Vom 5. bis zum 8. November 2013 können sich Beschaffungsentscheider aus verschiedenen Branchen auf der A+A in Düsseldorf wieder über aktuelle Trends und Neuerungen in den Bereichen persönlicher Schutz, betriebliche Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit informieren. Ein Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf der modischen Gestaltung von Berufsbekleidung sowie von Corporate Fashion.
Arbeitsschutz gepaart mit Mode
Ausgaben für die betriebliche Gesundheitsförderung und den Arbeitsschutz - dazu zählen u.a. auch persönliche Schutzausrüstung (PSA) und Berufsbekleidung - stellen eine lohnende Investition dar. Dies hat die Studie der Internationalen Vereinigung für Soziale Sicherheit (IVSS), der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) und der Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) gezeigt. Die Ergebnisse legen dar, dass Unternehmen pro einen Euro, den sie pro Person im Jahr in den betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz investieren, einen Erfolg in Höhe von 2,20 Euro erzielen können. Demzufolge hätten auch drei Viertel der Befragten Unternehmen angegeben, dass zusätzliche Investitionen in den Arbeitsschutz langfristig zu sinkenden oder mindestens gleichbleibenden betrieblichen Kosten führten. Das heißt: Prävention durch Arbeitsschutz lohnt sich aus wirtschaftlicher Sicht. Lohnenswert könnte deshalb auch ein Besuch der A+A 2013 in Düsseldorf sein. Denn die internationale Messe für persönlichen Schutz, betriebliche Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit stellt alle zwei Jahre Trends und Neuerungen in diesem Bereich vor. Die Themen, die in diesem Jahr im Fokus stehen, sind
-persönlicher Schutz,
-betriebliche Sicherheit,
-Corporate Fashion,
-Gesundheit bei der Arbeit,
-betrieblicher Brand- und Katastrophenschutz,
-A+A-Kongress mit ILO-Konferenz.
Tatsächlich investieren Unternehmer laut Angaben des „German Fashion Modeverband Deutschland“ verstärkt in Berufsbekleidung und Arbeitsschutz. „2010 und 2011 kam es zu einem regelrechten Aufschwung in der Branche“, berichtet Thomas Lange, Geschäftsführer des Verbands. Diese Entwicklung zeige, dass viele Arbeitgeber, Sicherheitsbeauftragte und Beschaffer von der Notwendigkeit von Schutzbekleidung und Corporate Fashion überzeugt seien. Der Messeveranstalter geht deshalb auch von einer weiterhin großen Besucherzahl der A+A aus. Einer Pressemeldung der Messe Düsseldorf zufolge gehören noch immer gerade die Automobilindustrie sowie das Baugewerbe zu den interessanten Kunden für Anbieter von Corporate Fashion und Berufsbekleidung.
Zu den neuen Beziehern der Berufs- und Schutzausrüstung zählen hingegen Bereiche wie Windkraft- und Anlagenbau, Mastenbau für Überlandleitungen in der Stromversorgung, Transport und Logistik, Stadt- und Wasserwerke und der Recyclingsektor, erläutert Joachim Geyer, Key-Account-Manager des Unternehmens Kübler Workwear. Dieses stellt im November auf der Messe aus. Die Bedürfnisse dieser relativ jungen Arbeitsbereiche finden deshalb immer mehr Eingang in die Konzeption von Berufsbekleidung.
Schwerpunkt auf modischem Aspekt
Die Träger von Arbeitsbekleidung wollen nicht nur geschützt, sondern auch schick sein. Deshalb setzen in diesem Jahr einige der rund 1.600 Aussteller auf der A+A ihren Schwerpunkt auch auf die optische Gestaltung der Berufsbekleidung und Corporate Fashion. Laut Messeveranstalter entscheiden sich immer mehr Vertreter aus Industrie und Handwerk sowie Dienstleister für den Einsatz von Corporate Fashion. Mit ihrer Hilfe wollen sie ihre Innen- und Außendarstellung im Sinne der Markenbildung und -pflege schärfen. „Besser kann der Werbeeffekt für ein lokales Handwerksunternehmen doch nicht sein“, sagt Dr. Walter Eichendorf, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) sowie Mitglied im Beirat der A+A 2013. Einheitliche und zudem modische Bekleidung der Mitarbeiter sei ihm zufolge immer wichtiger, damit ein Betrieb auffällt und als professionell sowie sympathisch wahrgenommen wird. Die Mitarbeiter, ansprechend in Firmenfarben gekleidet, werden dadurch zu Botschaftern ihres Unternehmens.
