im September 2025. Eine weitere Erhöhung ist für September 2026 angekündigt. Gleichzeitig empfiehlt die Tarifempfehlung der Tatex seit dem 1. Januar 2026 einen Stundenlohn von mindestens 14,30 Euro. Der DTV betont: Der Index bildet nur die tariflichen Mindestlöhne ab. Viele Betriebe zahlen mehr. Die tatsächliche Personalkostenbelastung dürfte also noch höher liegen.

Energiekosten: Trügerische Ruhe

Die Energiekosten sanken im Januar 2026 leicht auf 130,2 Punkte – ein Minus von 0,2 Punkten gegenüber dem dritten Quartal 2025. Die Lage an der Straße von Hormus lässt bei Kraftstoffen und Gas jedoch einen kräftigen Preisanstieg erwarten. Wie stark und wie lange er ausfällt, hängt von der geopolitischen Entwicklung ab – und davon, ob die Bundesregierung gegensteuert. Das nächste Quartalsupdate wird die Marktlage dann vollständig erfassen.

Entwicklung des Kostenindex und seiner wichtigsten Teilindizes Personalkosten, Textilien und Energie seit 2021.
Entwicklung des Kostenindex und seiner wichtigsten Teilindizes Personalkosten, Textilien und Energie seit 2021. - © DTV

Waschchemie, Textilien und Finanzierung

Der Teilindex für gewerbliche Waschmittel stieg um 1,7 Punkte auf 135,4 Punkte – liegt aber noch deutlich unter dem Spitzenwert von Ende 2023 (142,9 Punkte). Bei den Textilkosten ergibt sich ein gemischtes Bild: In Deutschland hergestellte Berufsbekleidung verteuerte sich um 1,28 Prozent, Flachwäsche aus deutscher Produktion um 0,5 Prozent. Die Einfuhrpreise für Berufskleidung stiegen um 1,82 Prozent. Importierte Flachwäsche wurde dagegen 0,53 Prozent günstiger. Der Textilkostenindex kletterte insgesamt von 123,7 auf 124,9 Punkte.
Am stärksten fallen die Finanzierungskosten auf: Seit September 2025 stiegen sie um 6,2 Punkte auf 258,3 Punkte und liegen damit mehr als zweieinhalbmal so hoch wie 2021. Das hohe Zinsniveau stellt eine spürbare Belastung für Investitionen dar. Betriebe müssten jede Investition sorgfältig kalkulieren, damit sie sich wirtschaftlich möglichst schnell trage.

Konjunkturschwäche trifft die Branche doppelt

Der Textilservice hängt stark an der allgemeinen Wirtschaftslage. Läuft das Geschäft bei den Kunden, steigt die Nachfrage. Schwächelt die Konjunktur, sinkt das Wäscheaufkommen – selbst innerhalb laufender Verträge. Vertragslaufzeiten bremsen den Effekt zwar ab, doch der Grundtrend bleibt.

Für den Rest des Jahres sieht der DTV keine Entlastung bei Energie, Personal und Textilien. Die Lohnerhöhungen im September und mögliche Folgen einer Sperrung der Straße von Hormus dürften die Kosten weiter nach oben treiben. Der Verband fordert politisches Handeln – in der Arbeitsmarkt-, Energie- und Geldpolitik.