„Nachhaltigkeit kann man nicht kaufen, man muss sie machen!“, sagt Martin Grebe, Inhaber der Teppichwäscherei TWC Grebe e. K. in Rheda-Wiedenbrück. Das Unternehmen feiert in diesem Jahr 60-jähriges Jubiläum. Das Angebot des Meisterbetriebs ist überraschend vielseitig und auf Werterhalt ausgelegt.
Textilreinigung sei grundsätzlich nachhaltig, betont Martin Grebe. Seine Teppichwäscherei ist die größte in Ostwestfalen-Lippe. „Unsere Kernkompetenz ist nach wie vor das Waschen loser Teppiche, die Teppichrestauration sowie die Polster- und Teppichbodenreinigung. Darüber hinaus bieten wir Sonderleistungen wie die Reinigung von Bootspersenningen und Segeln sowie Sonnensegeln und Marktschirmen an. Wir haben auch einen eigenen Raum für die Wäsche von Pferdedecken“, erklärt der Textilreinigermeister, der den Familienbetrieb in zweiter Generation führt.
„Was uns als Meisterbetrieb mit dem Schwerpunkt Teppichreinigung auszeichnet, ist vor allem Seriosität, die durch Qualität und nachvollziehbare Leistungen transparent wird.“
Wie so viele „Kinder der Branche“ hilft er schon als Jugendlicher im elterlichen Betrieb mit, schaut dem Vater über die Schulter und lernt durchs Tun. Sein Vater Dieter Grebe ist im Jahr 1966 zunächst Teilhaber einer Teppichreinigung und qualifiziert sich als professioneller Teppichreiniger beim damaligen Vorwerk Teppich-Institut.

Im Jahr 1976 übernimmt er den Betrieb und führt ihn als alleiniger Inhaber unter dem Namen „Teppich-Wasch-Center Grebe“ weiter, unterstützt von Ehefrau Helene. Mit dem Bau eines Betriebsgebäudes in einem neuen Gewerbegebiet in Rheda-Wiedenbrück und einer für die damalige Zeit hochmodernen Trockenanlage legt er den Grundstein für den Erfolg des Betriebs, den sein Sohn Martin sukzessive ausbaut.
Noch immer habe er das Bild der unermüdlich für ihren unternehmerischen Traum arbeitenden Eltern vor Augen, so Martin Grebe. Er selbst steigt im Jahr 1992 als junger Meister ins Familiengeschäft ein und sichert so die Nachfolge. Bereits zwei Jahre später werden die Produktionsfläche verdoppelt und die Wäschereitechnik vollständig erneuert.
Martin Grebe: Jungmeister übernimmt
1998 übernimmt er die alleinige Geschäftsführung, sein Vater scheidet aus gesundheitlichen Gründen unvermittelt aus. Der junge Unternehmer setzt den Expansionskurs fort, kauft im Jahr 2003 die Reinigung P.W. Stein in Bielefeld und 2005 die Bogusch KG in Herford. So kann er das Angebot an Spezialleistungen sukzessive erweitern. Heute versorgt das TWC Grebe Privat- und Businesskunden in einem Einzugsgebiet von 100 Kilometern über 140 Annahmestellen in Textilservicebetrieben, Raumausstattern und Gebäudereinigungen.
„Ich wusste, worauf ich mich einlasse, als ich mich dafür entschied, Textilreiniger zu werden, mit der Option, den Familienbetrieb zu übernehmen“, sagt Grebe. Eine solide Ausbildung war und ist für ihn die Grundlage für eine Karriere im Wirtschaftsfeld Textilservice. Den Meistertitel betrachtet er als Auszeichnung mit einer bedeutenden Außenwirkung.
Seriöse Teppichreinigungen müssten sich von zweifelhaften Mitbewerbern abheben, die immer wieder für Schlagzeilen sorgten. Das gelinge am besten als anerkannter Meisterbetrieb mit transparenten Konditionen und nachvollziehbaren Leistungen, so der von der Handwerkskammer OWL zu Bielefeld öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige für das Textilreinigerhandwerk und das Teppichreinigergewerbe.
TWC Grebe: Nachhaltigkeit neu denken
„Mit Schaumschlägerei hält sich niemand 60 Jahre lang auf einem so schwierigen Markt“, erklärt der ruhige, besonnene Unternehmer, der statt mit Worten lieber durch Leistung überzeugt und sein Business immer wieder neu denkt, insbesondere in puncto Nachhaltigkeit. Er suche permanent nach möglichen Stellschrauben in den Betriebsabläufen, um die Energiebilanz zu optimieren. Eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach ist eine von vielen Maßnahmen; diese deckt rund 30 Prozent des Energiebedarfs innerhalb der Produktionszeit ab.
