Kostenentwicklung in der Textilpflege Kostenindex verzeichnet leichten Rückgang im 2. Quartal 2026

Der Kostenindex Textilservice ist im zweiten Quartal 2026 leicht gesunken, bleibt aber auf hohem Niveau. Hinter dem leichten Rückgang steckt vor allem die Entspannung bei den Energiepreisen. Andere Kostenblöcke wie Waschchemie, Textilien und Finanzierung steigen weiter. Die Personalkosten verharren auf Rekordniveau.

Nach dem starken Anstieg seit 2021 verharrten die Energiekosten zunächst auf gleichbleibend hohem Niveau. Anfang 2026 stieg der Index nochmals deutlich, bevor er im zweiten Quartal leicht zurückging.
Nach dem starken Anstieg seit 2021 verharrten die Energiekosten zunächst auf gleichbleibend hohem Niveau. Anfang 2026 stieg der Index nochmals deutlich, bevor er im zweiten Quartal leicht zurückging. - © DTV

Der Kostenindex des Deutschen Textilreinigungs-Verbandes (DTV) ist im zweiten Quartal 2026 leicht gesunken. Zu Jahresbeginn lag der er bei 131,2 Punkten. Nach dem Allzeithoch von 135,8 Punkten im März ist der Index Ende Juni um 1,5 Punkte auf 134,3 Punkte zurückgegangen. Trotz des leichten Rückgangs bleibt das Kostenniveau damit hoch: Gegenüber dem Basisjahr 2021 liegen die Kosten laut DTV um mehr als 34 Prozent höher.

Die Entwicklung der einzelnen Kostenblöcke verläuft dabei sehr unterschiedlich. Während Energie nach dem starken Anstieg im Frühjahr deutlich nachgibt, werden Waschchemie, Textilien und Finanzierung weiter teurer. Die Personalkosten bleiben auf ihrem Höchststand.

Energiepreise sorgen für starke Schwankungen

Besonders volatil haben sich die Energiekosten entwickelt. Der Teilindex stieg bis März auf 158,1 Punkte. Bis Juni fiel er wieder auf 142,2 Punkte – ein Rückgang um 15,9 Punkte innerhalb eines Quartals. Trotz dieser Entspannung liegt der Wert noch über dem Niveau zu Jahresbeginn.

Bei den einzelnen Energieträgern zeigt sich ein ähnliches Bild. Von März bis Juni sanken die Kosten für leichtes Heizöl um 18,5 Prozent und für Kraftstoffe um 16,3 Prozent. Strom verbilligte sich um 0,44 Prozent. Gas wurde dagegen um 0,2 Prozent teurer.

Der DTV führt die starken Schwankungen auf die geopolitischen Ereignisse rund um die Straße von Hormus zurück. Je nach Entwicklung des Konflikts können die Preise kurzfristig wieder steigen. Für die kommenden Monate bleibt die Entwicklung deshalb ungewiss. Eine kurzfristige Entspannung der Energiepreise erwartet der Verband nicht.

Gewichtung der Kostenarten: Personalkosten haben mit 45 Prozent den größten Anteil, gefolgt von Textilkosten (22 Prozent) und Energiekosten einschließlich Kraftstoff (15 Prozent).
Gewichtung der Kostenarten: Personalkosten haben mit 45 Prozent den größten Anteil, gefolgt von Textilkosten (22 Prozent) und Energiekosten einschließlich Kraftstoff (15 Prozent). - © DTV

Personalkosten bleiben auf Höchststand

Anders sieht es bei den Personalkosten aus. Der Teilindex liegt seit Januar unverändert bei 132,0 Punkten und damit auf seinem Allzeithoch. Grundlage sind die Tarifverträge beziehungsweise Tarifempfehlungen der Branche. Der Intex-Tarifvertrag führte im September 2025 zu höheren Grundgehältern. Für September 2026 ist eine weitere Erhöhung angekündigt. Die Tatex-Tarifempfehlung sieht seit Januar 2026 einen Stundenlohn von mindestens 14,30 Euro vor.

Der DTV weist darauf hin, dass der Kostenindex ausschließlich die Entwicklung der tariflichen Mindestlöhne abbildet. Tatsächlich gezahlte Löhne können darüber liegen.

Textilien und Waschchemie verteuern sich weiter

Bei den Textilien zeigt der Trend im Jahresverlauf nach oben. Der Textilkostenindex stieg von 124,9 Punkten zu Jahresbeginn über 125,8 Punkte im März auf 127,7 Punkte im Juni. Damit haben die Textilkosten seit Jahresbeginn um 2,8 Punkte zugelegt.

