Automatisierung kann Industriewäschereien gleich mehrfach entlasten: Sie erhöht die Prozesssicherheit, verbessert den Arbeitsschutz und schafft ergonomischere Arbeitsplätze. Wie sich intelligente Sortiertechnik auch in mittelgroßen Betrieben erfolgreich einsetzen lässt, zeigt das Modernisierungsprojekt von bardusch in Yverdon.
Die Gewinnung und Bindung qualifizierter Fachkräfte bleibt eine der zentralen Herausforderungen für Industriewäschereien. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Hygiene, Arbeitssicherheit und Prozesszuverlässigkeit. Automatisierung gewinnt daher zunehmend an Bedeutung, um eine stabile Produktion sicherzustellen und die langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu wahren.
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, setzt bardusch auf intelligente Automatisierungslösungen der JENSEN-GROUP und deren Technologiepartner Inwatec. Mit mehr als zehn Jahren Erfahrung in der Schmutzwäschesortierung und über 170 installierten Systemen weltweit steuert Inwatec Technologien bei, die helfen, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und gleichzeitig Sicherheit sowie Sortiergenauigkeit zu verbessern. Die jüngste Installation bei bardusch Yverdon in der Schweiz zeigt, dass intelligente Automatisierung nicht auf Großwäschereien beschränkt ist. Dank des modularen Aufbaus lässt sich die Lösung ebenso in mittelgroßen und kompakten Wäschereien einsetzen.
Yverdon-les-Bains, am Ufer des Neuenburgersees gelegen, verbindet historischen Charme mit einer starken industriellen Präsenz. Im Herzen der Stadt erbringt bardusch Yverdon seit 1974 professionelle, hygienezertifizierte Textildienstleistungen. Der Standort verarbeitet von Montag bis Freitag in einer einzigen Schicht rund 27 Tonnen Wäsche pro Tag.
Für mehr Effizienz und Sicherheit
In enger Zusammenarbeit mit der Jensen-Group und Inwatec wurde der Standort gezielt modernisiert, wodurch die Gesamtkapazität um rund sechs Prozent gesteigert werden konnte. Die erneuerte Anlage kombiniert klassische Sortierstationen mit automatisierten Prozessen: 24 Schächte für Flachwäsche sowie sechs Silos, in denen Inwatec-Technologie wiederkehrende Sortieraufgaben übernimmt. Berufskleidung, Küchenwäsche und Kleinteile werden dadurch automatisiert und effizient verarbeitet.
Ein zentrales Element der Lösung ist THOR, die robotergestützte Sortiereinheit, welche chargenweise angelieferte Wäsche in Einzelteile trennt. Mit einem patentierten Greifsystem ermöglicht THOR die maschinelle Handhabung von Schmutzwäsche und reduziert den direkten Kontakt der Mitarbeitenden mit kontaminierter Wäsche sowie potenziell gefährlichen Fremdkörpern.
Ergänzt wird das System durch die HEIMDAL.Camera, die RFID-Technologie mit kamerabasierter Erkennung kombiniert. HEIMDAL liest UHF-, HF- und LF-Tags und identifiziert Textilien anhand von Farbe, Muster, Größe und Material. Dadurch wird eine präzise, artikel- und kundenspezifische Sortierung ermöglicht.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Lösung ist ODIN, der intelligente Röntgenscanner von Inwatec. ODIN erkennt automatisch Fremdkörper wie Stifte, Scheren oder Nadeln und schleust betroffene Teile in einen separaten Ausschussbehälter aus. Dies erhöht die Arbeitssicherheit und schützt nachgelagerte Prozesse. Heute werden täglich rund 9.000 Kleidungsstücke aus dem Gesundheitsbereich automatisch auf Fremdkörper überprüft und sortiert – ein Prozess, der zuvor manuell erfolgte und körperlich anspruchsvoll war.
Stimmen aus dem Betrieb
„Die Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeitenden hat für uns oberste Priorität“, sagt Olivier Baudat, Operations Manager bei bardusch Yverdon. „Unsere Abläufe sind deutlich klarer geworden, und insbesondere die Endbearbeitung profitiert enorm. Wir liegen inzwischen sogar vor dem Zeitplan. Die Leistungsfähigkeit der Anlage hat uns positiv überrascht, und der Arbeitsalltag ist für unser Team spürbar ergonomischer geworden.“
Auch der Bedienkomfort überzeugt. Katia Costa, Production Support, ergänzt: „Das System ist sehr benutzerfreundlich, und wir konnten uns extrem schnell daran anpassen. Die Bedienung ist deutlich komfortabler als manuelles Sortieren, und der leise Betrieb trägt zu einem angenehmen Arbeitsumfeld bei.“
Zusätzliche Unterstützung erhielt bardusch Yverdon durch Kolleginnen und Kollegen vom Standort Basel, an dem dieselbe Technologie bereits seit mehreren Jahren erfolgreich im Einsatz ist. Auf Basis dieser Erfahrung wurde ein standortspezifisches Wartungskonzept entwickelt, das die langfristige Zuverlässigkeit der Anlage sicherstellt.
Der Erfolg des Projekts basiert auf der engen Zusammenarbeit zwischen bardusch als Kunden, der Jensen-Group als Systemintegrator und Inwatec als Technologiepartner für die Schmutzwäscheautomatisierung. Die Lösung wurde exakt auf die Anforderungen des Standorts Yverdon zugeschnitten und bietet ausreichend Flexibilität, um mit zukünftigen Aufgaben zu wachsen.
„Diese Installation zeigt deutlich, dass auch kompaktere Wäschereien von Automatisierung auf der Schmutzwäsche-Seite profitieren können. Auch kleinere Inwatec-Lösungen bieten hohe Effizienz und Zuverlässigkeit“, sagt Thomas Eichenberger, Sales Manager der Jensen AG Burgdorf.
Automatisierung verändert die Wäschereibranche grundlegend: von einem arbeitsintensiven Umfeld hin zu Arbeitsplätzen, an denen weniger Mitarbeitende sicherer, gesünder und in attraktiveren Rollen tätig sind. Die Installation in Yverdon veranschaulicht diesen Wandel: Roboter wie THOR übernehmen monotone und körperlich belastende Sortieraufgaben, ODIN erkennt Fremdkörper, bevor sie Schäden verursachen, und HEIMDAL sorgt für eine präzise Identifikation jedes einzelnen Kleidungsstücks. Durch die Verlagerung repetitiver und potenziell gefährlicher Tätigkeiten auf Maschinen verbessern Wäschereien die Arbeitssicherheit, optimieren ihre Abläufe und steigern die Betriebseffizienz. Darüber hinaus trägt Automatisierung zu optimierten Produktionsprozessen, geringeren Textilschäden sowie zu einem effizienteren Einsatz von Energie und Ressourcen bei.