Im Jahr 2020 entwickelte er gemeinsam mit der DELTA Umwelt-Technik GmbH in Teltow eine speziell für die Teppichwäsche konzipierte Anlage zur Ultrafiltration, die das Schmutzwasser seines Betriebs so aufbereitet, dass es für die Vorwäsche von Teppichen genutzt werden kann.
Bereitwillig teilt er seine Erfahrungen mit Marktpartnern und in Fachgremien, etwa im regelmäßigen Austausch im BSOT, dem Bundesverband der Sachverständigen für orientalische, handgeknüpfte Teppiche und Flachgewebe e. V. Seit 2010 ist er unter anderem 1. Vorsitzender der Fachgruppe Heimtextilien im Deutschen Textilreinigungs-Verband (DTV).
Teppichpflege im Wandel
Das Jubiläumsjahr will er nutzen, um den Wert nachhaltiger Teppichpflege in den Fokus zu rücken, mit Aktionen in den Annahmestellen und einem Event für Businesspartner. Dabei soll deutlich werden, dass hinter den Meisterleistungen des Teppich Wasch Centers Grebe ein qualifiziertes und engagiertes Team steht. Und das darf gefeiert werden!
Martin Grebe schätzt die Leistungsbereitschaft seiner 13 Mitarbeitenden. In seinem Fall sei zudem die viel zitierte Aussage zutreffend, dass hinter jedem erfolgreichen Mann eine starke Frau stehe. Seine Ehefrau Stephanie Grebe habe ihre eigene berufliche Karriere verfolgt, seine unternehmerische Vision jedoch stets intensiv unterstützt. Dafür sei er dankbar.
Anlässlich des 60-jährigen Jubiläums wolle er selbstverständlich auch das Werk seiner Eltern würdigen. Er sei dankbar dafür, dass er auf das Fundament, das sie legten, aufbauen konnte. Sie hatten ihn keineswegs dazu gedrängt. „Die unternehmerische Energie meiner Eltern hat mich inspiriert“, betont er. Echte Leidenschaft für sein Handwerk habe er, ehrlich gesagt, erst in der Ausbildung entwickelt. Während der klassischen dreijährigen Lehre sei dann allerdings sehr schnell der Entschluss gereift: Ich will Meister werden!
Der heutige TWC-Grebe-Chef legte die Meisterprüfung erfolgreich ab und schöpfte die Möglichkeiten zur Weiterbildung aus, u. a. durch einen Abschluss als Betriebswirt des Handwerks und die Qualifikation zum Sachverständigen. „Lebenslanges Lernen ist für mich die Grundvoraussetzung für Erfolg; gesunde Neugier und Offenheit im Umgang mit Menschen gehören dazu“, sagt er. „Es ist mir wichtig, mich nicht nur beruflich oder unternehmerisch, sondern auch persönlich weiterzuentwickeln.“ Diesen Raum gesteht er auch seinen beiden Kindern zu. „Ich bin sehr stolz darauf, dass mein Sohn seine Berufung als Berufsfeuerwehrmann gefunden hat und meine Tochter Sophie demnächst mit dem Bachelor in Marketing ihren Weg macht. Es ist in Ordnung, dass sie meinen Betrieb später nicht übernehmen werden – mir ist wichtig, dass sie glücklich sind.“
60 Jahre TWC Grebe: Wissen und Wertschätzung weitergeben

Für ihn sei die Chance zur Selbständigkeit ein Ansporn gewesen. „Ich hatte den Wunsch nach Unabhängigkeit und Gestaltungsfreiheit und, abgesehen davon, schon immer eine Vorliebe für schöne Teppiche.“ Er sei immer wieder begeistert, wenn es seinem Team gelinge, einen kostbaren Orientteppich so aufzubereiten, dass dieser wieder wie neu aussieht. „Das können nur Experten und ich bin froh, dass wir einen versierten Fachmann für die Teppichrestauration an unserer Seite haben.“
Martin Grebe fällt es leicht, Wertschätzung zu teilen. Und so verbindet er auch in seiner knappen Freizeit soziales Engagement mit persönlicher Leidenschaft – mit der Liebe zu alten Autos und Rallyes in außergewöhnlichen Landschaften. Gemeinsam mit seinem Branchenkollegen und Freund Lars Reuter fuhr er bereits zum dritten Mal eine Charity-Rallye, diesmal unterstützt von der Firma Kreussler als Sponsoringpartner.
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Erstmals im Team der „The Volvo Dudes“ war Martin Grebes Sohn, der Berufsfeuerwehrmann Phillip Grebe, um eine Spende für die Hamburger Organisation „Feuerkrebs“ buchstäblich einzufahren. „Wir sind auf eine Summe von 3.800 Euro gekommen“, sagt der bodenständige Unternehmer, dessen Sachverstand in der Branche hochgeschätzt wird. Sein Lächeln verrät, dass ihm ein wenig Abenteuerfeeling zwischendurch guttut.

