Gewinner Bundesleistungswettbewerb 2013 Auf Umwegen zum Sieg

Roman Kling ist der beste Nachwuchstextilreiniger Deutschlands - beim Bundesleistungswettbewerb 2013 setzte er sich mit einem hervorragenden Ergebnis gegen seine Konkurrenten durch. Dabei war dieser Erfolg für ihn noch vor zehn Jahren alles andere als zu erwarten.

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    Die Siegermacher: Der beste Nachwuchstextilreiniger Deutschlands, Roman Kling, mit seinen Lehrerinnen Ursula Dreyer (li.) und Doris Göcke.Foto: DTV
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    Es g eht um alles: Kling beim Bundesleistungswettbewerb.Foto: DTV Bonn

Auf Umwegen zum Sieg

Es war ein langer Weg, den Roman Kling vor zehn Jahren einschlug - doch er führte schließlich zum Erfolg. Ein Erfolg, mit dem damals niemand gerechnet hätte. Am wenigsten er selbst. Nun ist Kling bester Nachwuchstextilreiniger Deutschlands.

Dabei ging es nach dem Schulabschluss nicht gut los für den heutigen Bundesleistungssieger: Aussicht auf eine Ausbildungsstelle hatte er lange nicht. Daher besuchte der heute 25-Jährige zunächst für ein Jahr die Hauswirtschaftsschule. Eigentlich eine Notlösung. „Da waren viele Mädels, das war als 16-Jähriger auch ganz nett“, sagt Kling im Rückblick lachend. Doch, wo es für ihn beruflich hingehen soll, wusste der Jugendliche damals noch nicht.

Von der Bundeswehr zur Lehrstelle

Nach der Hauswirtschaftsschule meldete sich der gebürtige Sibirer erst einmal freiwillig für die Bundeswehr. „Ich habe dort angerufen und gesagt: Zieht mich ein“, erzählt er. Das war ungewöhnlich. Ein Jahr lang war Kling Soldat. Dann wieder die Frage: Wie geht es weiter? Schließlich brachte ihm die Hauswirtschaftsschule doch noch die Antwort. Eine Ausbildung als Textilreiniger sollte es sein. Nach dieser Entscheidung ging dann alles sehr schnell: Zwei Bewerbungen und vier Wochen Praktikum später hatte er seine Lehrstelle bei Bardusch in Siedenburg in der Tasche.

Dass er heute über seinen langen Weg dorthin lachen kann, ist vor allem seinem Erfolg in dem Beruf zu verdanken. Denn Kling machte sich von Anfang an gut. Sein Vorteil: Durch die Hauswirtschaftsschule hatte er bereits Vorkenntnisse. Und er war motiviert:Zu Beginn der Ausbildung setzte er sich das Ziel, die Lehre in eineinhalb Jahren abzuschließen. Das gelang ihm. Die Gesellenprüfung schloss Kling als Bester im Land Niedersachsen ab - Notendurchschnitt 1,4. Als Landessieger qualifizierte er sich schließlich für den Bundesleistungswettbewerb. Und auch hier war er besser als seine Konkurrenten.

Wie ein Detektiv

Dabei sei er erstaunt gewesen, wie viel von ihnen erwartet wurde, sagt der Bundesleistungssieger. Die jungen Gesellen mussten am Wettbewerbstag Waschpläne schreiben, pressen, mangeln und tritieren. „Wir mussten sogar Maschinen programmieren“, erzählt Kling. Dennoch erreichte er ein so gutes Ergebnis, wie schon lange keiner mehr beim Bundesleistungswettbewerb: 1.186 von 1.300 möglichen Punkten. Der Grund für seinen Erfolg: Sein Beruf macht ihm Spaß. Vor allem das logische Denken, das er für die Arbeit braucht, reizt ihn. „Ich fühle mich oft wie ein Detektiv“, erzählt der Geselle. Besonders wenn keine Etiketten mehr an den Textilien sind, sei es spannend. „Teils werden die Flecken zu richtigen Ermittlungssachen“, sagt Kling. Man müsse wissen, mit welchen Materialien man es zu tun hat, welche Chemikalien er verwenden kann und welche Mittel den Fleck zersetzen. „Man hat es immer mit etwas anderem zu tun.“

Derzeit arbeitet Kling noch als Geselle bei seinem Ausbildungsbetrieb. In Kürze möchte er jedoch mit der Meisterschule beginnen, später einmal vielleicht den Betriebswirt daraufsetzen. Selbstständig machen möchte sich Kling jedoch nicht - zu viel Risiko.

Mirabell Schmidt