Und ebenso für die Angestellten selbst ist es von Bedeutung, wie ihre Berufsbekleidung aussieht. „Auch wenn die Funktion an erster Stelle steht, kauft heute keiner mehr Sachen, die modisch nicht gefallen“, sagt Carla Teichmüller, Product Managerin bei dem A+A-Aussteller Bierbaum-Proenen. Der Berufsbekleidungsspezialist mit Sitz in Köln arbeite seit Jahren konsequent daran, sportliche Lösungen im Stile des Zeitgeistes umzusetzen. „Die Bekleidung muss modern wirken, darf aber nicht ausgefallen sein, um auch über einen längeren Zeitraum eingesetzt werden zu können“, so Rainer Glaesemer, Bekleidungsspezialist bei W.L. Gore & Associates (Putzbrunn), ebenfalls einer der Aussteller auf der Messe in Düsseldorf.
Auch für die modisch geprägte Corporate Fashion, die eher auf eine leichte Schutzfunktion setzt, gilt dem Messeveranstalter zufolge, was bei Schutz- und Berufsbekleidung gefragt ist: Sie muss mehreren Zwecken dienen. Zunächst sollte Corporate Fashion robust sein, lange halten, schmutzabweisend sein und sich problemlos reinigen lassen - auch in der Industriewäsche. Zudem seien aber auch Tragekomfort, Passform sowie Schnitt und ebenso die Farbauswahl entscheidend. Der Input kommt dabei weniger aus dem Modebereich als aus dem Sport.
Aktuelle Trends bei Modenschau zu sehen
Zu den Entwicklungen in der heutigen Berufsbekleidung, PSA sowie Corporate Fashion, welche auf der A+A 2013 im November zu sehen sein werden, zählt u.a. das aus dem Sport stammende Zwiebelschalenprinzip . Laut Angaben des Messeveranstalters laufen Sweatshirts, Fleecejacken, Kapuzenshirts und Westen, aber auch Softshell-Jacken gut. Einige Berufsbekleidungsspezialisten haben außerdem wasserfeste Pilotenjacken im Programm. Zu sehen sein werden auch die im Baukastenprinzip aufgebauten Kollektionen , welche den Angestellten ermöglichen, ihre Outfits individuell zusammenzustellen. Außerdem werden die Messebesucher erfahren, dass die Stoffe der Berufsbekleidung leichter geworden sind, dabei aber fast so viel aushalten wie früher die schwereren Materialien.
Einher mit diesen leichten Stoffen geht die Möglichkeit, ein zeitgemäßes, schickes Design umzusetzen. Besonders viel, das soll die A+A 2013 laut Veranstalter zeigen, ist bei den Schnitten passiert. „Die Designer lassen sich durch Street- und Sportswear inspirieren“, sagt Annika Busche von Fristads Kansas. „Die niedrige Leibhöhe und der Jeans-Sattelschnitt sind mittlerweile weit verbreitet in der Workwear.“ Damit auch figurbetont geschnittene Hosen ihre Funktion voll erfüllen, sollen vorverlegte Nähte beispielsweise dafür sorgen, dass sie beim Einsteigen ins Auto oder bei knienden Tätigkeiten nicht behindern. In aufgesetzte Knietaschen können Polster nach Wahl geschoben werden. Vorgeformte Ärmel und Hosenbeine haben darüber hinaus zum Ziel, die Bewegungsfreiheit so wenig wie möglich einzuschränken. Dasselbe gilt für Volumenärmel und Dehnungsfalten. Versteckte Einsätze bei der Jacke sorgen dafür, dass sie sich bei Arbeiten über Kopf nicht hebt und den Rücken freigibt. Weitere schnitttechnische Details, die auf der A+A 2013 im November zu sehen sein sollen, sind eine verlängerte Jacke sowie Hosen, die hinten höher geschnitten sind - für Anwender, die oft im Knien arbeiten müssen. Unsichtbare „Cordura“-Verstärkungen (ein spezielles Spinn- und Webverfahren von Polyamidfasern) und Nieten sollen dafür sorgen, dass Taschen nicht aus- oder einreißen. Reflexpaspeln oder Aufdrucke erhöhen zudem die Sichtbarkeit.
Farbe kommt ins Spiel
Insgesamt wird die Fachmesse laut Veranstalter zeigen, dass bei Berufsbekleidung Farbe ins Spiel kommt und zudem der Einsatz von großen Firmenlogos auf den Textilien. Zweifarbigkeit liege im Trend. Bei den Firmenlogos sei es ähnlich wie bei bekannten Modelabels: Sie fallen zunehmend auf und sind groß auf Brust, Rücken oder Oberarmen angebracht. Gängige Farben sind Königsblau und Grau. Wegen der Schmutzunempfindlichkeit erfreuen sich aber auch Dunkelblau und Schwarz großer Beliebtheit.