Auch im zweiten Quartal stiegen sämtliche vom DTV erfassten Unterpositionen. Die Kosten für in Deutschland hergestellte Berufsbekleidung erhöhten sich von März bis Juni um 1,72 Prozent, die für deutsche Flachwäsche um 1,0 Prozent. Bei importierter Berufskleidung betrug der Anstieg 1,57 Prozent, bei importierter Flachwäsche 2,21 Prozent.

Noch deutlicher ist die Entwicklung bei der Waschchemie. Der Teilindex für gewerbliche Waschmittel stieg seit Jahresbeginn von 135,4 auf 140,1 Punkte. Damit liegt er 4,7 Punkte höher als im Januar. Der DTV beobachtet einen anhaltenden Aufwärtstrend. Der aktuelle Wert nähert sich dem bisherigen Allzeithoch von 142,9 Punkten aus dem Jahr 2023.

Die Kostenentwicklung seit 2019 zeigt: Vor allem Energie schwankt stark, während Personal- und Textilkosten langfristig zulegen.
Die Kostenentwicklung seit 2019 zeigt: Vor allem Energie schwankt stark, während Personal- und Textilkosten langfristig zulegen. - © DTV

Finanzierungskosten ziehen weiter an

Die stärkste Aufwärtsbewegung unter den betrachteten Kostenblöcken verzeichnen die Finanzierungskosten. Nachdem der Teilindex 2025 zunächst gesunken war, endete dieser Trend mit Beginn des Konflikts rund um die Straße von Hormus. Seit März stieg der Wert um 13,9 Punkte auf 277,8 Punkte im Juni.

Ausgehend vom Januarwert von 258,3 Punkten entspricht das einem Anstieg um 19,5 Punkte. Damit liegen die Finanzierungskosten fast 2,8-mal so hoch wie im Basisjahr 2021.

Das hohe Zinsniveau erschwert weiterhin Investitionen. Nach Angaben des DTV können Zinsanpassungen zudem die Finanzierung bestehender langfristiger Kredite verteuern. Gleichzeitig prüfen Banken Risiken teilweise genauer und gehen bei der Kreditvergabe vorsichtiger vor.

Hohe Kosten treffen auf schwache Konjunktur

Neben den hohen Kosten belastet die schwache Wirtschaftslage den Textilservice. Die Nachfrage nach Textilservice hängt eng mit dem Geschäft der Kunden zusammen. Geht deren Wäscheaufkommen zurück, kann dies auch bestehende Verträge betreffen. Vertragliche Laufzeiten und Anpassungsfristen dämpfen die Auswirkungen zwar, verhindern sie aber nicht vollständig.

Für den weiteren Jahresverlauf zeichnet sich laut DTV keine spürbare Entlastung bei zentralen Kostenpositionen ab. Bei den Personalkosten steht im September die nächste angekündigte Lohnerhöhung an. Gleichzeitig bleibt die Entwicklung der Energiepreise unsicher. Auch bei den Textilien erwartet der Verband keine deutliche Entspannung.

Bei reinen Wäschereidienstleistungen ist der Kostenindex im zweiten Quartal um 2,3 Punkte auf 136,4 Punkte gesunken. Auch hier war vor allem die Entwicklung der Energiekosten ausschlaggebend: Der Teilindex Energie ging um 14,6 Punkte zurück. Die Personalkosten blieben dagegen auf ihrem Allzeithoch. Textilkosten spielen bei reinen Wäschereien keine Rolle.

Damit bleibt der Kostenindex trotz des Rückgangs im zweiten Quartal auf einem hohen Niveau. Die Entwicklung im ersten Halbjahr zeigt vor allem eines: Einzelne Kostenblöcke können sich kurzfristig deutlich bewegen, die breite Kostenbelastung der Branche bleibt jedoch bestehen.

Der Kostenindex für reine Wäschereien sank im zweiten Quartal 2026 leicht von 138,7 auf 136,4 Punkte. Ausschlaggebend war vor allem der Rückgang des Energie-Teilindex.
Der Kostenindex für reine Wäschereien sank im zweiten Quartal 2026 leicht von 138,7 auf 136,4 Punkte. Ausschlaggebend war vor allem der Rückgang des Energie-Teilindex. - © DTV