Diverse beteiligte Prozesse sorgen in der Textilpflegebranche für eine große berufliche Vielseitigkeit. Den Beschäftigten bieten sich viele Herausforderungen und Aufstiegsmöglichkeiten. Darauf reagiert auch die Texcare International – mit dem Themenschwerpunkt „Ausbildung und neue Berufsbilder“.

Der Name der Textilpflegebranche ist Programm: Ziel der Wäschereien und Reinigungsbetriebe ist eine fachgerechte Aufbereitung von textilen Produkten, wobei Textilserviceunternehmen diese mit zusätzlichen Dienstleistungen verknüpfen. „Daher ist in der Branche ein fundiertes textiles Hintergrundwissen wichtig“, sagt Prof. Dr. Lutz Vossebein, Prodekan des Fachbereichs Textil und Bekleidungstechnik der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach. „Das Know-how von der Faser bis zur Konfektion wird über sämtliche Stufen der Branche benötigt. In der textilen Zulieferindustrie ist es Voraussetzung für die Gestaltung leasingfähiger Objektwäsche, hoch strapazierfähiger Berufsbekleidung und gesetzeskonformer Schutzbekleidung. In der Waschmittelchemie und dem Maschinenbau ist es die Grundlage für die Entwicklung einer effizienten und wirkungsvollen Verfahrenstechnik. Und auf Seiten der Textilpflegebetriebe wird das Wissen in sämtlichen Stufen von der Beschaffung über die Bearbeitung bis zum Qualitätsmanagement benötigt.“ Laut Vossebein biete die Branche daher ausgebildeten Textilreinigern, -technikern und Hochschulabsolventen am Standort Deutschland zahlreiche berufliche Möglichkeiten.
Manager für Qualität und Nachhaltigkeit
Wäschereien, Textilreinigungen und Textilservicebetriebe müssen eine Vielzahl von hygiene- und sicherheitsrelevanten Regularien erfüllen. Für die Bewältigung dieser Aufgaben verfügen die Unternehmen über Stabstellen im Qualitäts- und Umweltmanagement. Sie regeln die Umsetzung regionaler, nationaler und europäischer Standards und Verordnungen im Hinblick auf Produktsicherheit und Ökologie. „Der Textilservice stellt dem Markt hygiene- und sicherheitsrelevante Produkte bereit. Dafür trägt das Qualitätsmanagement Sorge, indem es Vorgaben für alle relevanten Prozesse definiert“, berichtet Vossebein. Diese reichen von der Beschaffung CE-konformer Produkte über die kundengerechte Bereitstellung bis zur sachgerechten Aufbereitung mit validierten Prozessen in Anlehnung an die implementierte Gefährdungsbeurteilung. Das Umweltmanagement kümmert sich dagegen um alle ökologisch relevanten Themen. „Mit dem zunehmenden Branchenengagement im Bereich Corporate Social Responsibility (CSR) werden diese Aufgaben zukünftig noch um ein Nachhaltigkeitsmanagement erweitert werden“, denkt Vossebein.
Auch die Logistik und Fuhrparkleitung sind Kernaufgaben der Textilpflegebranche. Sie nehmen die Planung und Organisation der Distribution vor und optimieren sie im Hinblick auf ökologische und nachhaltigkeitsrelevante Parameter. Ebenso sorgen sie für die gesetzlich vorgeschriebenen Fortbildungen der Servicefahrer und setzen in den Unternehmen rechtliche Vorgaben und Änderungen um. Neue Aufgaben warten zudem mit dem Einzug der RFID-Technologie und der damit verbundenen Digitalisierung von Dienstleistungen. Das Potenzial ist in der Branche also auch für Logistikspezialisten gegeben.
Schließlich steht auch die Zulieferindustrie für diverse berufliche Perspektiven: Der Maschinenbau, die Waschmittelproduzenten und Forschungseinrichtungen entwickeln mit Fachkräften für Chemie, Verfahrenstechnik, Maschinen- und Anlagenbau die Textilpflege von morgen. Auf der Texcare International 2016 sind daher alle Bereiche rund um die Bearbeitung und Distribution von Textilien vertreten.
Das Texcare-Forum steht gleich am Samstag, 11. Juni 2016, unter dem Motto „Ausbildung und Karriere – die nächste Generation an Fachkräften“. Experten sprechen zu Themen wie dem dualen Ausbildungssystem und seinen Chancen sowie Karrieren in der Textilpflege. Zudem bietet eine Jobbörse Besuchern die Möglichkeit, sich über Angebote in der Branche zu informieren.
Beim Bügelwettbewerb kann der Nachwuchs zeigen, was er kann. Termine sind am Samstag, 11. Juni, und Sonntag, 12. Juni 2016, jeweils um 12 und um 15 Uhr, sowie am Montag um 15 Uhr. Am Montag um 12 Uhr messen sich die Berufsschüler. Es treten jeweils vier Teilnehmer gegeneinander an. Der Gewinner erhält einen kleinen Preis. Zum Bügelwettbewerb anmelden kann man sich am Stand des Deutschen Textilreinigungs-Verbands (Halle 8, Stand H80).