Neben Form und Farbe der Textilien breiten sich zwei weitere Trends in der Berufsbekleidungsbranche aus: textile Dienstleistungen und der Fokus auf Nachhaltigkeit. Auch hierzu halten die Aussteller der A+A 2013 Informationen bereit. Denn die Kunden ebenso wie die Gesellschaft insgesamt, so der Messeveranstalter, legen immer mehr Wert auf die Hygiene der Textilien sowie auf die umweltschonende Produktion und Reinigung der Bekleidungsstücke. Ein verbreitetes Modell im Textilservicebereich ist, die Bekleidung selbst zu kaufen und dann von einem professionellen Wäschereibetrieb waschen und pflegen zu lassen. Das garantiert eine adäquate Reinigung und Hygiene. Die Betriebe sind sich außerdem zunehmend ihrer Verantwortung bewusst; deshalb entwickeln sie Vorgabekriterien und führen Audits durch. Einige gehören z.B. auch der FairWear Foundation an, welche für Sozialstandards, Offenheit und Transparenz steht, oder der Business-Social-Compliance-Initiative (BSCI), einer Non-Profit-Organisation mit dem Ziel, sozial verantwortungsvolles Handeln in den Zuliefererketten europäischer Wirtschaftsunternehmen sicherzustellen.
Kongress und Demonstrationen
Doch nicht nur die Textilien, welche zum Arbeits- und Gesundheitsschutz beitragen, werden auf der A+A 2013 thematisiert. Nach Angaben Joachim Schäfers, Geschäftsführer der Messe Düsseldorf, werden insgesamt acht Hallen des Düsseldorfer Messegeländes komplett ausgelastet sein. Die thematische Zuordnung zu den Hallen soll klar gegliedert entsprechend der Besucher-„Laufachsen“ erfolgen: Aussteller für den Bereich der persönlichen Schutzausrüstungen belegen die Hallen 3, 4 und 5 (hier mit dem Bereich Corporate Fashion) sowie 7, 9 und 10. Die parallele Laufachse zu diesen Angeboten bilden die Themen betriebliche Sicherheit und spezielle Ausrüstungen für den Katastrophenschutz in den Hallen 6 und 7a. Hier wird u.a. auch der Themenpark „Betrieblicher Brand- und Katastrophenschutz“ zu finden sein, wo
Livedemonstrationen stattfinden.
Fester Bestandteil ist laut Schäfer neben der Fachmesse ebenso der internationale A+A-Kongress, der im Jahr 2011 rund 5.000 Teilnehmer angezogen hat. Er beschäftigt sich in gut 60 Veranstaltungsreihen mit Themen aus den Bereichen Sicherheit, Gesundheit und Ergonomie. In den Vorträgen und Diskussionen geht es um Reformvorhaben der nationalen und europäischen Politik, technische Innovationen oder auch um neueste wissenschaftliche Erkenntnisse. Dabei vermittle der von der Bundesarbeitsgemeinschaft für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (Basi e.V.) organisierte Kongress ebenso Konzepte und Lösungen für das betriebliche Gesundheitsmanagement (u.a. Arbeitsmedizin, Gesundheitsförderung, Integration) sowie spezifische Gefährdungen und Belastungen am Arbeitsplatz und im Betrieb (u.a. Maschinensicherheit, Brandschutz, persönliche Schutzausrüstungen). In den A+A-Kongress werde außerdem auch wieder die Konferenz der ILO (International Labour Organization) eingegliedert. Der Schwerpunkt liegt diesmal auf dem Thema Berufskrankheiten.
Geplant ist im Rahmen der A+A 2013 zudem ein deutsch-türkischer Arbeitsschutzdialog. Denn in diesem Jahr ist die Türkei A+A-Partnerland. Schäfer zufolge arbeiten allein dort vier Millionen Menschen in der Textilindustrie, so dass das Land als lukrativer Zukunftsmarkt für die Anbieter von Schutzartikeln und Sicherheitslösungen gelten kann. Der deutsch-türkische Arbeitsschutzdialog soll unter Beteiligung wichtiger Branchenverbände, Institutionen und der Politik ablaufen. Mit Spannung dürfe dabei der Beitrag des türkischen Ministeriums für Arbeit und Soziales über die Entwicklung und Umsetzung einer nationalen Arbeitsschutzstrategie erwartet werden.jm